DGUV Information 214-008 - Arbeitshilfe zur Durchführung von arbeitsmedizinische...

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Abschnitt 4.2, Untersuchungsumfang
Abschnitt 4.2
Arbeitshilfe zur Durchführung von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen bei fliegendem Personal (Kabine) (bisher: BGI 768-1)
Titel: Arbeitshilfe zur Durchführung von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen bei fliegendem Personal (Kabine) (bisher: BGI 768-1)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 214-008
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.2 – Untersuchungsumfang

Feststellung der Vorgeschichte (oder Zwischenanamnese bei Nachuntersuchungen) incl. Erfassung des Impfstatus.

Körperliche Untersuchung

nach Basisuntersuchungsprogramm (BAPRO) (s.a. 2.2)

Herz und Kreislauf

Ruhe-EKG mit mindestens 12 Ableitungen, Ergometrie bei klinischem Verdacht sowie ab dem 40. Lebensjahr bei jeder zweiten Untersuchung (gem. Leitfaden "Ergometrie" - Anhang 2 der berufsgenossenschaftlichen Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen)

Atmungsorgane

  • Spirometrie mit Bestimmung der Vitalkapazität und der Ein-Sekunden-Ausatemkapazität. Bei Auffälligkeiten oder klinischem Verdacht Untersuchung nach Leitfaden "Lungenfunktionsprüfung" (Anhang 1 der berufsgenossenschaftlichen Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen)

  • Tuberkulintest bei der Erstuntersuchung (auch zur Dokumentation der immunologischen Ausgangssituation)

  • Röntgenaufnahme nur bei begründetem Verdacht auf eine die Eignung einschränkende Erkrankung

Verdauungsorgane

  • Stuhluntersuchung auf Salmonellen wird bei der Erstuntersuchung empfohlen, bei Nachuntersuchungen in Abhängigkeit von der Gefährdung und ggf. im Rahmen epidemiologischer Fragestellungen

  • parasitologische und bakteriologische Stuhluntersuchung bei Versicherten, die bei Flügen ins subtropische oder tropische Ausland eingesetzt werden (nur Nachuntersuchung), soweit keine Untersuchung nach G 35 erfolgt

Urinuntersuchung

  • kompletter Urinstatus (9er Teststreifen), Sediment nur bei pathologischem Befund oder klinischem Verdacht

Blutuntersuchung

  • Blutbild (bei Bedarf mit Differentialblutbild), BSG oder CRP

  • Glucose

  • Kreatinin

  • y-GT, GPT, GOT

  • Harnsäure

  • Cholesterin

Dem Versicherten soll ein HIV-Test angeboten werden.

Augen

Feststellung des Visus anhand von Sehprobentafeln oder Sehtestgeräten. Die Tests und Prüfgeräte sind nach den Empfehlungen der Kommission für Qualitätssicherung bei sinnesphysiologischen Untersuchungen und Geräten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) auszuwählen. Die Sehschärfe ist gem. DIN 58220 zu bestimmen.

Gehör

Ein Audiogramm (Luftleitung) für die Frequenzen 0,5 - 6 kHz ist bei der Erstuntersuchung und allen Nachuntersuchungen erforderlich. Otoskopische Untersuchung, Prüfung des Druckausgleichs am Trommelfell (z.B. nach Valsalva).

Nervensystem

Neben der orientierenden Untersuchung von Hirnnerven, Motorik und Sensibilität, gehört auch der Reflexstatus sowie der Stehversuch nach Romberg und der Tretversuch nach Unterberger zum Untersuchungsumfang. Die Anforderungen an die Psyche bedürfen einer gezielten Exploration zum Ausschluss von Störungen.

Zahnstatus

Der Zahnstatus ist bei jeder Untersuchung orientierend zu bestimmen. Dabei ist die Hinzuziehung eines Zahnarztes im allgemeinen nicht erforderlich. Ein eventuell vorhandener zahnärztlicher Befund ist zu verwenden.