DGUV Information 209-034 - Gattersägewerke Arbeitssicherheit an Maschinen und An...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 8.6, 8.6 Maßnahmen gegen Brand- und Explosionsgefä...
Abschnitt 8.6
Gattersägewerke Arbeitssicherheit an Maschinen und Anlagen (DGUV Information 209-034)
Titel: Gattersägewerke Arbeitssicherheit an Maschinen und Anlagen (DGUV Information 209-034)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-034
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 8.6 – 8.6 Maßnahmen gegen Brand- und Explosionsgefährdungen

8.6.1
Absaugen von Holzstaub an der Entstehungsstelle

Da Sägewerksanlagen im Regelfall relativ groß sind, mit erheblichen Schwungmassen betrieben werden und einen hohen Platzbedarf beanspruchen, werden zur wirksamen Absaugung deutlich größere Luftmengen für eine wirksame Staubentfernung benötigt, als es von Schreinereien und den dort vorzufindenden Maschinen und Anlagen her bekannt ist.

  • Um diese Luftmengen zu begrenzen und die physikalisch begrenzte Reichweite eines herkömmlichen Saugfelds in seiner Wirkung zu optimieren, ist es sinnvoll, innerhalb geschlossener Einhausungen einen Unterdruck zu erzeugen (Evakuierung) und unterstützend zu nutzen. Größere Anlagen (Gatter, Zerspaner, Bandsägen, Kreissägen, etc.) mit mechanischem Werkstückvorschub sollten deshalb mit einer Kapsel/Einhausung versehen werden.

  • Vor den Ein und Auslauf-Öffnungen sollten tunnelförmige Kanäle installiert werden, die, zum Beispiel mit flexiblen Lamellenschürzen aus (Blei-)Gummi, den Öffnungsquerschnitt begrenzen (abdichten) und das Werkstück ohne Beeinträchtigung passieren lassen.

Die erforderlichen Luftmengen für eine optimale Entstaubung hängen zum Beispiel von der Zerspanungsleistung und der räumlichen Ausdehnung der Anlage und der Dichtigkeit der Einhausung, einschließlich der Material-Ein- und -Auslässe, ab. Außerdem ist es wichtig, ob die Absaugung lediglich der Entstaubung oder auch der Entsorgung größerer Zerspanungsbestandteile dienen soll. Denn bereits die Installation einer Absaugung mit einfachen Erfassungskonstruktionen (abgesaugter Trichter unterhalb der Einhausung) und eher geringer Luftleistung (ca. 7.000 m3/h Volumenstrom) führte bei einer größeren Blockbandsäge zu beträchtlichen Reduktionen der Staubemissionen innerhalb der Einhausung. Außerdem ergaben sich deutliche Reduzierungen der aus der Einhausung austretenden Staubmengen.

Nähere Informationen zum Thema "Absaugen" finden Sie in den DGUV Informationen 209-200 "Absauganlagen" und in der DGUV Information 209-205 "Absaugen von Holzstaub und -spänen", die zurzeit erstellt wird.

8.6.2
Regelmäßige Reinigungsarbeiten

Über Öffnungen in den Maschinen kann Holzstaub austreten und sich auf dem Boden, auf Kabelkanälen, Maschinenteilen, Elektromotoren und auf Gehäusen von Maschinenlagern absetzen. Um im Störungsfall (z. B. heißlaufendes Maschinenlager) die Entzündung der abgelagerten Holzstaubschicht zu vermeiden, ist eine regelmäßige Grundreinigung erforderlich. Als organisatorische Maßnahme kann dafür ein Reinigungsplan erstellt werden.

Erfahrungsgemäß ist bereits ab einer Staubdicke von 5 mm ein Schwelbrand möglich. Auch viele Sachversicherer gehen ab 1 mm Staubdicke von einer Explosionsgefahr aus.

string Hinweis
Beachten Sie auch die Maßnahmen in den Richtlinien für den Brandschutz VdS Nr. 2029 "Holzbearbeitende und holzverarbeitende Betriebe - Richtlinien für den Brandschutz" und VdS Nr. 3520 "Brandschutz in Sägewerken".

8.6.3
Vorkehrungen bei Schweiß- und Trennschleifarbeiten

In der Gefährdungsbeurteilung müssen die Brand- und Explosionsgefährdungen ermittelt werden. Dabei sind alle Arbeiten und Arten der Verwendung zu betrachten, also neben dem normalen Betrieb zum Beispiel auch Entstörungsarbeiten, Instandhaltungsarbeiten oder Umbauarbeiten.

Die in der Gefährdungsbeurteilung ermittelten Maßnahmen gegen Brände und Explosionen während der auszuführenden Arbeiten müssen im Erlaubnisschein dokumentiert und im Vorfeld umgesetzt werden. Die Arbeiten dürfen erst beginnen, wenn sie vom Unternehmer oder von der Unternehmerin oder von Brandschutzbeauftragten freigegeben worden sind (Muster für einen Erlaubnisschein, siehe Anhang 2 "Schweißerlaubnis").