DGUV Information 209-038 - Seitenwarenbearbeitung in Sägewerken Arbeitssicherhei...

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Abschnitt 8, Vollautomatische Kapp- und Besäumlinie Einzelma...
Abschnitt 8
Seitenwarenbearbeitung in Sägewerken Arbeitssicherheit an Maschinen und Anlagen (DGUV Information 209-038)
Titel: Seitenwarenbearbeitung in Sägewerken Arbeitssicherheit an Maschinen und Anlagen (DGUV Information 209-038)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-038
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 8 – Vollautomatische Kapp- und Besäumlinie Einzelmaschinen

Vereinzelner

Risiko

Gefährdungsstufe I

Es besteht ein hohes Verletzungsrisiko durch:

  • Quetschen, Scheren und Einziehen durch Kettenantriebe, Förderketten und Mitnehmer des Vereinzelners

  • Stolpern und Abstürzen bei Störungsbeseitigungen und Instandhaltungsarbeiten

Beschaffenheit

Gefahrbereichssicherung: Umzäunung unterhalb und oberhalb der Förderebene einschließlich des oberen Umlenkbereiches mit elektrisch verriegelten Zugangstüren.

Sichere Zugänge (Treppen, Laufstege, Überstiege) für Störungsbeseitigungen und Instandhaltungsarbeiten schaffen.

Betrieb

Hinweise zur Sicherheit bei der Störungsbeseitigung sowie bei Reinigungs-, Rüst- und Instandhaltungsarbeiten in der Betriebsanleitung des Herstellers beachten.

Bild 22: Sicherung eines Vereinzelners oberhalb der Förderebene

1.Sicherheitslichtschranken am Einlauf zur Vereinzelung der Besäumanlage
2.Umzäunung

Anlagenbereich Querförderung, Brettwender, Ausschussklappe und Ausrichtrollengang

Risiko

Gefährdungsstufe I

Es besteht ein hohes Verletzungsrisiko durch:

  • Quetschen, Scheren und Einziehen durch Kettenantriebe, Förderketten und Mitnehmer der Querförderer

  • Quetschen und Scheren durch Brettwender und Ausschussklappe

  • Stolpern und Abstürzen bei Störungsbeseitigungen und Instandhaltungsarbeiten

Beschaffenheit

Gefahrbereichssicherung: Umzäunung mit elektrisch verriegelten Zugangstüren; ggf. in Kombination mit Sicherheitslichtschranken.

Sichere Zugänge (Treppen, Laufstege, Überstiege) für Störungsbeseitigungen und Instandhaltungsarbeiten schaffen.

Betrieb

Hinweise zur Sicherheit bei der Störungsbeseitigung sowie bei Reinigungs-, Rüst- und Instandhaltungsarbeiten in der Betriebsanleitung des Herstellers beachten.

Stand der Entsorgungstechnik

Entsorgung unter der Ausschussklappe durch trichterförmige Verblechung und Stetigförderer.

Bild 23: Querförderung, Brettwender, Ausschussklappe, Ausrichtrollengang

1.Elektrisch verriegelte Kabinentür (hier: Schiebetür)
2.Absturzsicherung vor dem Vereinzelner (hier: gespanntes Drahtseil)

Bild 24: Querförderung, Brettwender, Ausschussklappe, Ausrichtrollengang

1.Sicherheitslichtschranken als Zugangssicherung

Anlagenbereich Vermessung, Kappsägen, Einzugs- und Zentrierwerk und Mehrblattkreissägemaschine (Besäumsäge)

Risiko

Gefährdungsstufe: I

Es besteht ein hohes Verletzungsrisiko durch:

  • Schneiden an den Kreissägeblättern

  • Quetschen, Scheren und Einziehen an Einzugs- und Zentriereinrichtungen

  • herausgeschleuderte Werkstückteile (Gleich- oder Gegenlauf der Kreissägeblätter)

  • Schneiden beim Werkzeugwechsel und Reinigen im Werkzeugbereich

  • Abstürzen bei Störungsbeseitigungen, Wartungsarbeiten sowie beim Werkzeugwechsel

Beschaffenheit

Bearbeitung im Gegenlauf ohne Rückschlagsicherung:

Gefahrbereichssicherung für Vermessung, Kappsäge, Einzugs- und Zentrierwerk: Umzäunung mit elektrisch verriegelten Zugangstüren mit Zuhaltung.

