DGUV Information 209-031 - Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz Schreinereien...

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Abschnitt 4.5, 4.5 Mehrstufige Maschinen
Abschnitt 4.5
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz Schreinereien/Tischlereien (bisher: BGI 725)
Titel: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz Schreinereien/Tischlereien (bisher: BGI 725)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-031
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.5 – 4.5 Mehrstufige Maschinen

4.5.1 CNC-Oberfräsen und -Bearbeitungszentren

Risiko

Gefährdungsstufe III. Es besteht ein geringes Verletzungsrisiko insbesondere durch Schneiden am Werkzeug und Quetschen an den bewegten Maschinenteilen des Vorschubs. Darüber hinaus kann es zu Gefährdungen durch wegfliegende Werkzeugteile insbesondere bei der Massivholzbearbeitung kommen. In Deutschland hat es deshalb schon einen tödlichen Unfall gegeben.

Stand der Absaugtechnik

Abgesaugte CNC-Oberfräsen und Bearbeitungszentren entsprechen dem Stand der Staubminderungstechnik, sofern Anhang 1 von [23]* eingehalten ist.

Stand der Lärmminderungstechnik

Kapselung, wie sie auch der Absaugung dient, mit schallabsorbierender Auskleidung. Emissionsschalldruckpegel am Arbeitsplatz (Arbeitsgeräusch) nach [49]* :
85 bis 90 dB(A) für teilgekapselte Maschinen, 73 dB(A) für vollgekapselte Maschinen.

Maßnahmen zur Minderung der Auswirkung des Wegschleuderns von Werkzeugen bzw. Werkzeugteilen

  1. 1.

    Umfangskapselung

  2. 2.

    Teilkapselung

  3. 3.

    Ein vollständiger Schutz gegen ganze Werkzeuge, die im Fehlerfall aus einer CNC-Oberfräsmaschine oder einem CNC-Bearbeitungszentrum herausgeschleudert werden können, ist wegen der großen Energie der sich drehenden Werkzeuge durch Schutzeinrichtungen nicht möglich. Deshalb ist die Befestigung des Werkzeugs in der Werkzeugaufnahme nach der Maßgabe des Werkzeugherstellers durchzuführen. Besondere Fachkenntnis ist erforderlich, wenn ein Fräswerkzeug gegen axiales Verschieben auf dem Fräserdorn mit einer Fräseranzugsschraube (siehe Bild) gesichert wird.

 

Der Überstand "Ü" der Nabe des Fräswerkzeuges zum Fräserdornende richtet sich nach den Herstellerangaben - muss aber mindestens 1 mm betragen. Bevor der Gewindebolzen in der Gewindebohrung des Fräserdorns bzw. auf dem Fräserdornende festsitzen kann (ca. 2 Umdrehungen vorher), muss der Gewindering bereits fest an der Nabe des Fräswerkzeuges anliegen. Unabhängig davon müssen sowohl am Gewindebolzen als auch am Gewindering mindestens 3 Gewindegänge tragen.

  1. 4.

    Um das Brechen von Hartmetallschneiden während der Bearbeitung zu vermeiden, müssen die Werkzeuge sorgfältig gewartet und gepflegt werden. Hinweise zur Werkzeugwartung und -pflege gibt die Unterweisungshilfe im Anhang 2.

  2. 5.

    Trotz aller Pflege kann insbesondere bei der Massivholzbearbeitung nicht sicher verhindert werden, dass Werkzeugschneiden brechen und wegfliegen. Durch Schutzeinrichtungen wie Teilkapselung mit Lamellenvorhängen oder 4-seitige stabile Lamellenvorhänge müssen diese wegfliegenden Teile aufgefgangen werden. Der Maschinenhersteller kann Auskunft geben, ob der Lamellenvorhang an der jeweiligen Maschine hierfür geeignet ist.

  3. 6.

    Bei Einsatz von Spindeln mit HSK-Spannsystem ist gemäß der Vorgaben aus der Bedienungsanleitung die Einzugskraft durch autorisiertes Personal zu überprüfen.

Beschaffenheit**

  1. 1

    Teilkapselung

  2. 2

    Trittmatte

  3. 3

    Absauganschluss

  4. 4

    Umzäunung

  5. 5

    Lamellenvorhänge (mit geprüftem Rückhaltevermögen)

  1. 1

    Nach unten verlängerte Teilkapsel

  2. 2

    Teilkapsel

  3. 3

    Trittkontaktmatten

  4. 4

    Lamellenvorhänge (mit geprüftem Rückhaltevermögen)

Prüfen im Betrieb

4.5.2 Kantenanleimmaschinen

Risiko

Gefährdungsstufe III. Unabhängig von der Art der Sicherheitseinrichtungen, die je nach Baujahr und Hersteller verschieden sein kann, besteht ein Verletzungsrisiko durch Zugriff in die teilweise laufende Maschine, um Einricht-, Entstör- oder Nachstellarbeiten vorzunehmen. Dies hat oft Verletzungen durch Abrutschen in Gefahrstellen oder durch das ungewollte Auslösen von Schnitthüben zur Folge. Typische Risiken sind:

  • das Einziehen in die Einzugs(stachel)walze beim Einfädeln von Kantenmaterial

  • das Schneiden und Quetschen an den Kappsägen durch versehentliches Auslösen des Kappsägenhubs beim Entfernen hängengebliebener Kantenreste

  • das Schneiden an den Bündigfräsern beim Kontrollieren der Kantenqualität am durchlaufenden Werkstück

Betrieb

Siehe Unterweisungsblatt "Sicheres Arbeiten an Kantenanleimmaschinen" (Anhang 2).

