DGUV Information 213-701 - BGBGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung n...

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Abschnitt 1, Hintergrund
Abschnitt 1
BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Allgemeiner Teil (bisher: BGI 790-001)
Titel: BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Allgemeiner Teil (bisher: BGI 790-001)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-701
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 1 – Hintergrund

Bei der Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung steht die Festlegung angemessener Schutzmaßnahmen im Mittelpunkt der Ermittlungen und Beurteilungen des Unternehmers [1]. Die gewerblichen Berufsgenossenschaften und das Berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitsschutz (BGIA) erarbeiten zur Unterstützung der Unternehmen bei dieser anspruchsvollen Aufgabe zahlreiche Hilfsmittel, von denen im Rahmen dieser BG-Information die "BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung" behandelt werden.

BG/BGIA-Empfehlungen sind in der Regel Expositionsbeschreibungen für Verfahren und Tätigkeiten mit Gefahrstoffen entsprechend dem Stand der Technik. Sie geben dem Unternehmer praxisgerechte Hinweise zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung, die Beschreibung geeigneter Schutzmaßnahmen und Hinweise zu ihrer Wirksamkeitskontrolle. Der Unternehmer kann nach Prüfung der Übertragbarkeit auf seine betriebliche Situation die Empfehlungen der BG/BGIA-Empfehlungen übernehmen und damit den eigenen Ermittlungsaufwand erheblich reduzieren; dies ist insbesondere bei messtechnischen Ermittlungen von Bedeutung, die im Einzelfall ganz entfallen können. Darüber hinaus enthalten BG/BGIA-Empfehlungen weitere Hinweise zur Gefährdungsbeurteilung, z.B. zusätzliche Gefahrstoffinformationen einschließlich Informationen über Ersatzstoffe oder Ersatzverfahren, technische Minimierungsmaßnahmen und andere Maßnahmen des auf Gefahrstoffe bezogenen Arbeitsschutzes.

BG/BGIA-Empfehlungen werden von den gewerblichen Berufsgenossenschaften (BG) und dem Berufsgenossenschaftlichen Institut für Arbeitsschutz (BGIA) in Zusammenarbeit mit den Ländern und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) grundsätzlich entsprechend den Anforderungen an Verfahrensund stoffspezifische Kriterien (VSK) gemäß den Technischen Regeln für Gefahrstoffe "Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen durch Gefahrstoffe am Arbeitsplatz: Verfahrens- und stoffspezifische Kriterien (VSK) für die betriebliche Arbeitsbereichsüberwachung" (TRGS 420) [2] erarbeitet. Hiervon abweichend werden auch BG/BGIA-Empfehlungen für die Fälle erarbeitet, in denen beispielsweise entsprechend § 9 Abs. 5 oder § 10 Abs. 2 der Gefahrstoffverordnung trotz Arbeitsverfahren/-weise nach dem Stand der Technik eine Einhaltung der Arbeitsplatzgrenzwerte nicht erreicht wird.

BG/BGIA-Empfehlungen werden als BG-Informationen veröffentlicht. Darüber hinaus erfolgt eine Verbreitung über das Internet sowie branchenbezogen durch die Berufsgenossenschaften.

BG/BGIA-Empfehlungen für die Einhaltung eines Arbeitsplatzgrenzwertes (AGW) nach den Technischen Regeln für Gefahrstoffe "Grenzwerte in der Luft am Arbeitsplatz; Luftgrenzwerte" (TRGS 900) [3] bzw. BG/BGIA-Empfehlungen für Stoffe ohne AGW, bei denen ein akzeptables Risiko besteht, können vom AGS in die TRGS 420 aufgenommen werden. Zur Aufnahme von BG/BGIA-Empfehlungen in die TRGS 420 gilt das folgende Schema:

Bild: Aufstellung von VSK-Ablaufschema:

Für in den TRGS 420 aufgeführte BG/BGIA-Empfehlungen gilt die Vermutungswirkung gemäß § 8 Abs. 1 der Gefahrstoffverordnung.

Dies bedeutet, dass