DGUV Information 214-007 - Arbeitshilfe zur Durchführung von arbeitsmedizinische...

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Abschnitt 3.4, Druckschwankungen
Abschnitt 3.4
Arbeitshilfe zur Durchführung von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen bei fliegendem Personal (Cockpit) (bisher: BGI 768-2)
Titel: Arbeitshilfe zur Durchführung von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen bei fliegendem Personal (Cockpit) (bisher: BGI 768-2)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 214-007
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.4 – Druckschwankungen

Fliegendes Personal ist durch seine Tätigkeit erheblichen Änderungen des Luftdruckes und den damit verbundenen höhenphysiologischen Belastungen ausgesetzt. Überdruck wird in der Kabine bereits am Boden angewendet, um den Dichtsitz der Türen zu gewährleisten. Der erzeugte Druck liegt jedoch in der Größenordnung von 1 kPa (0,01 bar) und damit unterhalb der Definitionsschwelle für Druckluftarbeiten. Eine weit größere Rolle spielt der Unterdruck, der bereits in üblichen Kabinenflughöhen 20 kPa (0,2 bar) im Vergleich zur Bodenhöhe ausmacht. Nach Gewöhnung an den niedrigen Umgebungsdruck entsteht im Landeanflug ein relativer Überdruck in der gleichen Größenordnung. Bei plötzlichem Druckabfall, einem zwar seltenen, aber dennoch betriebstypischen Zwischenfall, der einem Piloten durchaus einmal im Berufsleben widerfahren kann, können Druckänderungen von 50 kPa (0,5 bar) und mehr auftreten. Die Auswahlkriterien zur Anwendung des G 31 (Überdruck) werden formal nicht erfüllt, dennoch wird deutlich, dass die Belastung zumindest zum Teil das Schutzziel dieses Grundsatzes tangiert. Er erfasst nicht die Belastung durch die dauerhaft milde Hypoxie, die jedoch in diesem Fall ebenfalls im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge zu berücksichtigen ist.
Der G 31 (BGG 904) ist anzuwenden für Beschäftigte in Luftfahrzeugen, deren Kabine mit einem Druck von mehr als 10 kPa (0,1 bar) oberhalb des atmosphärischen Druckes im Sinne der Druckluftverordnung (DruckLV) beaufschlagt wird. Dies kann z.B. bei Druckprüfungen am Boden der Fall sein.

In Flughöhen unterhalb 3.000 ft (über Grund) besteht keine Gefährdung durch Druckschwankungen.