DGUV Information 209-044 - Holzstaub Gesundheitsschutz (bisher: BGI 739-1)

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Abschnitt 2.1, Absaugung an stationären Maschinen
Abschnitt 2.1
Holzstaub Gesundheitsschutz (bisher: BGI 739-1)
Titel: Holzstaub Gesundheitsschutz (bisher: BGI 739-1)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-044
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2.1 – Absaugung an stationären Maschinen

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitgeber grundsätzlich prüfen, ob alle spanabhebend bearbeitenden Maschinen an eine Absaugung angeschlossen sind.

Absaugbedingungen für staubgeminderte Arbeitsbereiche an stationären Holzbearbeitungsmaschinen sind in Anhang 1 aufgeführt.

Generell haben sich für eine wirksame Absaugung an stationären Maschinen folgende Erfassungsbedingungen bewährt:

  • Kapselung mit Absaugung bei Automaten, z.B. Kehlautomaten, Kantenanleimmaschinen, CNC-Bearbeitungszentren. Dabei sollten Staub und Späne direkt an der Entstehungsstelle durch eine Absaugung erfasst werden.

  • Absaugung an der Entstehungsstelle mit geeigneten Erfassungselementen.

Grundsätzlich muss im Absaugstutzen (Schnittstelle7) eine Mindestluftgeschwindigkeit von 20 m/s eingehalten werden, außer wenn der Hersteller andere Vorgaben macht.

In bestimmten Fällen (z.B. bei hohen Zerspanungsvolumina, hohen Vorschubgeschwindigkeiten oder feuchten Spänen) können für eine wirksame Absaugung höhere Luftgeschwindigkeiten (bis 28 m/s) erforderlich sein. Absauggeschwindigkeiten über 28 m/s sind in der Regel technisch nicht sinnvoll.

Grundsätze für eine wirksame Absaugung an stationären Maschinen:

  • Absaugung direkt an der Entstehungsstelle, weil die Luftgeschwindigkeit schon in geringem Abstand von der Erfassungsstelle stark abfällt.

  • Absaugöffnung möglichst in Richtung des Spänefluges anordnen.

  • Erfassungselemente möglichst dicht an das Werkzeug anschließen und dieses soweit wie möglich umschließen.

  • Mindestabsaugdurchmesser an jedem abzusaugenden Erfassungselement sollte 80 mm nicht unterschreiten.

  • Erfassungsbedingungen an praktischen Beispielen siehe Anhang 1.

  • Bei großen Spänemengen Absauganschlussdurchmesser so dimensionieren, dass die Materialbeladung der Absaugluft 300 g/m3 nicht überschreitet. Hierbei sollten Luftgeschwindigkeiten von mehr als 28 m/s nicht zugrunde gelegt werden.

Hinweis:

Der Absaugluftvolumenstrom sollte so gewählt werden, dass die untere Explosionsgrenze für Holzstaub deutlich unterschritten wird.

An folgenden Maschinen darf trotz Absaugung nur höchstens 1 Stunde je Arbeitsschicht gearbeitet werden, damit eine Konzentration von Holzstaub in der Luft von 2 mg/m3 oder weniger als Schichtmittelwert eingehalten wird (bei längeren Arbeitszeiten ist Atemschutz zu tragen):

  • Doppelabkürzkreissägemaschinen, sofern sie keine Ausrückeinrichtung haben

  • Tischbandsägemaschinen

  • Tischoberfräsmaschinen in Industriebetrieben (soweit keine spiralförmigen Nutfräser eingesetzt werden können)

  • Kopierfräsmaschinen, soweit sie nicht gekapselt werden können

  • Drechselbänke

  • Schleif- und Schwabbelböcke

  • Rundstabschleifmaschinen

Ausnahmen vom Anschluss an eine Absaugung

An folgenden Maschinen, Anlagen und Arbeitsplätzen ist auch ohne Absaugung eine Konzentration für Holzstaub in der Luft von 2 mg/m3 oder weniger als Schichtmittelwert eingehalten:

  1. 1.

    Maschinen und Anlagen mit geringer Emission von einatembarem Holzstaub, wie z.B.

    • Ständerbohrmaschinen bei Verwendung üblicher Spiralbohrer,

    • Astlochfräsen,

    • Kettenstemmmaschinen,

    • Gattersägemaschinen, wenn die Späne über Vibrorinnen abgeführt werden,

    • Streumaschinen (gekapselt) für die Spanplattenherstellung,

    • Abbundanlagen (gekapselt).

  2. 2.

    Maschinen und Anlagen die im Freien, in teilweise offenen Hallen, unter Wetterschutzdächern oder auf Montagebaustellen eingesetzt werden, wie z.B.

    • transportable Kreissägemaschinen,

    • Montagekreissägemaschinen,

    • Zimmereihandmaschinen für Abbund,

    • Motorkettensägen,

    • Abbundanlagen.

  3. 3.

    Maschinen mit einer geringen Zerspanungsleistung, wie z.B.

    • Furnierkreissägen,

    • Langloch-, Dübel- und Reihenbohrmaschinen.

    Dies ist zum Beispiel im Handwerk der Fall.

  4. 4.

    Maschinen mit geringen Maschinenlaufzeiten wie z.B.

    • Ausleger- und Gehrungskappkreissägemaschinen,

    • Montagekreissägemaschinen,

    sofern sie in handwerklichen oder vergleichbaren Betrieben bei Maschinenlaufzeiten bis zu 1 Stunde pro Schicht eingesetzt werden und die Absaugkapazität der bestehenden Absauganlage nicht ausreichend ist.

    Erläuterung:

    Untersuchungen der Holz-BG haben ergeben, dass die hier aufgeführten Maschinen aufgrund der geringen Maschinenlaufzeiten kaum zur Staubbelastung der Beschäftigten beitragen. Wenn die vorhandene Absaugung keine ausreichenden Reserven aufweist, wird der Anschluss zusätzlicher Maschinen zu einer Absenkung des Luftgeschwindigkeitsniveaus und Absaugwirkung an den anderen abgesaugten Maschinen führen.

  5. 5.

    Montagearbeiten ohne Zerspanung

  6. 6.

    Holzbearbeitung an Maschinen im Werkunterricht, sofern die Lehrinhalte des Werkunterrichts an allgemein bildenden Schulen davon betroffen sind.

7

Übergang von der Maschine/Anlage zum Rohrsystem