DGUV Information 201-016 - Schreiner-Tischlerarbeiten auf Baustellen und Montag...

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Abschnitt 3.4, Aufgaben des Unternehmers (= der für das Gewe...
Abschnitt 3.4
Schreiner-/Tischlerarbeiten auf Baustellen und Montagestellen (bisher: BGI 735)
Titel: Schreiner-/Tischlerarbeiten auf Baustellen und Montagestellen (bisher: BGI 735)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 201-016
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.4 – Aufgaben des Unternehmers
(= der für das Gewerk beauftragte Auftragnehmer)

  1. 1.

    Vor Auftragsannahme:

    Die sicherheitstechnische Verantwortung des Unternehmers beginnt mit der Prüfung des Ausschreibungstextes und des Auftragsumfangs. Es ist zu klären, wer für die Bereitstellung von z.B.

    • Arbeits- und Schutzgerüsten,

    • Absturzsicherungen im/am Gebäude,

    • sicheren Zugängen,

    • ordnungsgemäßer Spannungsversorgung über Baustromverteiler mit FI-Schutzschalter

    zuständig ist. Mit dem Abschluss eines Werkvertrages liegt die Verantwortung für den Teilbereich der Baumaßnahme beim Auftragnehmer/Unternehmer.

  2. 2.

    Bei Auftragsdurchführung:

    Im Rahmen der von ihm übernommenen Arbeiten hat der Unternehmer u.a. folgende Aufgaben:

    • Die Baustelle ordnungsgemäß einzurichten und sicher zu betreiben.

      Er ist also für die Sicherheit der Absturzeinrichtungen (z.B. Gerüste), Maschinen, Geräte und anderer Baustelleneinrichtungen, die er seinen Beschäftigten zur Verfügung stellt, primär verantwortlich. Dies gilt auch für die notwendigen Unterweisungen.

    • Werden ihm Einrichtungen zur Verfügung gestellt (z.B. ein Gerüst), darf er diese nur verwenden, wenn sie in einwandfreiem Zustand sind. Beispielsweise muss er ein ihm zur Verfügung gestelltes Gerüst augenscheinlich prüfen oder prüfen lassen, bevor er seine Beschäftigten tätig werden lässt.

    • Einsetzen von fachlich geeigneten Vorgesetzten, die die Bauarbeiten leiten (z.B. Firmen-/Fachbauleiter; in Handwerksbetrieben kann dies der Unternehmer selbst sein).

    • Einsetzen von weisungsbefugten Personen vor Ort, die die Bauarbeiten beaufsichtigen und die arbeitssichere Durchführung der Bauarbeiten überwachen (z.B. Vorarbeiter, Montageverantwortlicher).

    • Abstimmung mit anderen Unternehmern, die zeitlich und örtlich mit seinem Auftrag zusammenfallen.

      Beispiel: Elektroarbeiten bei gleichzeitiger Montage von Möbeln.

    • Hinweise des Baustellenkoordinators (SiGeKo) und den Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan berücksichtigen.

    • Vergibt der Unternehmer Arbeiten an andere Unternehmer, hat er vor Beginn der Arbeiten eine weisungsberechtigte Person (Koordinator) zu bestimmen, die die Arbeiten und Arbeitsschutzmaßnahmen der Einzelfirmen aufeinander abstimmt, wenn eine gegenseitige Gefährdung möglich ist. Dieser Koordinator muss Weisungsrechte gegenüber allen Mitarbeitern der verschiedenen beauftragten Unternehmen besitzen (Muster siehe Anlage 1).