DGUV Information 201-016 - Schreiner-Tischlerarbeiten auf Baustellen und Montag...

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Abschnitt 5.9, Sicherung von Treppenöffnungen, Aufzugschächt...
Abschnitt 5.9
Schreiner-/Tischlerarbeiten auf Baustellen und Montagestellen (bisher: BGI 735)
Titel: Schreiner-/Tischlerarbeiten auf Baustellen und Montagestellen (bisher: BGI 735)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 201-016
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.9 – Sicherung von Treppenöffnungen, Aufzugschächten, Bodenöffnungen

Unfallbeispiel: Durch Treppenöffnung abgestürzt

Ein 47 Jahre alter Geselle war mit weiteren drei Kollegen beauftragt, in einem Privathaus neue Fenster zu montieren. Kurz vor Arbeitsende gingen der Geselle und ein Praktikant in das 1. Obergeschoss, um vorbereitende Arbeiten für den nächsten Tag zu beginnen. Als sie eine am Boden liegende Schutzdecke aufnahmen, um sie besser ausschütteln zu können, ging der Geselle rückwärts. Dabei stürzte er durch einen ungesicherten Treppenschacht etwa 5 Meter tief in den Keller. Die Treppe war von einer anderen Firma einige Zeit vorher ausgebaut worden. Der Bauherr hatte keine Sicherungsmaßnahmen getroffen. Er hatte den Beschäftigten unseres Mitgliedsbetriebes "freigestellt", ob sie unter diesen Umständen arbeiten wollten. Dem Unternehmer und seinen Beschäftigten war bekannt, dass Sicherungsmaßnahmen nicht getroffen waren.

Treppenöffnungen

Zur Absicherung von Treppenöffnungen, sollten Bautreppen eingesetzt werden. Diese stellen einerseits einen sicheren Verkehrsweg zwischen den Geschossen dar und haben andererseits die Absturzsicherung fest integriert.

Ausbohlungen von Treppenöffnungen sind nur geeignet, wenn durch sie ein Zugang zu anderen Geschossen nicht versperrt wird oder wenn zwischen den Geschossen ein anderer sicherer Aufstieg eingerichtet ist.

Aufzugschächte

Aufzugschächte werden in der Regel mit einem unverschiebbaren, 3-teiligen Seitenschutz

  • Geländerholm, Höhe ≥ 1 m

  • Zwischenholm, Höhe ≥ 0,5 m

  • Bordbrett, Höhe ≥ 0,15 m

gesichert. Ein Verkeilen des Seitenschutzes ist nicht zulässig, weil sich die Keile durch Trocknen lockern können.

Aufzugschächte können auch ausgebohlt werden. Die Ausbohlung muss gegen Verschieben gesichert sein.

Der Abstand zwischen den Schachtwänden und der Ausbohlung darf höchstens 30 cm sein.

Bodenöffnungen

Bodenöffnungen mit einem Flächenmaß ≤ 9 m2 oder geradlinig begrenzte Öffnungen, bei denen eine Kante ≥ 3 m lang ist, müssen unabhängig von der Tiefe/Absturzhöhe gegen Hineintreten gesichert sein, z.B. durch:

  • Abdeckungen/Ausbohlungen, die gegen Verschieben gesichert sind, z.B. durch untergeschraubte Leisten oder durch Befestigung mit Stahlnägel am Boden

  • Verfüllung oder Ausfütterung mit tragfähigem Material

  • Umwehrung mit 3-teiligem Seitenschutz

Größte zulässige Stützweiten in m für Lauf- und Arbeitsstege aus Holz

Brett- oder BohlenbreiteBrett- oder Bohlendicke
 3,0 cm3,5 cm4,0 cm4,5 cm5,0 cm
bis 20 cm*1,251,501,752,252,50
24 bis 28 cm1,251,752,252,502,75

Bei einer Bohlenbreite zwischen 20 und 24 cm empfehlen wir die Stützweiten der Kategorie bis 20 cm