DGUV Information 214-008 - Arbeitshilfe zur Durchführung von arbeitsmedizinische...

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Abschnitt 1, Vorwort
Abschnitt 1
Arbeitshilfe zur Durchführung von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen bei fliegendem Personal (Kabine) (bisher: BGI 768-1)
Titel: Arbeitshilfe zur Durchführung von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen bei fliegendem Personal (Kabine) (bisher: BGI 768-1)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 214-008
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 1 – Vorwort

Gemäß Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) in Verbindung mit der Unfallverhütungsvorschrift (UVV) "Betriebsärzte" (BGV A7, bisherige VBG 123) in der von der Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen erlassenen Fassung haben alle Unternehmer, also auch die Luftfahrtunternehmen, Betriebsärzte zur Wahrnehmung der in § 3 des Arbeitssicherheitsgesetzes bezeichneten Aufgaben zu beauftragen. Für diese Aufgaben stehen dem Betriebsarzt in Luftfahrtunternehmen für das Flugbetriebspersonal mindestens 0,5 Stunden pro Arbeitnehmer und Jahr zur Verfügung. Untersuchungen nach Luftverkehrsrecht sind darin nicht enthalten. Sowohl das Arbeitssicherheitsgesetz als auch die Durchführungsanweisung zur BGV A7 fordert die Durchführung arbeitsmedizinischer Untersuchungen. Die Qualifikation der untersuchenden Betriebsärzte ist in der BGV A7 festgelegt. Die gesetzlichen Grundlagen (ASiG) verlangen eine arbeitsmedizinische Fachkunde, die heute im Regelfall nur noch durch den Erwerb der Gebietsbezeichnung "Arbeitsmedizin" oder der Zusatzbezeichnung "Betriebsmedizin", nachgewiesen werden kann.

Die in vielen Luftfahrtunternehmen früher übliche Praxis, das gesamte fliegende Personal in regelmäßigen Abständen dem Leiter einer fliegerärztlichen Untersuchungsstelle vorzustellen, reicht für die vollständige betriebsärztliche Betreuung nicht aus.

Dabei muss die arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung in besonderem Maße die flugphysiologischen Besonderheiten berücksichtigen. Dies wird nur durch eine entsprechende fachliche Weiterbildung des untersuchenden Arztes und dessen genaue Kenntnis des Arbeitsplatzes sichergestellt.

Die Inhalte der im folgenden beschriebenen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung wurden in Zusammenarbeit von Arbeitsmedizinern und Betriebsärzten, Leitern fliegerärztlicher Untersuchungsstellen und flugmedizinisch erfahrenen Fachärzten erarbeitet. Sie sollen daher den aktuellen arbeits- und flugmedizinischen Erkenntnisstand widerspiegeln und bieten eine Grundlage für die Untersuchung gemäß Arbeitssicherheitsgesetz, Arbeitsschutzgesetz und BGV A7. Grundsätzlich soll die Untersuchung im Rahmen der Mindesteinsatzzeit gemäß BGV A7 erbracht werden und evtl. erforderliche Untersuchungen nach anderen berufsgenossenschaftlichen Vorschriften oder Regeln einschließen.

Es wird im folgenden keine Untersuchung zur Tauglichkeitsfeststellung beschrieben, wie sie beispielsweise im Luftverkehrsrecht für Piloten gefordert wird, sondern eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung. Ohne qualifizierte Untersuchung lässt sich weder die Beratung des Arbeitgebers noch die Beratung des Arbeitnehmers - wie im Arbeitssicherheitsgesetz § 3 gefordert - wahrnehmen. Das informationelle Selbstbestimmungsrecht des Versicherten darf durch diese Untersuchung nicht tangiert werden. Ausdrücklich wird daher auf den empfehlenden Charakter des Untersuchungsergebnisses hingewiesen. Auch wenn nicht bei allen arbeitsmedizinischen Kriterien extra vermerkt, zielen alle genannten gesundheitlichen Einschränkungen ausschließlich auf die Vermeidung oder Verschlimmerung von Gesundheitsschäden. In diesem Sinne sind auch die Hinweise im Text auf die Leistungs- oder Einsatzfähigkeit zu verstehen.