DGUV Information 213-013 - SF6-Anlagen und -Betriebsmittel (bisher: BGI 753)

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Abschnitt 3.5, Tätigkeiten an SF6-Gasräumen
Abschnitt 3.5
SF6-Anlagen und -Betriebsmittel (bisher: BGI 753)
Titel: SF6-Anlagen und -Betriebsmittel (bisher: BGI 753)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-013
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.5 – Tätigkeiten an SF6-Gasräumen

3.5.1
Erstmontage

Es ist dafür zu sorgen, dass bei der Erstmontage kein SF6 freigesetzt wird. Für den Füllvorgang sind geeignete SF6-Gas-Wartungsgeräte und -Füllvorrichtungen für den direkten Anschluss von SF6-Druckgasbehältern zu benutzen.

Bei der Erstmontage wird in der Regel SF6-Gas ohne Verunreinigungen gehandhabt.

Beim Einsatz von SF6-Gas-Wartungsgeräten ist die Betriebsanleitung des Geräteherstellers und des Herstellers der SF6-Anlagen zu berücksichtigen.

Nach dem Anschließen eines SF6-Gas-Wartungsgerätes an einen SF6-Gasraum und/oder an einen SF6-Druckgasbehälter sind die Verbindungen auf Dichtigkeit zu prüfen.

Die Dichtheit der Gasräume ist nach den Herstellervorgaben zu prüfen.

Sind in Ausnahmefällen Arbeiten an geöffneten, nicht vollständig entleerten SF6-Gasräumen notwendig, kann Erstickungsgefahr, z.B. beim Hineinbeugen oder Einsteigen bestehen.

Während der Tätigkeiten mit SF6 sind im Anlagenraum Arbeiten mit starker Wärmeentwicklung, z.B. Schweißarbeiten und das Rauchen verboten. Auf das Verbot ist erforderlichenfalls mit dem Verbotszeichen P 02 "Feuer, offenes Licht und Rauchen verboten" hinzuweisen.

Siehe Anlage 2 der Unfallverhütungsvorschrift "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz" (BGV A8).

3.5.2
Nachfüllen der SF6-Gasräume

Es ist dafür zu sorgen, dass kein SF6 freigesetzt wird. Für den Füllvorgang sind geeignete SF6-Gas-Wartungsgeräte und -Füllvorrichtungen für den direkten Anschluss von SF6-Druckgasbehältern zu benutzen.

Beim Einsatz von SF6-Gas-Wartungsgeräten ist die Betriebsanleitung des Geräteherstellers und des Herstellers der SF6-Anlagen zu berücksichtigen.

Nach dem Anschließen eines SF6-Gas-Wartungsgerätes an einen SF6-Gasraum und/oder an einen SF6-Druckgasbehälter sind die Verbindungen auf Dichtigkeit zu prüfen.

Während des Nachfüllens sind im Anlagenraum Arbeiten mit starker Wärmeentwicklung, z.B. Schweißarbeiten und das Rauchen verboten. Auf das Verbot ist erforderlichenfalls mit dem Verbotszeichen P 02 "Feuer, offenes Licht und Rauchen verboten" hinzuweisen.

Siehe Anlage 2 der Unfallverhütungsvorschrift "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz" (BGV A8).

3.5.3
Instandhaltungs- und Erweiterungsarbeiten mit Gasrückgewinnung sowie Außerbetriebnahme und Demontage

SF6-Gasräume dürfen erst geöffnet werden, wenn sie vollständig entleert und abschließend mit Luft geflutet worden sind sowie der Druckausgleich mit der Atmosphäre hergestellt worden ist. Dabei ist zu beachten, dass ein geschlossener SF6-Kreislauf entsteht und die Vorgaben zur Erstmontage sowie zum Nachfüllen erfüllt werden.

Für das Öffnen von SF6-Gasräumen und für Arbeiten an oder in geöffneten, nicht gereinigten SF6-Gasräumen, die noch mit SF6-Zersetzungsprodukten kontaminiert sind, hat der Unternehmer die erforderlichen persönlichen Schutzausrüstungen den Beschäftigten zur Verfügung zu stellen und in ordnungsgemäßem Zustand zu halten. Die Beschäftigten haben die zur Verfügung gestellten persönlichen Schutzausrüstungen zu benutzen (§ 30 der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention", § 9 Abs. 3 Gefahrstoffverordnung).

Folgende persönliche Schutzausrüstungen können erforderlich sein:

  • Schutzhandschuhe,

  • Schutzbrille,

  • Schutzanzug,

  • Überschuhe,

  • Atemschutzgerät,

  • Hautschutz.

Siehe Anhang 4 Hinweise zur Auswahl persönlicher Schutzausrüstungen.

Feste Zersetzungsprodukte in geöffneten SF6-Gasräumen sind sachgerecht zu entfernen. Zum Absaugen losen Staubes sind Industriestaubsauger zu verwenden, die der Staubklasse H (hoch) entsprechen. Die Arbeitsweise sollte so gestaltet werden, dass möglichst kein Staub entsteht oder aufgewirbelt wird.

Zu den Staubklassen von Industriestaubsaugern siehe Anhang AA, DIN EN 60335-2-69.

Zum Entfernen fest anhaftender Zersetzungsprodukte sind z.B. wasserfreie Reinigungsflüssigkeiten oder nicht fasernde Reinigungstücher geeignet.

Während des Öffnens von SF6-Gasräumen und während der Arbeiten an oder in geöffneten, ungereinigten SF6-Gasräumen sind das Rauchen, Trinken und Essen sowie das Aufbewahren von Nahrungsmitteln im Anlagenraum verboten (§ 9 Abs. 8 Gefahrstoffverordnung). Auf die Verbote ist erforderlichenfalls mit den Verbotszeichen P 01 "Rauchen verboten" oder P 02 "Feuer, offenes Licht und Rauchen verboten" und P 19 "Essen und Trinken verboten" hinzuweisen.

Siehe Anlage 2 der Unfallverhütungsvorschrift "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz" (BGV A8).

Vor den Arbeitspausen und nach der Arbeit sind Gesicht, Hals, Arme und Hände gründlich zu reinigen. Auf die Haut gelangter Staub ist sofort zu beseitigen. In die Augen gelangter Staub ist sofort durch gründliches Spülen mit viel Wasser zu entfernen.

Feste Zersetzungsprodukte, gebrauchte Reinigungsmittel und Einweganzüge sowie gebrauchte Filter aus SF6-Anlagen, Wartungsgeräten, Industriestaubsaugern oder Atemschutzgeräten sind sachgerecht zu entsorgen.

Infrage kommt z.B. das Sammeln in besonderen, speziell gekennzeichneten Behältern zur Abgabe an einen Entsorgungsfachbetrieb.

Abfallschlüssel:

56436 für feste Zersetzungsprodukte

070 101 für basische Reinigungsflüssigkeiten