DGUV Information 209-042 - Gefahrstoffe im Schreiner-Tischlerhandwerk und der M...

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Abschnitt 6.14, Gefahrstoffe bei Sanierungsarbeiten
Abschnitt 6.14
Gefahrstoffe im Schreiner-/Tischlerhandwerk und der Möbelfertigung Handhabung und sicheres Arbeiten (bisher: BGI 733)
Titel: Gefahrstoffe im Schreiner-/Tischlerhandwerk und der Möbelfertigung Handhabung und sicheres Arbeiten (bisher: BGI 733)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-042
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.14 – Gefahrstoffe bei Sanierungsarbeiten

Asbest

Typische Anwendungsbereiche für Asbest im Baubereich waren z.B. Brandschutzplatten, Dacheindeckungen, Isolationsmaterialien (Schnüre, Textilien), Spritzasbest, Bestandteile von Bodenbelägen (Cushion-Vinyl), Dichtungen, Rohre. Heute darf Asbest nicht mehr verwendet werden, ein Umgang ist nur im Zuge von Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten zulässig. Diese Arbeiten dürfen nur durch sachkundige Personen durchgeführt werden. Hierbei sind umfangreiche organisatorische und technische Maßnahmen erforderlich (siehe TRGS 519 Asbest - Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten).

Steinkohlenteerhaltige Parkettkleber

Bis Ende der 60er Jahre wurden als Parkettkleber auch Kleber auf Basis von Steinkohlenteer, gelöst in organischen Lösemitteln, eingesetzt. Diese Kleber können polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe enthalten, die als krebserzeugend beim Menschen eingestuft sind. Arbeiten, bei denen diese Kleber bzw. Bestandteile daraus freigesetzt werden können, sind mit umfangreichen Schutzmaßnahmen verbunden und dürfen nur durch fachkundige Personen durchgeführt werden. siehe Broschüre Sanierung PAK-haltiger Klebestoffe, www.gisbau.de

Blei in Altanstrichen

Alte Beschichtungen z.B. von Holzfenstern können im Zeitraum bis ca. 1960 (neue Bundesländer bis ca. 1990) Bleiweiss teilweise in sehr hohen Konzentrationen enthalten. Beim Entfernen oder Bearbeiten dieser Beschichtungen kann bleihaltiger Staub freigesetzt werden. Bei derartigen Arbeiten sind umfangreiche organisatorische und technische Maßnahmen erforderlich, um eine Gefährdung von Personen und Freisetzung von bleihaltigem Staub in die Umwelt zu vermeiden. Informationen hierzu TRGS 505 "Blei", Expositionsbeschreibung siehe www.gisbau.de

Alte Mineralwolldämmstoffe

Mineralwoll-Dämmstoffe enthalten mindestens 90% künstliche Mineralfasern, Kunstharz und weitere Zusätze wie z.B. wasserabweisende Stoffe. Bei der Entfernung oder Bearbeitung dieser Materialien können Fasern freigesetzt werden. Bei vor 1996 eingebauten Materialien ist grundsätzlich davon auszugehen, dass diese Fasern krebsverdächtig sind, in Einzelfällen kann dies noch bis Ende der 90er Jahre der Fall sein. Dieser Verdacht kann nur durch einen Einzelnachweis widerlegt werden. Bei der Durchführung von Sanierungsarbeiten notwendige Maßnahmen sind in der TRGS 521 "Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten mit alter Mineralwolle" beschrieben, siehe auch Handlungsanleitung "Umgang mit Mineralwolle-Dämmstoffen" www.gisbau.de.

Alte Holzschutzmittel (Pentachlorphenol)

Pentachlorphenol (PCP) wurde bis in die 80er Jahre als Bestandteil von Holzschutzmitteln auch in Innenräumen eingesetzt. Bei Sanierungs- oder Renovierungsarbeiten können diese Holzschutzmittel z.B. gebunden an Stäube freigesetzt werden und Mensch und Umwelt gefährden. Sanierungsarbeiten dürfen nur durch fachkundige Personen erfolgen, erforderliche Schutzmaßnahmen sind in der TRGS 524 "Schutzmaßnahmen für Arbeiten in kontaminierten Bereichen" beschrieben.