DGUV Information 214-007 - Arbeitshilfe zur Durchführung von arbeitsmedizinische...

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Abschnitt 3.6, Ionisierende Strahlung
Abschnitt 3.6
Arbeitshilfe zur Durchführung von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen bei fliegendem Personal (Cockpit) (bisher: BGI 768-2)
Titel: Arbeitshilfe zur Durchführung von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen bei fliegendem Personal (Cockpit) (bisher: BGI 768-2)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 214-007
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.6 – Ionisierende Strahlung

Die kosmische Strahlung, der fliegendes Personal unvermeidbar ausgesetzt ist, wird international einheitlich je nach Einsatzspektrum mit zusätzlich ca. 2 bis 8 mSv/a (hohe Dosisleistung nur bei Langstreckenflügen) angegeben. Allerdings befinden sich deren Auswirkungen noch in der wissenschaftlichen Diskussion. Zumindest ließ sich bis jetzt kein signifikant erhöhtes Risiko für strahlenbedingte Erkrankungen (z.B. Leukämie) nachweisen. Die EURATOM-Grundnorm 96/29 berücksichtigt erstmals die natürliche Strahlung unter Strahlenschutzgesichtspunkten und fordert besondere Maßnahmen zum Schutz des fliegenden Personals. Sie wurde mit der Novelle der Strahlenschutzverordnung (StrSchV) (in Kraft getreten am 1. August 2001) in nationales Recht umgesetzt. Die Grenzwerte für die Körperdosis beruflich strahlenexponierter Personen wurden gegenüber der Vorläuferverordnung deutlich abgesenkt.

§ 103 Abs. 9 StrSchV fordert die jährliche Untersuchung von fliegendem Personal, bei dem die Gefährdungsermittlung ergeben hat, dass eine effektive Dosis von mehr als 6 mSv/a überschritten werden kann. Da die StrSchV die personenbezogene Dokumentation der Strahlenexposition vorschreibt, lässt sich die tatsächliche Belastung im Einzelfall problemlos nachvollziehen. Auch wenn die Verordnung ausdrücklich zulässt, die Vorsorgeuntersuchung mit der fliegerärztlichen Untersuchung zu kombinieren, muss der untersuchende Arzt von der zuständigen Behörde (staatliches Amt für Arbeitsschutz) ermächtigt sein. Voraussetzung dafür ist gem. § 64 StrSchV die Fachkunde im Strahlenschutz.
Nach den derzeit vorliegenden Erkenntnissen ist mit einer Überschreitung der 6 mSv-Grenze im Routinefall nicht zu rechnen. Dennoch ist das fliegende Personal einer höheren Strahlendosis ausgesetzt als die Allgemeinbevölkerung, was in der arbeitsmedizinischen Vorsorge zu berücksichtigen ist. Einzelne Einschränkungen, z.B. für Schwangere gelten bereits ab einer zusätzlichen Strahlenexposition von 1 mSv/a.