DGUV Information 209-049 - Umgang mit thoriumoxidhaltigen Wolframelektroden beim...

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Abschnitt 4.2, Verwendung thoriumoxidhaltiger Wolframelektro...
Abschnitt 4.2
Umgang mit thoriumoxidhaltigen Wolframelektroden beim Wolfram-Inertgasschweißen (WIG) (bisher: BGI 746)
Titel: Umgang mit thoriumoxidhaltigen Wolframelektroden beim Wolfram-Inertgasschweißen (WIG) (bisher: BGI 746)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-049
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.2 – Verwendung thoriumoxidhaltiger Wolframelektroden

  • Kann aus zwingenden technischen Gründen nicht auf den Einsatz von thoriumoxidhaltigen Wolframelektroden verzichtet werden, ist sowohl beim Anschleifen derselben als auch beim Schweißen eine wirksame Erfassung in Verbindung mit einer Absaugung an der Entstehungsstelle (siehe Bild 1-1) erforderlich.

    Die Absaugung muss zusätzlich den Anforderungen für die Abscheidung von krebserzeugenden Stoffen entsprechen.

Beim Schweißen sind dementsprechende Schweißrauchabsauggeräte zu verwenden, z.B. stationäre Geräte mit Filter der Klasse H 1 oder BGIA geprüfte mobile Geräte.

Beim Anschleifen muss die Absaugung den Anforderungen für Entstauber der Kategorie H 1 gemäß den Prüfkriterien für Staub beseitigende Maschinen genügen.

Die Wirksamkeit von Absaugungen ist beim Schweißen mit Wechselstrom durch Messung der einatembaren Fraktion nach DIN EN 481 an der Person im Atembereich nachzuweisen.

  • Die Körperhaltung des Schweißers sollte entsprechend Abschnitt 6.2.2 der BGR 220 sowohl beim Schweißen als auch beim Schleifen so sein, dass die freigesetzten Schadstoffe aus dem Atembereich weitgehend ferngehalten werden.

  • Regelmäßige Beseitigung und Entsorgung des abgelagerten Staubes thoriumoxidhaltiger Wolframelektroden auf sichere Art, z.B. ohne Hautkontakt, durch Vermeidung von Aufwirbelung und Inhalation.

  • Verbot von Essen, Trinken und Rauchen am Arbeitsplatz in Verbindung mit der konsequenten Durchführung arbeitshygienischer Maßnahmen, z.B. Händewaschen.

  • Gemäß § 95 Abs. 1 der Strahlenschutzverordnung ist eine Expositionsabschätzung durchzuführen.

  • Ergibt die Abschätzung nach § 95 Abs. 1 der Strahlenschutzverordnung eine effektive Jahresdosis oberhalb von 6 mSv, so ist die Exposition durch personenbezogene Messungen zu ermitteln.

Dann ist auch eine Anzeige an die zuständige Behörde (nach Landesrecht zuständige Stelle für den Arbeitsschutz, z.B. Gewerbeaufsichtsämter, Landesämter für Arbeitsschutz) erforderlich.

  • Bei der Lagerung thoriumoxidhaltiger Wolframelektroden können weitergehende Schutzmaßnahmen notwendig sein, die auch die externe Strahlenexposition berücksichtigen.