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Abschnitt 8.1, Maßnahmen zur Verhinderung und Begrenzung gef...
Abschnitt 8.1
Möbelindustrie Schreinereien/Tischlereien (bisher: BGI 726)
Titel: Möbelindustrie Schreinereien/Tischlereien (bisher: BGI 726)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-032
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 8.1 – Maßnahmen zur Verhinderung und Begrenzung gefährlicher Auswirkungen von Bränden und Staubexplosionen in Filteranlagen und Silos

Ursachen

Hauptursachen für Brände in diesem Bereich sind Funken, die von Holzbearbeitungsmaschinen-Werkzeugen erzeugt werden und in die Absauganlage gelangen. In geringerem Maße sind auch elektrische Defekte ursächlich.

Holzstaubexplosionen in Silos und Filteranlagen können u.a. bei nicht sachgemäßen Löschversuchen entstehen.

Wirkungsweise

Funkenlöschanlagen bestehen im wesentlichen aus einem oder mehreren Funkenmeldern sowie Löschdüsen zum Einsprühen von Löschwasser. Die Funken werden gelöscht, bevor sie die Filteranlage oder das Silo erreichen.

  • Maßnahmen in den Förderleitungen - Funkenlöschanlagen

    Funken oder heiße Partikel können z.B. in Mehrblattkreissägemaschinen, Hackern und Breitbandschleifmaschinen entstehen. Dann besteht erhöhte Brand- und Explosionsgefahr. Beim Einsatz solcher Maschinen wird zusätzlich eine Funkenlöschanlage in der entsprechenden Absaugleitung zur Filteranlage oder zum Silo empfohlen.

  • Maßnahmen in Silos und Filteranlagen

    Einbau von Sprühwasser-Löscheinrichtungen oder -Löschanlagen im Silo sowie in Filteranlagen (z.B. in Einbau-, Zwischen- oder Aufsatzfiltern) [21].

  • Einbau von Druckentlastungsflächen

    Da Explosionen auch durch vorbeugende Maßnahmen nicht völlig auszuschließen sind, müssen ihre gefährlichen Auswirkungen vermieden werden. Als Schutzmaßnahme gegen gefährliche Explosionsauswirkungen dient der Einbau von Druckentlastungsflächen, z.B. in Silos und Rohluftbereichen von geschlossenen Filteranlagen [21], [75].

    Bypass und Druckausgleichseinrichtung

  • Maßnahmen gegen Unterdruckbildung in Spänesilos in Verbindung mit automatischen Holzfeuerungsanlagen

    Bei der Kombination automatischer Holzfeuerungsanlagen mit Unterdruck-Filteranlagen und Ringsystem zum Spänesilo kann sich Unterdruck im Silo und in der nachgeschalteten Heizkessel-Beschickungseinrichtung bilden. Lässt sich diese Anlagenkombination nicht vermeiden, müssen geeignete technische Maßnahmen vorhanden sein, die eine Unterdruckbildung in der Heizkesselbeschickung und im Silo ausschließen, z.B. ein Bypass in der Ringleitung und eine Druckausgleichseinrichtung im Bereich "Silo" oder "Kesselbeschickung" entsprechend Bild.

    Achtung: Bypasseinbau nur von einer Fachfirma vornehmen lassen oder Spezialberatung durch Holz-BG anfordern.

  • Geschlossene Silos und Filteranlagen dürfen zur Brandbekämpfung weder geöffnet noch darf mit einem Wasser- oder Löschpulverstrahl vorgegangen werden, weil durch Lufteintritt und Aufwirbelungen ein explosionsfähiges Holzstaub/Luft-Gemisch entstehen kann.

  • Bei Rauchentwicklung in der Filteranlage oder im Silo muss sofort die Feuerwehr verständigt werden. Bei Löschanlagen mit Festanschluss an das Wassernetz Anlage auslösen.

    Wirkung und Bauarten von Sprühwasser-Löscheinrichtungen/-Löschanlagen

    Durch Sprühwasser-Löscheinrichtungen/-Löschanlagen wird im Brandfall das Löschwasser durch geeignete Düsen gleichmäßig und in kleinen Tröpfchen über den gesamten Siloquerschnitt verteilt. Filmbildende Zusätze, die dem Löschwasser beigegeben werden, können die Löschwirkung verbessern.

    Mögliche Ausführungen sind:

  • Sprühwasser-Löscheinrichtungen mit Schlauchanschluss,

  • Sprühwasser-Löschanlagen mit Anschluss an ein Wasserversorgungsnetz mit

    • selbsttätiger Auslösung oder

    • Handauslösung.

    Ein zusätzlicher Schlauchanschluss kann vorgesehen werden.

    Selbsttätig auslösende Sprühwasser-Löschanlagen müssen nach [63] errichtet werden. Sie müssen auch von Hand auslösbar sein.

    Prüfen im Betrieb