DGUV Information 209-042 - Gefahrstoffe in Schreinereien/Tischlereien und in der...

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Abschnitt 12.4, 12.4 Bleichmittel
Abschnitt 12.4
Gefahrstoffe in Schreinereien/Tischlereien und in der Möbelfertigung Handhabung und sicheres Arbeiten (DGUV Information 209-042)
Titel: Gefahrstoffe in Schreinereien/Tischlereien und in der Möbelfertigung Handhabung und sicheres Arbeiten (DGUV Information 209-042)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-042
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 12.4 – 12.4 Bleichmittel

Übliche Bleichmittel sind Wasserstoffperoxid-Lösungen (teilweise aktiviert durch Zusatz von Ammoniaklösung) oder verdünnte Säuren (zum Beispiel, Salzsäure, Oxalsäure, Essigsäure oder Zitronensäure). Oxalsäure sollte wegen ihrer giftigen Wirkung grundsätzlich nicht verwendet werden. Ein Ersatz durch Zitronensäure sollte geprüft werden.

Gefährdungen durch Bleichmittel resultieren hauptsächlich aus ihrer starken Ätzwirkung. Bei direktem Haut- oder Augenkontakt (zum Beispiel durch Spritzer) kann es durch Verätzungen zu schweren Schädigungen kommen. Durch gegebenenfalls entstehende Dämpfe können Augen und Atemwege gereizt werden.

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Wasserstoffperoxid kann sich bei Einwirkung von Wärme, Licht oder Verunreinigungen zersetzen. In geschlossenen Gefäßen kann es dadurch zu einem Druckaufbau und zum Bersten des Gebindes kommen. Wasserstoffperoxid-Lösungen sollten daher kühl, dunkel und ausschließlich in Behältern mit Überdrucksicherung gelagert und vor Verunreinigungen geschützt werden. Kontakt von Wasserstoffperoxid mit brennbaren Materialien (wie Papier, Holz, Textilien, Schwämmen) kann nach Trocknung zur (zeitverzögerten!) Selbstentzündung führen.

Schutzmaßnahmen

Es ist für ausreichende freie Lüftung oder Absaugung zu sorgen. Bei der Verarbeitung muss eine dichtschließende Korbbrille benutzt werden. Sofern nicht ausgeschlossen werden kann, dass Spritzer ins Gesicht gelangen, sollte zusätzlich ein Gesichtsschutz getragen werden. Bei der Verarbeitung müssen Chemikalienschutzhandschuhe (z. B. aus Butylkautschuk) benutzt werden. Außerdem sind, je nach Gefährdung, eine chemikalienresistente, ausreichend lange Schürze und Schutzstiefel oder ein geeigneter Chemikalienschutzanzug (Typ 4) erforderlich.

Atemschutz kann zum Beispiel beim Einsatz von ammoniakhaltigen Wasserstoffperoxid-Lösungen notwendig sein (dann Atemschutz mit Gasfilter K, Kennfarbe: grün benutzen).

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Abb. 12.3
Mitarbeiter trägt Bleichmittel mit einem Schwamm auf das Werkstück auf

Mit Wasserstoffperoxid getränkte Schwämme oder Lappen müssen unbedingt vor dem Trocknen mit reichlich Wasser ausgewaschen und sicher gelagert werden (Metallbehälter). Benetzte Hölzer sind gut mit Wasser abzuwaschen.