DGUV Information 209-038 - Seitenwarenbearbeitung in Sägewerken Arbeitssicherhei...

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Abschnitt 2, Planung
Abschnitt 2
Seitenwarenbearbeitung in Sägewerken Arbeitssicherheit an Maschinen und Anlagen (DGUV Information 209-038)
Titel: Seitenwarenbearbeitung in Sägewerken Arbeitssicherheit an Maschinen und Anlagen (DGUV Information 209-038)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-038
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2 – Planung

Die Hauptfunktionen der Seitenwarenbearbeitung sind, waldkantige Bretter

  • zu kappen und

  • zu besäumen.

Der Werkstücktransport ist mechanisiert. Unter dem Begriff "Kappen" versteht man das Abschneiden der Spitzen und das Herausschneiden fehlerhafter Stellen der Seitenbretter. In Kleinbetrieben erfolgt dies meist auf der Untertisch-Kappkreissäge.

Bei höherem Durchsatz werden Durchlaufkappanlagen eingesetzt, denen eine automatisch arbeitende Besäumkreissäge nachgeschaltet ist.

In Großanlagen werden Trimmersägen mit einzeln gesteuerten Kreissägeblättern eingesetzt.

Das Besäumen der Schnittware erfolgt in Kleinbetrieben mit manuell bedienten Doppel-Besäumkreissägemaschinen.

Bei höherem Durchsatz werden automatisch arbeitende Besäumkreissägemaschinen mit vorgeschalteter optoelektronischer Vermessung eingesetzt.

In Großanlagen (Profilierlinien) erfolgt das Kappen und Besäumen bereits in der Anlage (siehe DGUV Information 209-035 Profilzerspanerwerke).

Mit zunehmender Mechanisierung der Arbeitsabläufe wird die Einzelgefahrstellensicherung (z. B. Blechverdeckung) durch eine Gefahrbereichssicherung (z. B. Umzäunung) ersetzt, die erfahrungsgemäß ein höheres Sicherheitsniveau gewährleistet. Hierbei sind sichere Zugänge (Treppen, Laufstege, Überstiege) für Störungsbeseitigungen und Rüst- und Instandhaltungsarbeiten zu schaffen.

Für die Störungsbeseitigung, Fehlererkennung, Wartung und Instandhaltung sind organisatorische Regelungen. zu treffen.

Folgende Grundprinzipien sollten schon bei der Planung mit dem Hersteller besprochen und vereinbart werden:

  • Verlegung von Einstelleinrichtungen wie Stellteilen, Handrädern, Ventilen in einen Bereich außerhalb der Umzäunung oder anderer Schutzeinrichtungen

  • Zuverlässige und sichere Ausführung der Anlagensteuerung

  • Sinnvolles Abschalten, zum Beispiel beim Öffnen von Türen, um ein problemloses Wiederanfahren der Anlage ohne Speicherdatenverluste zu ermöglichen. Hierunter sind auch Schalter mit Zuhaltung zu verstehen, die ein Öffnen der Zugangstür erst zulassen, wenn ein Anmeldeschalter betätigt wird und die verfahrenstechnisch erforderlichen Bearbeitungen abgeschlossen sind, wie Leerfahren von Sägen. Beim Betätigen von Not-Aus ist ein sofortiges Abschalten erforderlich.

  • Abschließbare Einrichtschaltungen für Handbetrieb, die einen auf die notwendigen Bewegungsabläufe beschränkten Betrieb bei geöffneten Zugangstüren zulassen, über Schalter mit selbsttätiger Rückstellung (Tippschalter) und Sperrung des Automatikbetriebes.

  • Vorsehen von Handsteuergeräten mit Tippschalter und Not-Aus-Schalter.

  • Abtrennen umzäunter Teilbereiche, die auch getrennt abschaltbar sind, wenn sich die Notwendigkeit besonderer Schaltungen nur für örtlich begrenzte Anlagenteile ergibt.

  • Herausnehmen von störungsanfälligen Bereichen aus der Umzäunung und Durchführung von Einzelschutzmaßnahmen.

  • Anordnung von Podesten und sicheren Aufstiegen, wenn höher gelegene Wartungs- und Entstörbereiche vorhanden sind

  • Schalteranordnung so, dass ausreichende Übersicht besteht

Bei vorhandenen Anlagen, an denen risikobehaftete Arbeitsweisen beim Einrichten, Warten oder Entstören erkennbar werden, ist zu prüfen, ob durch Verbesserungen anhand untenstehender Liste eine höhere Sicherheit erreicht werden kann.

Es wird dringend empfohlen, sich schon bei der Planung und vor Vertragsabschluss beraten zu lassen, z. B. durch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Sachgebiets Holzbe- und -verarbeitung des Fachbereichs Holz und Metall der BGHM.
Dies gilt insbesondere:
  • bei der Planung und Beschaffung von Neuanlagen

  • für den Bau von Maschinen und Anlagen für den Eigengebrauch

  • bei wesentlichen Veränderungen von Maschinen und Anlagen

Unter Berücksichtigung der Leistungsdaten der Maschine bzw. Anlage sollte die Einhaltung der sicherheitstechnischen Vorgaben gemeinsam mit dem Hersteller und z. B. einem Mitarbeiter/einer Mitarbeiterin des Sachgebietes Holzbe- und -verarbeitung des Fachbereiches Holz und Metall nach Inbetriebnahme überprüft werden.