DGUV Information 209-042 - Gefahrstoffe in Schreinereien/Tischlereien und in der...

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Abschnitt 12.6, 12.6 Dichtungsmassen
Abschnitt 12.6
Gefahrstoffe in Schreinereien/Tischlereien und in der Möbelfertigung Handhabung und sicheres Arbeiten (DGUV Information 209-042)
Titel: Gefahrstoffe in Schreinereien/Tischlereien und in der Möbelfertigung Handhabung und sicheres Arbeiten (DGUV Information 209-042)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-042
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 12.6 – 12.6 Dichtungsmassen

Als Dichtungsmassen oder Dichtstoffe werden meist Silikon-Dichtstoffe oder sogenannte SMP-Systeme (hybridpolymerbasierte Dichtstoffe) und wasserbasierte Acryl-Dichtstoffe (Acrylatdispersionen) eingesetzt.

Gesundheitsgefahren entstehen durch flüchtige Stoffe, die bei der Aushärtung (Vernetzen) von Silikon- und SMP-Dichtstoffen freigesetzt werden ( je nach System zum Beispiel Essigsäure, Alkohole, Oxime). Beim Freiwerden von Essigsäure (Acetat-Systeme) sind bei direktem Hautkontakt Reizungen und Verätzungen möglich.

Bei Oxim-Systemen können Stoffe freigesetzt werden, die vermutlich Krebs erzeugen können (2-Butanonoxim). Beim Verfugen in Innenräumen wird der Arbeitsplatzgrenzwert von 2-Butanonoxim überschritten. Auch nach der Verarbeitung treten noch große Mengen an 2-Butanonoxim aus, die über längere Zeiträume (mehrere Tage) den Arbeitsplatzgrenzwert überschreiten können.

Auch bei anderen Oximen (Acetonoxim, 2-Pentanonoxim, Methylisobutylketoxim) wird die krebserzeugende Wirkung vermutet. Es wird daher empfohlen, auf den Einsatz dieser Oxim-Systeme zu verzichten.

Bevorzugt sollten Produkte verwendet werden, bei denen die Gesundheitsgefährdungen deutlich geringer sind. Dazu gehören zum Beispiel andere neutrale, alkoholvernetzende Silikondichtstoffe (sog. Alkoxy-Systeme) oder alkoholabspaltende, silanmodifizierte Polymere (typische Bezeichnungen: SMP, Hybrid-Polymere, MS-Polymere).

Bei geringer Fugenbeanspruchung können Acrylat-Dichtstoffe, bei Dehnungsfugen in vielen Fällen auch acetatvernetzende Silikonkautschuk-Dichtstoffe eingesetzt werden (außer bei säureempfindlichen Untergründen).

Schutzmaßnahmen

Bei Dichtstoffen, die Oxime oder Essigsäure abspalten, müssen Einweg-Schutzhandschuhe benutzt werden (zum Beispiel aus Nitril). Bei Spritzgefahr ist eine Schutzbrille zu benutzen. Bei der Verarbeitung von Dichtstoffen, die 2-Butanonoxim enthalten, muss außerdem ein Atemschutz mit A1-Filter benutzt werden.