DGUV Information 213-701 - BGBGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung n...

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Abschnitt 3.1, 3 Aufstellung von BG/BGIA-Empfehlungen für di...
Abschnitt 3.1
BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Allgemeiner Teil (bisher: BGI 790-001)
Titel: BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Allgemeiner Teil (bisher: BGI 790-001)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-701
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.1 – 3 Aufstellung von BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung
3.1 Anforderungen

3.1.1
Aufstellung von BG/BGIA-Empfehlungen auf der Grundlage von Arbeitsplatzmessungen

Grundlage für die Aufstellung von BG/BGIA-Empfehlungen ist in der Regel das Vorliegen einer ausreichenden Zahl repräsentativer Arbeitsplatzmessungen. Abhängig vom jeweiligen Einzelfall kommen als weitere geeignete Ermittlungsmethoden in Betracht:

  • Berechnungen der Exposition unter Verwendung zuverlässiger Modelle,

  • Informationen zu Verfahren, die im Vergleich zu bisherigen bzw. anderen Verfahren zu einer Risikominderung führen,

  • Informationen zu Verfahren, die im Vergleich mit anderen Verfahren anerkannterweise einen hohen Sicherheitsgrad aufweisen,

  • Untersuchungen in der Praxis oder an Prüfständen (Modelluntersuchungen), insbesondere zur Ermittlung von Verfahren mit geringerer Gefährdung,

  • Ergebnisse zu Verfahren, die sich nach Meinung der zuständigen Fachkreise als bewährt und fortschrittlich herausgestellt haben.

Bei der Aufstellung von BG/BGIA-Empfehlungen auf der Grundlage von Messungen entsprechend TRGS 402 [4] werden in der Regel Messergebnisse zugrunde gelegt, die in repräsentativ ausgewählten Arbeitsbereichen unter normaler Auslastung hinsichtlich der Arbeits- und Produktionsbedingungen, während unterschiedlicher Schichten sowie unter Berücksichtigung jahreszeitlicher Einflüsse gewonnen wurden. Dabei werden auch ungünstige Bedingungen berücksichtigt, z.B. An- und Abfahrvorgänge, Reparatur-, Wartungs- und Reinigungsarbeiten oder hohe Auslastung.

Messberichte über durchgeführte Arbeitsplatzmessungen sollen den Anforderungen der Akkreditierungsrichtlinien der Länder genügen [5]. Hierbei ist besonders auf genaue Angaben der Arbeits- und Produktionsbedingungen einschließlich der Anlagenkapazität und der Anlagenauslastung zu achten. Zur Beurteilung eines Arbeitsverfahrens wird dieses in Teilschritte zerlegt und die Exposition bei jedem Einzelschritt geprüft. Hierbei sind insbesondere auch Expositionsspitzen und Stoffgemische zu berücksichtigen.

Für die Anzahl der mindestens erforderlichen Messungen lässt sich keine allgemeingültige Regel aufstellen; sie muss vielmehr im Einzelfall in Abhängigkeit von der Höhe der Messergebnisse, von deren Streuung und von den besonderen technischen Gegebenheiten am Arbeitsplatz festgelegt werden. Bei ausreichend großem Messwertekollektiv wird für die Expositionsbewertung das 95-Perzentil der Messwerteverteilung herangezogen.

In der Regel werden mindestens 24 repräsentative Arbeitsbereichsanalysen aus möglichst vielen Betrieben mit je drei Schichtmittelwerten verlangt. Eine geringere Anzahl von Messergebnissen kann bei Stoffen mit einem Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) ausreichend sein, wenn niedrige Bewertungsindices mit geringer Streuung der Einzelwerte vorliegen oder wenn sich die Arbeitsbedingungen langfristig wenig ändern. So reichen zum Beispiel 12 Arbeitsbereichsanalysen aus verschiedenen Betrieben mit je drei Schichtmittelwerten aus, wenn alle Messergebnisse ≤ 1/2 AGW sind.

Bei gleichmäßigen Betriebsabläufen ist gegebenenfalls unter Zuhilfenahme von Konzentrationsberechnungen ebenfalls ein geringerer Messaufwand ausreichend.

Bei der Beurteilung sind zusätzlich zu berücksichtigen:

  • die Streuung des Messwertekollektivs,

  • die Validität der erhobenen Daten.

Wurden Schichtmittelwerte auf Grund einer verkürzten Exposition erhalten, so sind neben den Messergebnissen auch die auf die Expositionsdauer bezogenen Messwerte anzugeben. Gegebenenfalls ist anzugeben, wieweit eine verkürzte Exposition typisch für das Arbeitsverfahren ist. Es müssen ausreichende Informationen über die Einhaltung der Kurzzeitwertbedingungen vorliegen. Bei Schwankungen der Expositionsverhältnisse ist das Ergebnis durch Kurzzeitmessungen ausreichend abzusichern.

3.1.2
Aufstellung von BG/BGIA-Empfehlungen ohne Arbeitsplatzmessungen

Werden BG/BGIA-Empfehlungen ohne Arbeitsplatzmessungen aufgestellt, ist neben der Expositionsbeschreibung die Validität des eingesetzten Ermittlungsverfahrens zu belegen.