DGUV Information 203-019 - Sicherheitsmaßnahmen bei Arbeiten an Fahrleitungsanla...

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Abschnitt 2.1, 2 Allgemeine Anforderungen 2.1 Grundsätze für...
Abschnitt 2.1
Sicherheitsmaßnahmen bei Arbeiten an Fahrleitungsanlagen (bisher: BGI 769)
Titel: Sicherheitsmaßnahmen bei Arbeiten an Fahrleitungsanlagen (bisher: BGI 769)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 203-019
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2.1 – 2
Allgemeine Anforderungen

2.1
Grundsätze für sicheres Arbeiten

Verantwortung festlegen

Der Unternehmer muss für jede Teilarbeit einen Arbeitsverantwortlichen benennen. Dies kann z.B. ein Meister, Obermonteur oder Kolonnenführer sein. Erforderlichenfalls sind für kleinere, selbständige Teilarbeiten nachgeordnete Arbeitsverantwortliche zu benennen, z.B. bei örtlich voneinander getrennt tätigen Leitergruppen. Der Arbeitsverantwortliche trägt die unmittelbare Verantwortung für die fachliche und organisatorische Durchführung der Arbeiten, indem er z.B. die Einhaltung der Sicherheitsanforderungen und die Durchführung der betrieblichen Arbeitsanweisungen überwacht. Er hat die Aufsicht über die Mitarbeiter an der Arbeitsstelle zu führen. Der Arbeitsverantwortliche hat darauf zu achten, dass die Beschäftigten für die jeweiligen Tätigkeiten geeignet sind, z.B. für Arbeiten in der Nähe unter Spannung stehender Teile, für Arbeiten auf erhöhten Standorten.

Die Eignung sollte durch arbeitsmedizinische Untersuchungen nachgewiesen werden, z.B. nach den Berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen G 41 "Arbeiten mit Absturzgefahr", G 25 "Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten".

Für Versicherte der Eisenbahn-Unfallkasse muss diese nach der Unfallverhütungsvorschrift "Arbeitsmedizinische Vorsorge" (GUV 0.6) nachgewiesen werden.

Unterweisung

Für Arbeiten an Fahrleitungsanlagen müssen Beschäftigte ihren Aufgaben entsprechend unterwiesen werden, insbesondere über Sicherheitsmaßnahmen gegen Gefahren

  • aus dem Bahnbetrieb,

  • durch unter Spannung stehende Teile der Fahrleitungsanlage,

  • durch Absturz.

Der Arbeitsverantwortliche hat sich zu vergewissern, dass nur Personen eingesetzt werden, die über die mit ihrer Tätigkeit verbundenen Gefahren unterwiesen sind.

Erste Hilfe

Für die mit Arbeiten an Fahrleitungsanlagen Beschäftigten muss eine wirksame Erste Hilfe sichergestellt sein. Dieses wird durch eine ausreichende Anzahl von Ersthelfern am Arbeitsort erreicht. Die Mindestanzahl der erforderlichen Ersthelfer ist in der BG-Vorschrift "Erste Hilfe" (BGV A5, bisherige VBG 109) festgelegt. Wegen der besonderen Gefährdung bei Arbeiten an Fahrleitungsanlagen durch Absturzgefahren und Gefährdungen durch das Arbeiten an oder in der Nähe elektrischer Leitungen wird empfohlen, mindestens einen Ersthelfer an jeder abgegrenzten Arbeitsstelle einzusetzen.

An der Arbeitsstelle müssen Kommunikationsmöglichkeiten, z.B. Funk, Mobiltelefon, vorhanden sein, um Rettungsmaßnahmen veranlassen zu können.

Erforderlichenfalls sind zusätzlich Hilfsgeräte zur Bergung Verletzter, z.B. von erhöhten Arbeitsplätzen, vor Ort bereitzuhalten.