DGUV Information 201-016 - Schreiner-Tischlerarbeiten auf Baustellen und Montag...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 12, Elektroarbeiten mit festgelegten Tätigkeiten
Abschnitt 12
Schreiner-/Tischlerarbeiten auf Baustellen und Montagestellen (bisher: BGI 735)
Titel: Schreiner-/Tischlerarbeiten auf Baustellen und Montagestellen (bisher: BGI 735)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 201-016
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 12 – Elektroarbeiten mit festgelegten Tätigkeiten

Unfallbeispiel: Stromschlag bei Elektroarbeiten

Ein 33 Jahre alter Schreiner, der als Außendienstmonteur einer Ladenbaufirma tätig war, sollte in die Kühltheke eines Einzelhandelsgeschäfts einen Regler für die Ventilatoren einbauen. Dabei berührte er spannungsführende Teile (220 V). Er wurde von einem Stromschlag getroffen und war sofort tot.

Elektroarbeiten dürfen grundsätzlich nur von einer Elektrofachkraft (z.B. Elektromeister, Elektrogeselle) oder unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft durchgeführt werden. Häufig sind aber bei Schreiner/Tischler-Montagearbeiten zusätzliche Elektroarbeiten notwendig, wenn etwa bei der Montage von Küchen oder Kühltheken noch Elektrogeräte angeschlossen werden müssen. Die Handwerksordnung erlaubt die Ausführung sogenannter Fremdgewerke, wenn die Fremdarbeiten mit dem eigenen Gewerk zusammenhängen oder diese wirtschaftlich ergänzen und vom Umfang her unter der "Erheblichkeitsgrenze" liegen.

Sollen auch Nicht-Elektriker (z.B. Schreiner/Tischler) solche Arbeiten durchführen, müssen sie dazu vorher eine Qualifikation als "Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten" erlangen. Darunter versteht man eine Person, die durch eine entsprechende theoretische und praktische Ausbildung (möglicherweise ergänzt durch eine betriebliche Fachausbildung) die Qualifikation erworben hat, gleichartige, sich wiederholende elektrotechnische Arbeiten an Betriebsmitteln auszuführen, die der Unternehmer in einer Arbeitsanweisung beschrieben und festgelegt hat. Der Unternehmer darf eine "Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten" nur mit solchen Elektroarbeiten in eigener Fachverantwortung beauftragen - und zwar schriftlich (!) - für die eine entsprechende Ausbildung mit abgeschlossener Prüfung und Zertifikat nachgewiesen ist.

Die praktische Ausbildung muss an den in Frage kommenden Betriebsmitteln durchgeführt werden. Die Dauer einer Ausbildung zur "Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten" hängt vom Umfang und Schwierigkeitsgrad der übertragenen Arbeiten ab. Sie ist so zu bemessen, dass die festgelegten Tätigkeiten in eigener Fachverantwortung sicher durchgeführt werden können. Im Handwerk ist dazu eine Grundausbildung von mindestens 2 Wochen erforderlich, bei komplexen Tätigkeiten in der Industrie aber auch eine Ausbildung von mehreren Monaten.

Die Ausbildung entbindet den Unternehmer nicht von seiner Führungsverantwortung. In jedem Fall muss er prüfen, ob die in der vorgenannten Ausbildung erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten für die festgelegten Tätigkeiten ausreichend sind.

Diese festgelegten Tätigkeiten dürfen nur in Anlagen mit Nennspannungen bis 1.000 V AC bzw. 1.500 V DC und grundsätzlich nur im freigeschalteten Zustand durchgeführt werden. An unter Spannung stehenden Teilen sind nur Fehlersuche und Feststellen der Spannungsfreiheit erlaubt.