Die Freigabe der Zuhaltung darf erst dann erfolgen, wenn zuvor sämtliche gefahrbringenden Bewegungen innerhalb der Umzäunung (z. B. Fördereinrichtungen, Werkzeuge von Kapp- und Besäumsäge) zum Stillstand gekommen sind.

Verkleidung der Mehrblattkreissägemaschine. Bewegliche Klappen in der Verkleidung müssen elektrisch verriegelt und mit einer Zuhaltung ausgerüstet sein.

Gebremste Werkzeugaggregate für geringe Zuhaltungszeiten.

Prallwand zum Auffangen herausgeschleuderter Werkstücke oder Werkstückteile.

Bild 25: Anlagenbereich Vermessung, Trimmer-Kappsägen, Einzugs- und Zentrierwerk, Besäumsäge und tunnelförmiger Ausschubbereich mit Leit- und Fangeinrichtungen (siehe auch Bild 26 auf Seite 30)

1.Vermessung
2.Trimmer-Kappsägen
3.Einzugs- und Zentrierwerk
4.Besäumsäge mit Gleichlaufwelle
5.Umzäunung mit elektrisch verriegelter Zugangstür
6.Tunnelförmiger Ausschubbereich mit Leit- und Fangeinrichtungen

Standflächen (z. B. klappbare Roste) für den Werkzeugwechsel vorsehen

Bearbeitung im Gegenlauf mit Rückschlagsicherung:

Gefahrbereichssicherung für Vermessung, Kappsäge, Einzugs- und Zentrierwerk: Umzäunung mit elektrisch verriegelten Zugangstüren. Bei Auslaufzeiten der Kappsägeblätter von weniger als 10 s sind auch Sicherheitslichtschranken zulässig.

Beim Öffnen der Zugangstüren der Umzäunung bzw. beim Auslösen der Sicherheitslichtschranken ist ein Abschalten der Sägewelle nicht erforderlich.

Verkleidung der Mehrblattkreissägemaschine. Bewegliche Klappen in der Verkleidung müssen elektrisch verriegelt und mit einer Zuhaltung ausgerüstet sein.

Gebremste Werkzeugaggregate für geringe Zuhaltungszeiten.

Die Rückschlag- und Splitterfangeinrichtungen müssen leichtgängig, die Rückschlageinrichtungen müssen zusätzlich scharfkantig sein.

Standflächen (z. B. klappbare Roste) für den Werkzeugwechsel vorsehen.

Bearbeitung im Gleichlauf:

Gefahrbereichssicherung für Vermessung, Einzugs- und Zentrierwerk: Umzäunung mit elektrisch verriegelten Zugangstüren. Bei Auslaufzeiten der Kappsägeblätter von weniger als 10 s sind auch Sicherheitslichtschranken zulässig.

Beim Öffnen der Zugangstüren der Umzäunung bzw. beim Auslösen der Sicherheitslichtschranken ist ein Abschalten der Sägewelle nicht erforderlich, es sei denn, die Sägeblätter können durch die Zuführöffnung der Besäumsäge erreicht werden.

Verkleidung der Mehrblattkreissägemaschine. Bewegliche Klappen in der Verkleidung müssen elektrisch verriegelt und mit einer Zuhaltung ausgerüstet sein.

Gebremste Werkzeugaggregate für geringe Zuhaltungszeiten.

Ausschubbereich tunnelförmig ausführen (Leit- und Fangeinrichtungen, Prallwand) zum Auffangen herausgeschleuderter Werkstücke.

Standflächen (z. B. klappbare Roste) für den Werkzeugwechsel vorsehen.

Betrieb

Hinweise zur Sicherheit bei der Störungsbeseitigung sowie bei Reinigungs-, Rüst- und Instandhaltungsarbeiten in der Betriebsanleitung des Herstellers beachten.