Beschaffenheit**

Einseitige Kantenanleimmaschine

  1. 1

    Elektrisch verriegelte bewegliche Schutzeinrichtung mit Zuhaltefunktion für Kapp- und Bündigfräsaggregate

Stand der Absaugtechnik

Alle abgesaugten Kantenanleimmaschinen entsprechen dem Stand der Staubminderungstechnik, sofern Anhang 1 von [23]* eingehalten ist (Luftgeschwindigkeiten u. a.).

Stand der Lärmminderungstechnik

Emissionsschalldruckpegel am Arbeitsplatz (Arbeitsgeräusch) nach [BGI 53*]: 78 dB(A) für teilgekapselte Maschinen, wie sie in Schreinereien/Tischlereien zur Anwendung kommen.

Prüfen im Betrieb

4.5.3 Mehrseiten-Hobel- und -Fräsmaschinen

Risiko

Gefährdungsstufe III. Unabhängig von der Art der Sicherheitseinrichtungen, die je nach Baujahr verschieden sein kann, besteht ein geringes Risiko durch spontanen Zugriff in die teilweise laufende Maschine, um Einricht-, Entstör- oder Nachstellarbeiten vorzunehmen. Dies hat oft ein Abrutschen in den Schneidbereich der Messerwellen zur Folge.

Baujahrabhängige Einzelheiten sind in der Tabelle 10 des Anhangs 3, Seite 177 zusammengestellt.

Betrieb

  • Der Normalbetrieb darf nicht in der Betriebsart "Einrichten" durchgeführt werden.

  • Einricht- und Entstörarbeiten dürfen nur von besonders unterwiesenem Personal durchgeführt werden.

  • Schneidbereich durch Nachstellen der einstellbaren Schutzeinrichtungen soweit wie möglich eingrenzen.

Beschaffenheit**

Werkstückaufgabeseite

  1. 1

    Elektrisch verriegelte Schutzhaube (Lärmschutzhaube) mit Zuhaltefunktion

  2. 2

    Schaltleiste

  3. 3

    Absauganschluss

Werkstückabnahme

  1. 1

    Ausgekleideter Abnahmetisch

  2. 2

    Schallschutztunnel

Stand der Absaugtechnik

Alle abgesaugten Mehrseiten-Hobel- und -Fräsmaschinen entsprechen dem Stand der Staubminderungstechnik, sofern Anhang 1 von [23]* eingehalten ist (Luftgeschwindigkeiten u. a.).

Stand der Lärmminderungstechnik

Emissionsschalldruckpegel am Arbeitsplatz (Arbeitsgeräusch) nach [62]* : 85-90 dB(A) für teilgekapselte Maschinen, wie sie in Schreinereien/Tischlereien zur Anwendung kommen.

Prüfen im Betrieb

4.5.4 Einseitige Zapfenschneid- und Schlitzmaschinen mit Schiebetisch

Risiko

Gefährdungsstufe III. Es besteht ein geringes Risiko durch Schneiden am Werkzeug, insbesondere an der vorderen Ablängsäge.

Betrieb

Maschinen mit Handvorschub des Werkstücks

  • bewegliche Schutzhaube für das Ablängsägeblatt bis auf Werkstückhöhe einstellen

  • aufsteigenden Zahnkranz des Sägeblattes mit Spaltkeil gegen unbeabsichtigtes Berühren sichern

  • von Hand einstellbare Verdeckung des Fräswerkzeuges bis auf Werkstückoberfläche absenken

  • nur Fräswerkzeuge für Handvorschub des Werkstücks verwenden

  • für die Abschnitte der Ablängsäge einen Behälter benutzen

Maschinen mit mechanischem Vorschub des Werkstücks

  • Maschine mit den vom Hersteller vorgesehen Schutzvorrichtungen in Betrieb nehmen. Beispiele für Schutzvorrichtungen: Trittkontaktmatten oder Sicherheitslichtschranken zur Sicherung des Fahrbereiches des Werkstückschlittens, elektrisch verriegelte Verkleidung für die Werkzeuge der Hubspindeln, Verriegelung des Vorschubes einschließlich Zuhaltefunktion für die Umfälzeinheit mit den Werkzeugantrieben

  • für den Werkzeugwechsel Handschube benutzen, um ein Schneiden am Werkzeug zu vermeiden

  • nur die vom Hersteller frei gegebenen Werkzeugsätze verwenden

  • für die Abschnitte der Ablängsäge einen Behälter benutzen

Beschaffenheit**

Stand der Absaugtechnik

Abgesaugte Zapfenschneid- und Schlitzmaschinen entsprechen dem Stand der Staubminderungstechnik, sofern Anhang 1 von [23]* eingehalten ist.

Stand der Lärmminderungstechnik

Emissionsschalldruckpegel am Arbeitsplatz (Arbeitsgeräusch) nach [52]* : 84 dB(A) für Maschinen, wie sie in Schreinereien/Tischlereien zur Anwendung kommen.

Gefahrenbereich des Werkstückschlittens gegen Erreichen sichern, z. B. mit Sicherheitslichtschranken, nicht übersteigbarer Trittkontaktmatte und Einzelgefahrstellensicherung wie z. B. Schaltleiste auf der Innenseite des Werkstückschlittens

  1. 1

    Trittkontaktmatte

  2. 2

    Schaltleiste

  1. 1

    Verkleidung der Werkzeugaggregate (Abkürzsäge, Hubspindel) in Ausgangsstellung

  1. 1

    Spannzylinder mit begrenztem Hub auf 4 mm.

Prüfen im Betrieb

**

entsprechend staatlichem Recht