DGUV Information 201-016 - Schreiner-Tischlerarbeiten auf Baustellen und Montag...

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Abschnitt 3.7, Zuständigkeit, Aufsicht, Verantwortung, Organ...
Abschnitt 3.7
Schreiner-/Tischlerarbeiten auf Baustellen und Montagestellen (bisher: BGI 735)
Titel: Schreiner-/Tischlerarbeiten auf Baustellen und Montagestellen (bisher: BGI 735)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 201-016
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.7 – Zuständigkeit, Aufsicht, Verantwortung, Organisation auf "Kleinbaustellen"

Verfahren bei üblichen Montagearbeiten (z.B. Einsetzen von Fenstern, Innenausbauarbeiten) - sogenannten "Kleinbaustellen" - mit und ohne Beteiligung weiterer Unternehmen

Unternehmer erbringt gegenüber eigenen BeschäftigtenUnternehmer erbringt gegenüber weiteren Unternehmen

  • Kleinbaustelle ordnungsgemäß einzurichten und sicher zu betreiben

  • Für die Sicherheit der Gerüste, Maschinen, Geräte und anderer Baustelleneinrichtungen, die er seinen Beschäftigten zur Verfügung stellt, sorgen

  • Notwendige Unterweisungen durchführen

  • Werden Einrichtungen zur Verfügung gestellt (z.B. Gerüst, fahrbare Arbeitsbühne, Leiter), darf er diese nur verwenden lassen, wenn sie in einwandfreiem Zustand sind. Beispielsweise muss er ein zur Verfügung gestelltes Gerüst augenscheinlich prüfen oder prüfen lassen, bevor er seine Beschäftigten tätig werden lässt.

  • Einsetzen von weisungsbefugten Personen vor Ort, die die Arbeiten beaufsichtigen und die arbeitssichere Durchführung der Arbeiten überwachen (z.B. Aufsichtsführender, Montageverantwortlicher, Vorarbeiter)



  • Abstimmung mit anderen Unternehmen, die gleichzeitig auf der Baustelle tätig sind.

    Vor Beginn der Arbeiten Benennung einer weisungsberechtigten Person, die die Arbeiten und Arbeitsschutzmaßnahmen der Einzelfirmen aufeinander abstimmt, wenn eine gegenseitige Gefährdung möglich ist. Sie muss Weisungsrechte gegenüber allen Mitarbeitern der verschiedenen beauftragten Unternehmen besitzen.

  • Vergibt der Unternehmer Arbeiten an andere Unternehmer, hat er den anderen Unternehmen schriftlich aufzugeben, die für die Durchführung des Auftrages geltenden Arbeitsschutzbestimmungen einzuhalten.

    Beispiel: Schreiner/Tischler tritt als Generalunternehmer (GU) für Innenausbauarbeiten auf.

    Die Benennung dieses Koordinators sollte schriftlich erfolgen und von allen beteiligten Unternehmen schriftlich gegengezeichnet werden - Muster siehe Anhang 1.


Vorgehen des Unternehmers (= der für das Gewerk beauftragte Auftragnehmer) beim Feststellen von sicherheitstechnischen Mängeln

Muster meiner Forderung nach bauseitiger Handlung, Bedenkenanzeige, Behinderungsanzeige an Auftraggeber siehe Anhang 3 - 5

Sicherheitstechnischer MangelUnfallgefahrMaßnahme

  • Seitenschutz am Gerüst fehlt

  • Anschlagpunkte für PSA gegen Absturz fehlen

  • Abstand zwischen Gerüstbelag und Wand > 0,3 m

  • Schutznetze fehlen oder sind unzureichend befestigt


Absturz von hochgelegenen Arbeitsplätzen, z.B. kein Gerüst vorhanden oder Gerüst unsicher, keine persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz vorhanden
  • In Bereichen mit Absturzgefahr keine Arbeiten durchführen

