DGUV Information 213-710 - Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversiche...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 2, 2 Anwendungsbereich und Hinweise
Abschnitt 2
Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (EGU) nach der Gefahrstoffverordnung Verwendung von Trichlorethen bei der Extraktion von Bitumen aus Asphalt nach dem Waschtrommelverfahren (DGUV Information 213-710)
Titel: Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (EGU) nach der Gefahrstoffverordnung Verwendung von Trichlorethen bei der Extraktion von Bitumen aus Asphalt nach dem Waschtrommelverfahren (DGUV Information 213-710)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-710
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2 – 2 Anwendungsbereich und Hinweise

Diese EGU geben dem Betrieb praxisgerechte Hinweise wie sichergestellt werden kann, dass Arbeitsplatzgrenzwerte und andere Beurteilungsmaßstäbe eingehalten sind oder anderweitig davon ausgegangen werden kann, dass ein Stand der Technik erreicht ist. Werden die in der EGU beschriebenen Verfahrensparameter sowie die Schutzmaßnahmen eingehalten, kann davon ausgegangen werden, dass das Minimierungsgebot nach § 7 Abs. 4 der GefStoffV erfüllt wird.

Diese EGU beziehen sich auf den Einsatz von Trichlorethen (Trichlorethylen, Tri) in Laboratorien bei der Prüfung von Asphalt. Trichlorethen wird hier als Lösemittel bei der Extraktion des Bitumens aus dem Asphalt nach dem Waschtrommelverfahren eingesetzt. Gemäß REACH-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 1907/2006) [7] ist Trichlorethen seit dem 21.04.2016 zulassungspflichtig. Für alle nachgeschalteten Verwendungen, für die keine fristgerechte Zulassung beantragt wurde, gilt seit dem Stichtag ein Verwendungsverbot für Trichlorethen. Die Zulassung als Extraktionsmittel für Bitumen in der Asphaltanalytik wurde rechtzeitig durch einen Hersteller bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) beantragt. Zulassungsbedingungen können Maßnahmen vorschreiben, die nicht in den EGU enthalten sind, z. B. eine Verpflichtung in regelmäßigen Abständen Messungen durchzuführen. Die Anwendung dieser EGU entbindet nicht von der Einhaltung der in einer Zulassung aufgeführten Bedingungen. Nachgeschaltete Anwendende, die Trichlorethen im Rahmen wissenschaftlicher Forschung und Entwicklung unter kontrollierten Bedingungen und mit einer Menge von nicht mehr als einer Tonne pro Jahr verwenden, können sich auf eine Ausnahme der Zulassungspflicht nach Artikel 56 (3) der REACH-Verordnung berufen. Die ECHA versteht darunter auch ausdrücklich analytische Untersuchungen zur Überwachung und Qualitätskontrolle, wie es bei der Asphaltanalytik der Fall ist.

Diese EGU finden keine Anwendung bei Verwendung anderer Lösemittel wie z. B. Caprylsäuremethylester (Methyloctanoat, Methylcaprylat, CSME), Tetrachlorethen (Perchlorethylen, PER), Dichlormethan, Toluol oder Xylol.

Diese EGU behandeln ausschließlich die inhalative Gefährdung. Es sind auch andere, z. B. dermale, orale oder psychische Gefährdungen möglich. Diese sind in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen.

Die Anwenderin oder der Anwender dieser EGU muss bei Änderungen im Arbeitsbereich oder bei Verfahrensänderungen sofort und ansonsten regelmäßig, mindestens aber einmal jährlich, die Gültigkeit der Voraussetzungen dieser EGU überprüfen und das Ergebnis dokumentieren. Hierzu zählt unter anderem die Prüfung der unveränderten Gültigkeit der Empfehlungen. Die Überprüfung erfolgt im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung. Als Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung sind auch Methoden und Fristen zur Überprüfung der Wirksamkeit bestehender und zu treffender Schutzmaßnahmen festzulegen. Grundsätze hierzu sind umfassend in der TRGS 500 [8] dargestellt. Gibt es Besonderheiten werden diese in den EGU bei den Schutzmaßnahmen in Nummer 6 zusätzlich beschrieben.