DGUV Information 209-037 - Rundholzplatz und Rundholzzubringung in Sägewerken Ar...

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Abschnitt 5, Rundholzplatz mit Rundholzsortierkran
Abschnitt 5
Rundholzplatz und Rundholzzubringung in Sägewerken Arbeitssicherheit an Maschinen und Anlagen (DGUV Information 209-037)
Titel: Rundholzplatz und Rundholzzubringung in Sägewerken Arbeitssicherheit an Maschinen und Anlagen (DGUV Information 209-037)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-037
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5 – Rundholzplatz mit Rundholzsortierkran

Verfahren

Der Rundholzsortierkran übernimmt das Transportieren, Vermessen, Ablängen und Sortieren. Der Einsatz der manuellen Kettensäge ist nicht mehr erforderlich. Das riskante Vereinzeln der Stämme sowie Belastungen durch klimatische Witterungseinflüsse und das Manipulieren schwerer Lasten entfallen.

Diese Rundholzplätze werden oft durch einen frei stehenden Wurzelreduzierer ergänzt, weil Wurzelanläufe beim Einschnitt zu Betriebsstörungen führen. Das Beseitigen dieser Störungen erfordert Zeit und ist oft mit einem hohen Unfallrisiko verbunden.

Der Wurzelreduzierer fräst starke Wurzelanläufe und sonstige Wuchsunregelmäßigkeiten ab. Die Sägeblöcke bekommen an den kritischen Stellen eine zylindrische Form, wodurch die Manipulation an den Einschnittmaschinen wesentlich erleichtert wird. Störungen, z. B. durch Schwartenschlag, werden auf ein Minimum begrenzt.

Lärmeinwirkung

Lärmemissionswerte von Einzelmaschinen sind derzeit nicht verfügbar. Deshalb wurden für typische Tätigkeiten in Sägewerken personenbezogene Messwerte erhoben. Für Rundholzplätze mit Rundholzsortierkran ergeben sich danach für dem Stand der Lärmminderungstechnik entsprechende Anlagen folgende Werte:

-Bediener Rundholzsortierkran mit Tätigkeiten außerhalb der Krankabinebis 89 dB(A)
-Ortsfeste Messungen in der Krankabinebis 76 dB(A)

Bild 3: Rundholzplatz mit Rundholzsortierkran (Layout-Beispiel)

Beschickung des Wurzelreduzierers und des Aufgabe-Querförderers erfolgt mit dem Rundholzsortierkran.

Einzelne Einrichtungen und Maschinen

Rundholzsortierkran

Risiko

Gefährdungsstufe III

Es besteht ein geringes Verletzungsrisiko durch:

  • Umknicken, Ausrutschen und Stolpern auf dem Weg von und zum Rundholzsortierkran und beim Auf- und Absteigen vom Rundholzsortierwagen

  • Quetschen und Scheren durch heb- und senkbare Vermessung, Kappsäge und bei automatischer Messfahrt

  • Abstürzen bei automatischer Messfahrt bzw. bei Rüst- und Instandhaltungsarbeiten (z. B. beim Sägekettenwechsel)

Beschaffenheit und Schutzmaßnahmen

Bei Rundholzsortierkranen ab Baujahr 2005 sind die gefahrbringenden Bewegungen nur dann möglich, wenn eine Zustimmtaste, z. B. Kontaktschalter im Fahrersitz, betätigt wird.

Bei ausgelieferten Rundholzsortierkranen ist insbesondere die Steuerung der heb- und senkbaren Vermessungseinrichtung je nach dem Ergebnis der Gefahrenanalyse des Herstellers gegebenenfalls im Tippbetrieb zu realisieren.

Lässt sich eine Tippschaltung nicht realisieren, und ist aufgrund der Gefahrenanalyse des Herstellers ein Schalter mit Selbsthaltung tolerierbar, muss zumindest die Steuerung so ausgelegt sein, dass eine Plausibilitätskontrolle des Signalwechsels an den Sensoren für die Ausgangsstellung bzw. Messstellung der Vermessungseinrichtung erfolgt.

