DGUV Information 209-042 - Gefahrstoffe im Schreiner-/Tischlerhandwerk und der M...

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Abschnitt 6.1, Branchentypische Gefahrstoffe - Gesundheitsge...
Abschnitt 6.1
Gefahrstoffe im Schreiner-/Tischlerhandwerk und der Möbelfertigung Handhabung und sicheres Arbeiten (bisher: BGI 733)
Titel: Gefahrstoffe im Schreiner-/Tischlerhandwerk und der Möbelfertigung Handhabung und sicheres Arbeiten (bisher: BGI 733)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-042
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.1 – Branchentypische Gefahrstoffe - Gesundheitsgefahren, Schutzmaßnahmen

Leime, Kleber

Von Weißleimen (Dispersionsleime auf PVAc-Basis) gehen im Regelfall keine Gesundheitsgefahren aus.

Bei Harnstoff-Formaldehyd-Harz-Leimen können nach direktem Hautkontakt oder Einatmen, z.B. beim Anrühren, Haut- und Schleimhautreizungen oder allergische Reaktionen auftreten. Besonders bei Dauerarbeitsplätzen an Heißpressen können diese Gesundheitsgefahren durch Freisetzen von Formaldehyd auftreten. Von ausgehärteten Leimen, z.B. in Holzwerkstoffplatten, gehen in der Regel keine Gesundheitsgefahren durch Formaldehyd aus.

Von Schmelzklebern auf EVA-(Ethylen-Vinylacetat-)Basis gehen im Regelfall keine Gesundheitsgefahren aus. Schmelzkleber auf PUR-(Polyurethan)Basis enthalten Isocyanate, die nach Einatmen oder Hautkontakt eine reizende Wirkung auf Haut und Schleimhäute haben sowie allergische Reaktionen auslösen können.

Bei Kontakt-Klebern (lösemittelhaltige 1-Komponenten-Kleber) bestehen Gesundheitsgefahren durch direkten Hautkontakt und bei großflächiger Verarbeitung durch Einatmen von Lösemitteldämpfen.

Bei 2-Komponenten-Klebern (PUR-Kleber, Epoxidharz-Kleber) gehen Gesundheitsgefahren von den Härtern (Isocyanate bei PUR-Klebern, Amine bei Epoxidharz-Klebern) und von den Harzen selbst aus. Diese haben insbesondere bei direktem Hautkontakt aber auch nach Einatmen eine reizende Wirkung und können allergische Reaktionen auslösen. Bei Epoxidharzklebern ist der direkte Hautkontakt auf Grund der stark sensibilisierenden Wirkung unbedingt zu vermeiden.

Bei Sekundenklebern (Cyanacrylatkleber) besteht eine Gefährdung in erster Linie darin, dass Verklebungen mit der Haut nur äußerst schwierig wieder gelöst werden können.

Schutzmaßnahmen Leime/Kleber      
ProduktAbsaugungAtemschutzSchutzhandschuheSchutzbrille
Weißleim    
Harnstoff-Formaldehyd-Harz-LeimEmpfohlen bei Dauerarbeitsplätzen an Heißpressen Siehe Sicherheitsdatenblatt, im Regelfall NitrilDichtschließende Schutzbrille beim Anrühren
Schmelzkleber auf EVA-Basis    
Schmelzkleber auf PUR-BasisEmpfohlen Siehe Sicherheitsdatenblatt, im Regelfall Nitrit für kurzzeitigen Einsatz, z.B. Reinigung 
Kontaktkleber Filtertyp A - bei großflächiger VerarbeitungSiehe Sicherheitsdatenblatt, im Regelfall NitrilDichtschließende Schutzbrille beim Sprühauftrag
2-Komponenten-KleberEmpfohlen bei Dauerarbeitsplätzen an Pressen Siehe Sicherheitsdatenblatt, im Regelfall Nitril 
Sekundenkleber  Siehe Sicherheitsdatenblatt, im Regelfall Nitril