DGUV Information 203-019 - Sicherheitsmaßnahmen bei Arbeiten an Fahrleitungsanla...

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Abschnitt 4.3, Arbeiten unter Spannung
Abschnitt 4.3
Sicherheitsmaßnahmen bei Arbeiten an Fahrleitungsanlagen (bisher: BGI 769)
Titel: Sicherheitsmaßnahmen bei Arbeiten an Fahrleitungsanlagen (bisher: BGI 769)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 203-019
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.3 – Arbeiten unter Spannung

Für Arbeiten unter Spannung an Fahrleitungen bei Nennspannungen bis AC 1000 V/DC 1500 V gilt folgendes:

Arbeiten auf Potential

An unter Spannung stehenden Fahrleitungen dürfen Elektrofachkräfte, die mit der Arbeitsweise vertraut und für diese Arbeit geeignet sind, vom isolierten Standort aus arbeiten, z.B. isolierenden Bühnen, Holz- oder Kunststoffleitern. Im unmittelbaren Arbeitsbereich dürfen keine gefährdenden Spannungen durch Berühren überbrückt werden.

Ist ein Arbeiten an unter Spannung stehenden Fahrleitungen vom isolierten Standort aus nicht möglich, z.B. bei Stromschienen, oder können im unmittelbaren Arbeitsbereich gefährdende Spannungen durch Berühren überbrückt werden, so müssen Gegenmaßnahmen getroffen werden. Unter Brücken oder in Tunneln ist das Arbeiten an Fahrleitungen unter Spannung deshalb häufig nicht zulässig, da auf Grund der baulichen Gegebenheiten gefährdende Potentialunterschiede überbrückt werden können.

Gegenmaßnahmen sind z.B. isolierende Schutzvorrichtungen, isolierte Werkzeuge, persönliche Schutzausrüstungen, wie Isolierhandschuhe, isolierender Armschutz.

Diese Arbeiten sind nur zulässig, wenn der spannungsfreie Zustand nicht hergestellt und sichergestellt werden kann, weil sonst der Bahnbetrieb behindert oder unterbrochen würde. Die Behinderung oder Unterbrechung des Bahnbetriebes darf nicht unwesentlich sein, um diese Art der Arbeiten zu rechtfertigen. Vielmehr müssen sie in Richtung einer erheblichen Störung des Bahnbetriebes wirken. Die Entscheidung, ob durch das Freischalten an der Arbeitsstelle der Bahnbetrieb behindert oder unterbrochen wird, kann nur vom Bahnbetreiber getroffen werden.

Diese Arbeitsweise kann auch angewendet werden, wenn der in Abschnitt 4.4 angegebene Abstand von mindestens 1 m nicht eingehalten werden kann. An der Arbeitsstelle müssen gute Sichtverhältnisse herrschen.

Arbeiten bei Nennspannungen über AC 1000 V/DC 1500 V

Arbeiten unter Spannung an Fahrleitungen im Bereich über AC 1000 V/DC 1500 V dürfen nicht durchgeführt werden.