DGUV Information 214-008 - Arbeitshilfe zur Durchführung von arbeitsmedizinische...

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Abschnitt 6., Beschäftigungsbeschränkungen
Abschnitt 6.
Arbeitshilfe zur Durchführung von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen bei fliegendem Personal (Kabine) (bisher: BGI 768-1)
Titel: Arbeitshilfe zur Durchführung von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen bei fliegendem Personal (Kabine) (bisher: BGI 768-1)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 214-008
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6. – Beschäftigungsbeschränkungen

Beschäftigungsverbote ergeben sich z.B. aus dem Mutterschutzgesetz. Unabhängig davon sollten Schwangere vom Flugdienst ausgeschlossen werden. Soweit die gesetzlichen Grundlagen dazu uneindeutig oder interpretierbar sind, empfiehlt es sich, entsprechende Betriebsvereinbarungen abzuschließen. Der ärztliche Rat zum Schutz von Mutter und Kind ist vorrangig im ersten Trimenon gefragt, da das Mutterschutzgesetz die Beschäftigung von werdenden Müttern auf Beförderungsmitteln erst nach Ablauf des dritten Monats ausschließt. Nach Bekanntwerden der Schwangerschaft sollten daher im ersten Trimenon die Beschäftigungsverbote, die sich für Schwangere aus der Einwirkung von Strahlung oder Lärm, der Handhabung von Lasten oder der Unfallgefahr ergeben, hoch gewichtet werden. Nach Auffassung der Autoren ist eine Tätigkeit im Flugdienst, nach Bekanntwerden der Schwangerschaft, unter präventiven Gesichtspunkten ärztlich nicht vertretbar. Unter ungünstigen Voraussetzungen kann sich in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten eine Strahlendosis von ca. 2 mSv akkumulieren. Daraus ist zwar nach vorliegenden Erkenntnissen keine Gefahr für die Organogenese abzuleiten, allerdings ist die frühe Fetalperiode (8.-15. Woche p. c.) als Risikozeitraum für die Ausbildung zentralnervöser Entwicklungsanomalien anzusehen. Es ist nach wie vor ungeklärt, ob für diese Störung eine Schwellendosis anzunehmen ist oder nicht. Darüber hinaus begrenzt die Strahlenschutzverordnung die Exposition des ungeborenen Kindes nach Bekanntwerden der Schwangerschaft auf 1 mSv.

Beschäftigungseinschränkungen gelten gemäß Strahlenschutzverordnung auch für Jugendliche und sind entsprechend anzuwenden. Allerdings erschweren bereits die diversen Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgestzes bezüglich Arbeitszeit, Pausenregelung etc. den Einsatz Jugendlicher als Flugbegleiter derart, daß in der Praxis eine Untersuchung von Jugendlichen nach dieser Handlungshilfe nicht zu erwarten ist.