  • Absturzsicherungen beschaffen oder Mangel melden und warten, bis der Leistungserbringer den Mangel behoben hat

  • Ggf. Forderung nach bauseitiger Handlung, Bedenkenanzeige, Behinderungsanzeige an Auftraggeber



  • Lastverteilende Beläge auf nichttragfähigen Wellplatten oder Glasdächern fehlen


Absturz von hochgelegenen Arbeitsplätzen infolge Brechen von "nichtbegehbaren" Bauteilen
  • In Bereichen mit Absturzgefahr keine Arbeiten durchführen

  • Lastverteilende Beläge oder Lauf- und Arbeitsstege beschaffen oder Mangel melden und warten, bis der Leistungserbringer den Mangel behoben hat

  • Ggf. Forderung nach bauseitiger Handlung, Bedenkenanzeige, Behinderungsanzeige an Auftraggeber



  • Treppenloch oder Bodenöffnung ungesichert


Absturz durch ungesicherte Treppenöffnungen, weil eine Bautreppe nicht vorhanden ist
  • In Bereichen mit Absturzgefahr keine Arbeiten durchführen

  • Bautreppe beschaffen

    bzw. sichere Verkehrs- und Transportwege schaffen (Hinweis: Leitern sind zum Materialtransport, z.B. von Fenstern, nicht zulässig(!)),

    ggf. verbleibende Absturzstelle im Treppenschacht sichern oder Mangel melden und warten, bis der Leistungserbringer den Mangel behoben hat

  • Ggf. Forderung nach bauseitiger Handlung, Bedenkenanzeige, Behinderungsanzeige an Auftraggeber



  • Leiter defekt oder falscher Leiterntyp (Stehleiter, Anlegeleiter, zu geringe Leiternlänge)


Absturz von Leitern, weil Leiter defekt oder falsch eingesetzt ist
  • Defekte Leitern der Benutzung entziehen

  • Bei falscher Benutzung von Leitern sofort eingreifen und Beschäftigte unterweisen



  • Transportgestelle stehen schief, z.B. durch unebene Lagerfläche (betrifft auch Ladefläche von LKW)


Umfallen von Fenster- und anderen Bauelementen von Ladeflächen
  • Beschäftigte vor dem Transport unterweisen, Transportgestelle waagerecht abzustellen (wenn nötig unterkeilen) und sich beim Lösen der Zurrmittel/Spanngurte seitlich zu stellen, sodass umfallende Bauelemente sie nicht verletzen können (betrifft auch Ladefläche von LKW)



  • Baustromverteiler fehlt

  • FI-Schutzschalter fehlt

  • Kabeleinführungen an Handmaschinen sind defekt


Stromschlag durch defekte elektrische Betriebsmittel (z.B. Baustromverteiler, Handmaschinen, Kabeltrommeln, ungesicherte Kabelenden)
  • Ggf. Forderung nach bauseitiger Handlung, Bedenkenanzeige, Behinderungsanzeige an Auftraggeber

  • Defekte Betriebsmittel sofort der Benutzung entziehen und durch sicherheitsgerechte Betriebsmittel ersetzen (FI-Schutzschalter dazwischenschalten)

  • Ungesicherte Kabelenden durch Elektrofachkraft auf Spannungsfreiheit prüfen und sichern lassen


Bei Arbeiten mit asbesthaltigen Materialien, z.B. bei Asbest-Abbruch und Sanierungsarbeiten von Dächern, Heizkörperverkleidungen, sind weitere Vorschriften zu beachten und ggf. Nachweise zu erbringen (TRGS 519). Dies gilt auch für Arbeiten mit bleihaltigen Materialien, z.B. Sanierungsarbeiten von Fenstern mit bleihaltigen Anstrichen (TRGS 505).

Informationen hierzu siehe BG-Information "Gefahrstoffe im Schreiner-/Tischlerhandwerk und der Möbelherstellung" (BGI 733).