DGUV Information 213-013 - SF6-Anlagen und -Betriebsmittel (bisher: BGI 753)

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 3.9, Betriebsanweisung und Unterweisung
Abschnitt 3.9
SF6-Anlagen und -Betriebsmittel (bisher: BGI 753)
Titel: SF6-Anlagen und -Betriebsmittel (bisher: BGI 753)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-013
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.9 – Betriebsanweisung und Unterweisung

3.9.1
Für die Tätigkeit mit SF6 ist eine Betriebsanweisung zu erstellen. In dieser Betriebsanweisung ist auf die am Arbeitsplatz auftretenden Gefahrstoffe und die damit verbundenen Gefahren für Mensch und Umwelt, die erforderlichen Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln, das Verhalten im Gefahrfall, die Erste Hilfe und die sachgerechte Entsorgung hinzuweisen. Die Betriebsanweisung ist an geeigneter Stelle bekannt zu machen.

Siehe auch TRGS 555 "Betriebsanweisung und Information der Beschäftigten". Es empfiehlt sich, die Betriebsanweisung im Anlagenraum auszuhängen.

Musterbetriebsanweisungen enthält Anhang 2.

3.9.2
Vor Beginn der Arbeiten an aktiven Teilen einer SF6-Anlage bzw. -Betriebsmittel muss der spannungsfreie Zustand entsprechend den "5 Sicherheitsregeln" hergestellt und für die Dauer der Arbeiten sichergestellt werden.

Siehe auch § 6 Abs. 2 der UVV "Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" (BGV A3).

Siehe auch DIN VDE 0105-100.

3.9.3
Beschäftigte, die Arbeiten an SF6-Gasräumen durchführen, sind vor Aufnahme ihrer Tätigkeit und danach mindestens einmal jährlich anhand der Betriebsanweisung und der Gefährdungsbeurteilung über mögliche Gefahren und erforderliche Schutzmaßnahmen arbeitsplatz- oder tätigkeitsbezogen mündlich zu unterweisen.

Die Unterweisung muss in für die Beschäftigten verständlicher Form und Sprache erfolgen. Inhalt und Zeitpunkt der Unterweisung sind schriftlich festzuhalten und vom Unterwiesenen durch Unterschrift zu bestätigen.

Zusätzlich sind Unterweisungen erforderlich, wenn sich die Bedingungen der Tätigkeit ändern (z.B. Änderung des Verfahrens) oder wenn andere Gefahrstoffe zur Anwendung gelangen sowie bei Vorschriftenänderung. Der Ausbildungsstand und die Erfahrung der Beschäftigten sind bei der Unterweisung zu berücksichtigen. Unerfahrene Beschäftigte müssen besonders umfassend unterrichtet und angeleitet werden.

Siehe auch § 14 Abs. 2 GefStoffV und Nummer 4 der TRGS 555 "Betriebsanweisung und Information der Beschäftigten".

Siehe auch § 4 der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV A1).

Zur Unterweisung kann z.B. die Unterweisung "SF6-Schaltanlagen" mit Multimedia DVD der Berufsgenossenschaft Elektro Textil Feinmechanik ergänzend herangezogen werden.

3.9.4
Es empfiehlt sich, auch andere Beschäftigte, die Zutritt zu Anlagenräumen haben, vor Aufnahme ihrer Tätigkeit und danach mindestens einmal jährlich entsprechend Abschnitt 3.9.3 insbesondere über das Verhalten im Gefahrfall mündlich zu unterweisen.

3.9.5
Es ist eine allgemeine arbeitsmedizinisch-toxikolische Beratung bei Tätigkeiten mit SF6 durchzuführen. Dabei sind die Beschäftigten über folgende Inhalte zu informieren:

  1. 1.

    Mögliche Aufnahmepfade von SF6 und dessen Zersetzungsprodukte (dermal, inhalativ, oral),

  2. 2.

    Begrenzung der Exposition durch Schutzmaßnahmen und persönliche Hygiene,

  3. 3.

    Wirkungen und Symptome (akut, chronisch),

  4. 4.

    Angebot von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen.

Siehe auch Nummer 5.3 der TRGS 555 "Betriebsanweisung und Information der Beschäftigten".