Rückschlag- und Splitterfangeinrichtungen wöchentlich auf Leichtgängigkeit und Scharfkantigkeit prüfen.

Beim Sägeblattwechsel schnittfeste Handschuhe benutzen.

Stand der Entsorgungstechnik

Entsorgung durch trichterförmige Verblechung und Stetigförderer.

Bild 26: Anlagenbereich Vermessung, Trimmer-Kappsägen, Einzugs- und Zentrierwerk, Besäumsäge und tunnelförmiger Ausschubbereich mit Leit- und Fangeinrichtungen

1.Vermessung
2.Trimmer-Kappsägen
3.Einzugs- und Zentrierwerk
4.Besäumsäge mit Gleichlaufwelle
5.Umzäunung mit elektrisch verriegelter Zugangstür
6.Tunnelförmiger Ausschubbereich mit Leit- und Fangeinrichtungen
7.Spaltkeile innerhalb des Spreißelabscheiders

Spreißelabscheider

Risiko

Gefährdungsstufe I

Es besteht ein hohes Verletzungsrisiko durch:

  • Einziehen an Kettenauflaufstellen von Antrieben an Rollenbahnen

  • Quetschen und Scheren durch zwangsgeführte Werkstücke

  • Stoßen durch schnell bewegte Werkstücke im Ausschubbereich (v>25 m/min)

  • Quetschen und Scheren durch den Spaltkeilverstellmechanismus

  • Einziehen an übereinander angeordneten gegenläufigen Spiralrollen zum Abziehen der Spreißel

  • Einziehen zwischen Spreißelendanschlag und unmittelbar davor angeordneter Spiralrolle

  • Einziehen, Quetschen und Scheren an der Andruckrolle am Ende des Spreißelabscheiders

  • Abstürzen von Personen bei Störungsbeseitigungen und Wartungsarbeiten

Beschaffenheit

Bei Bearbeitung im Gleichlauf:

Tunnelförmige Schutzeinrichtung nach der Mehrblattkreissägemaschine (Doppelsäumer), die zugleich die Gefahrstellen des Spreißelabscheiders sichert, mit beweglichen, elektrisch verriegelten Schutzeinrichtungen (Klappen oder Zugangstüren) mit Zuhaltung bis zum Stillstand der Sägewellen (siehe Bild 19 auf Seite 23).

oder

Gefahrbereichsicherung: Umzäunung mit elektrisch verriegelter Zugangstür mit Zuhaltung bis zum Stillstand der Sägewellen sowie Leit- und Fangeinrichtungen und Prallwand gegen herausgeschleuderte Werkstücke.

Bei Bearbeitung im Gegenlauf:

Umzäunung mit elektrisch verriegelter Zugangstür, insbesondere bei hohen Vorschubgeschwindigkeiten

oder

Einzelgefahrstellensicherung (Auskleidung des gesamten Rollenganges, Füllstücke für Kettenauflaufstellen, Verdeckung des Antriebes der Spaltkeilverstellung unterhalb des Rollenganges) oder seitliche Schutzgitter bzw. tunnelartige Verdeckung und

Sicherung der Einzugstellen von übereinander angeordneten Spiralrollen (Auskleidung oder Einsatz von auseinander laufenden Spiralrollen, siehe Bild 7 auf Seite 15) bzw. der Einzugstelle zwischen Spiralrolle und Anschlag (Auskleidung) und

Sicherung der Andruckrolle am Ende des Spreißelabscheiders, z. B. durch seitliche Schutzgitter.

Betrieb

Hinweise zur Sicherheit bei der Störungsbeseitigung sowie bei Reinigungs-, Rüst- und Instandhaltungsarbeiten in der Betriebsanleitung des Herstellers beachten.

Ist ein Spreißelabscheider mit Spiralrollen durch Auskleidungen gesichert, besteht ein Restrisiko, zwischen Spiralrollen und Auskleidungen eingezogen zu werden. Deshalb darf in diesem Bereich bei laufender Anlage nicht mit Handschuhen gearbeitet werden.

Stand der Entsorgungstechnik

Entsorgung durch trichterförmige Verblechung und Stetigförderer.