DGUV Information 209-049 - Umgang mit thoriumoxidhaltigen Wolframelektroden beim...

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Abschnitt 3, Expositionsabschätzung
Abschnitt 3
Umgang mit thoriumoxidhaltigen Wolframelektroden beim Wolfram-Inertgasschweißen (WIG) (bisher: BGI 746)
Titel: Umgang mit thoriumoxidhaltigen Wolframelektroden beim Wolfram-Inertgasschweißen (WIG) (bisher: BGI 746)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-049
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3 – Expositionsabschätzung

Eine wesentliche Einflussgröße für die Strahlenexposition ist der zeitliche Anteil der Arbeiten, d.h. wie oft werden die Elektroden angeschliffen bzw. wie viel Stunden pro Jahr wird mit den thorierten Elektroden geschweißt. Für eine Abschätzung sind in der Tabelle in Bild 3-1 die Maximalwerte des berufsgenossenschaftlichen Messprogramms aufgeführt. Es sind effektive Dosiswerte, die aus den Aktivitätsbestimmungen in der Atemluft der Schweißer unter Berücksichtigung aller relevanten Nuklide berechnet wurden. Es wurden dabei die Dosisfaktoren aus dem Bundesanzeiger G 1990 Nr. 160 a berücksichtigt.

Die Exposition beim Schweißen ist dabei ein Schichtmittelwert in dem Rüstzeiten enthalten sind, es handelt sich daher nicht um die reine Lichtbogenbrenndauer. Mit diesen Angaben kann unter Zugrundelegen der Jahresarbeitszeit des Schweißers und der Anzahl der jährlich durchgeführten Anschliffe die geforderte Abschätzung der jährlichen Exposition erfolgen. Maßgebend ist dabei, ob eine Jahresdosis von 6 mSv überschritten wird.

Bei Überschreitung dieser Dosis sind weitere Maßnahmen erforderlich (siehe Abschnitt 2.1). Die Angaben der Tabelle in Bild 3-1 beziehen sich auf Arbeitsplätze ohne lokale Erfassung/Absaugung.

Eine wirksame Erfassung in Verbindung mit einer lokalen Absaugung kann die Exposition im Mittel um den Faktor 22 verringern. Dies kann in die Abschätzung einfließen.

Bild 3-1:
Maximalwerte des berufsgenossenschaftlichen Messprogramms

Arbeitenmit WT20-Elektrodenmit WT40-Elektroden
Wechselstromschweißen4,2 µSv/h8,4 µSv/h
Gleichstromschweißen0,06 µSv/h0,12 µSv/h
Anschliff0,29 µSv/Anschliff0,58 µSv/Anschliff

Beispiel 1

Ein Schweißer arbeitet (inklusive der Rüstzeiten) 250 Stunden im Jahr mit dem Gleichstromverfahren und 1500 Stunden im Jahr mit dem Wechselstromverfahren mit WT40-Elektroden. Im Durchschnitt schleift er ca. 3000-mal pro Jahr diese Elektroden an.

Die mögliche Jahresexposition berechnet sich wie folgt:

250 h x 0,12 µSv/h + 1500 h x 8,4 µSv/h + 3000 x 0,58 µSv

= 14370 µSv oder rund 14,4 mSv pro Jahr

Beispiel 2

Ein Schweißer arbeitet ausschließlich mit dem Wechselstromverfahren 1760 Stunden im Jahr, davon die Hälfte seiner Arbeitszeit mit WT20- und die andere Hälfte mit WT40-Elektroden. Er schleift ca. 1000-mal pro Jahr die Elektroden an.

Die mögliche Jahresexposition berechnet sich wie folgt:

880 h x 4,2 µSv/h + 880 h x 8,4 µSv/h + 500 x 0,58 µSv + 500 x 0,29 µSv

= 11523 µSv oder rund 11,5 mSv pro Jahr

Beispiel 3

Ein Schweißer verwendet beim Gleichstromverfahren immer WT30-Elektroden. Seine Jahresarbeitszeit beim Schweißen (einschließlich Rüstzeiten) beträgt 1200 Stunden. Er schleift aber nicht nur für sich selbst, sondern auch für seine zahlreichen Kollegen die Elektroden an. Dabei kommt er auf 5000 Anschliffe pro Jahr. Die WT30-Elektrode liegt hinsichtlich des Thoriumgehaltes genau zwischen der WT20 und der WT40, insofern kann man den Mittelwert der für diese Elektroden ausgewiesenen Werte der Tabelle in Bild 3-1 nehmen.

Die mögliche Jahresexposition berechnet sich wie folgt:

1200 h x 6,3 µSv/h + 5000 x 0,44 µSv

= 9760 µSv oder rund 9,8 mSv pro Jahr

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Dieser Faktor beruht auf einer Auswertung von Messdaten aus der Schweißtechnik (Vorschlag des Fachausschusses siehe Anhang 2 Nr. 5).