DGUV Information 213-713 - BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung n...

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Abschnitt 5.4, Wartung/Technische Prüfungen
Abschnitt 5.4
BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Spritzlackieren von Hand bei der Holzbe- und -verarbeitung (bisher: BGI 790-013)
Titel: BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Spritzlackieren von Hand bei der Holzbe- und -verarbeitung (bisher: BGI 790-013)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-713
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.4 – Wartung/Technische Prüfungen

Wartung von Spritzlackiereinrichtungen

Um bei Farbnebelabsaugsystemen einen möglichst hohen Erfassungsgrad zu erhalten, sind die Anlagen in Abhängigkeit von Verbrauchsmengen oder Betriebsstunden regelmäßig zu reinigen. Als Anhalt für eine solche Grundreinigung sollten jeweils 14 Tage genommen werden.

Ausgehärtete Lackstäube sind überwiegend brennbar und als Lackstaub-Luft-Gemisch unter bestimmten Verhältnissen explosionsfähig. Ein gut gewartetes System reduziert somit nicht nur die Gesundheitsgefährdung des Lackierers, sondern auch die Brand- und Explosionsgefahr. Brennbare Ablagerungen sind arbeitstäglich zu entfernen. Bei Reinigungsarbeiten dürfen keine funkenreißenden Werkzeuge verwendet werden, sondern z.B. solche aus Messing, gegebenenfalls Edelstahl bei Vermeidung leicht entzündlicher Lacke oder rostender Untergründe (ferritische Stähle).

  1. a)

    Zuluftanlagen

    Zuluftanlagen sind in der Regel unterhalb der Decke angebracht und bringen temperierte Frischluft durch Feinfiltermatten impulsarm in den Raum. Die Standzeiten der Filter betragen in etwa ein Jahr.

  2. b)

    Absauganlagen

    • Trockene Farbnebelabsaugsysteme

    Das Filtermaterial sollte spätestens dann entfernt werden, wenn pro m2 Filterfläche folgende Massen an Lackfestkörper abgeschieden worden sind (Anhaltswerte):

    • 3 bis 4 kg/m2 bei Glasfasermaterial,

    • 2 bis 5 kg/m2 bei Kartonfilter (Zickzacksystem).

    Bei Lackierkabinen mit Unterflurabsaugung wird oft ganzschichtig spritzlackiert; eine Reinigung des Filtermaterials durch Absaugen mit Industriestaubsaugern bzw. Austausch ist in der Regel spätestens nach einer Woche notwendig. Der eventuell nachgeschaltete Feinfilter sollte etwa nach einem Monat ausgetauscht werden. Beim Spritzstand mit Trockenprallwand findet zunächst grundsätzlich eine Vorabscheidung des Oversprays an gestaffelten Prallblechen statt. Die Standzeit der nachgeschalteten Glasfaser- oder Faltkartonfilter erhöht sich dadurch und kann bei geringem Lackverbrauch sogar mehrere Wochen betragen. Die Prallbleche können zur raschen Reinigung z.B. mit einem Abziehlack eingesprüht werden. Mittels so genanntem Rollbandfilter können die Reinigungsintervalle für die Prallbleche reduziert werden.

    • Spritzstand mit wasserberieselter Wand

    Die in dem Wasserschleier erfassten Lackpartikeln (Overspray) werden durch so genannte Koagulierungsmittel zu einem Lackschlamm gebunden. Um die Standzeit des Berieselungswassers zu erhöhen, ist es erforderlich, den Lackschlamm regelmäßig auszutragen. Das Koagulierungsmittel sowie weitere chemische Zusätze, wie Entschäumer, werden in der Regel mittels Dosierungs- und Pumpensystem zugegeben; auch diese Anlagenteile sind in regelmäßigen Zeitabständen nach Herstellerangaben zu warten.

Technische Prüfungen an Spritzlackiereinrichtungen

  1. a)

    Messung des Differenzdrucks

    Der Beladungszustand einer Filteranlage kann grundsätzlich durch Bestimmung des Differenzdruckes ermittelt werden; die vom Hersteller empfohlene maximale Enddruckdifferenz entspricht dem maximalen Beladungszustand des Filtermaterials. Branchenüblich sind Schrägrohrmanometer.

    In geschlossenen Lackierkabinen wird in der Regel bis zu 10 % mehr Luft zugeführt als abgesaugt. Auch dieser geringe Überdruck im Raum kann mittels oben genannten Manometers überwacht werden.

  2. b)

    Messung der Luftgeschwindigkeit

    Um im Spritznebelbereich Luftgeschwindigkeiten von größenordnungsmäßig 0,3 m/s zu realisieren, sind in einem Abstand von 0,5 m vor der Wand (Absaugquerschnitt) Geschwindigkeiten von mindestens 0,5 m/s notwendig.