Bild 4: Rundholzsortierkran mit Absturzsicherung an der Kranplattform durch Geländer

Wird eine fehlerhafte Belegung der Sensoren durch die Steuerung erkannt (z. B. beide Sensoren für Ausgangs- und Messstellung zur gleichen Zeit belegt), führt dies zu einem Programmstopp.

Ein Wiederanlauf nach der Störungsbeseitigung ist nur nach vorheriger Quittierung des Programmstoppes möglich.

Diese Minimallösung erfordert weitere Sicherungsmaßnahmen gemäß der Gefahrenanalyse (siehe "Betrieb").

Der Abstand des Rundholzsortierkranes zu festen Teilen der Umgebung (Polterstützen, Rundholzsortierboxen) muss mindestens 0,5 m betragen (siehe Bild 5).

Betrieb

Verkehrsweg zum Rundholzsortierkran freihalten von Rinden- und Holzabfällen.

Beschäftigte auf Rundholzsortierkranen über sicheres Auf- und Absteigen unterweisen (z. B. Haltegriffe benutzen).

Neben dem Kranfahrer dürfen keine weiteren Personen auf dem Rundholzsortierkran mitfahren.

Hinweise zur Sicherheit bei der Störungsbeseitigung, sowie bei Reinigungs-, Rüst- und Instandhaltungsarbeiten in der Betriebsanleitung des Herstellers beachten, z. B. vor Verlassen des Steuerstandes den Automatikbetrieb ausschalten.

Stand der Entsorgungstechnik

Entsorgung der Späne von der Kappsäge mit Container.

Bild 5: Sicherheitsabstand (mind. 0,5 m) zwischen Rundholzsortierkran und Polterstützen

Wurzelreduzierer

Risiko

Gefährdungsstufe III

Es besteht ein geringes Verletzungsrisiko durch:

  • Schneiden am Werkzeug

  • Quetschen durch bewegte Maschinenteile

  • Abstürzen bei Rüst- und Instandhaltungsarbeiten an hochgestellten Wurzelreduzierern

Beschaffenheit und Schutzmaßnahmen

Sicherungsvarianten:
  1. 1.

    Gefahrbereichssicherung durch Verblechungen und Spundwände

  2. 2.

    Sicherung durch distanzierende Schutzeinrichtungen

Außerdem müssen für Instandhaltungs- und Entstörarbeiten sichere Standflächen geschaffen werden.

Betrieb

Durch Rundholz verursachte Störungen nur mit dem Rundholzsortierkran beseitigen.

Vor dem Einsteigen zum Werkzeugwechsel oder Abschmieren muss der Wurzelreduzierer abgeschaltet und gegen Einschalten gesichert werden.

Hinweise zur Sicherheit bei der Störungsbeseitigung sowie bei Reinigungs-, Rüst- und Instandhaltungsarbeiten in der Betriebsanleitung des Herstellers beachten.

Stand der Entsorgungstechnik

Kratzförderer zur Entsorgung der Frässpäne.

Bild 6: Beispiel für Sicherungsvariante 1: Gefahrbereichssicherung durch Verblechungen

1.Blechverkleidung mit elektrisch verriegelter Zugangstür mit Zuhaltung
2.Spundwand auf der Rückseite des Wurzelreduzierers
3.Elektrisch verriegelte Klappen mit Zuhaltung für den Werkzeugwechsel

Bild 7: Beispiel für Sicherungsvariante 1: Gefahrbereichssicherung durch Spundwände

1.Spundwand
2.Zugangstür mit elektrischer Verriegelung und Zuhaltung

Bild 8: Beispiel für Sicherungsvariante 2: Sicherung des Wurzelreduzierers durch distanzierende Schutzeinrichtungen

1.Umzäunung des schwenkbaren Fräsaggregats mit elektrisch verriegelter Zugangstür und Zuhaltung
2.Stehverhinderer als distanzierende Schutzeinrichtung vor Prismenauflage
3.Stirnseitiger Zutrittsschutz der Abwurfbox mit durchgehender Stammauflage in etwa 1 m Höhe und Untersteigsicherung als Zutritts- und Zugriffssicherung zum Wurzelreduzierer