DGUV Information 209-030 - Pressenprüfung (bisher: BGIGUV-I 724)

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Abschnitt 5.3, 5.3 Regelmäßige Prüfungen
Abschnitt 5.3
Pressenprüfung (bisher: BGI/GUV-I 724)
Titel: Pressenprüfung (bisher: BGI/GUV-I 724)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-030
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.3 – 5.3 Regelmäßige Prüfungen

5.3.1 Pressen

In Abschnitt 3.5.2 der TRBS 1201 heißt es:

"(1) Die Festlegung von Prüffristen nach Abschnitt 3.3.2 erfolgt für Arbeitsmittel, die Schäden verursachenden Einflüssen unterliegen, welche die Sicherheit der Arbeitsmittel beeinträchtigen können ...

(2) Kriterien für die Festlegung von Prüffristen sind:

  • Einsatzbedingungen (spezielle Belastungen, Benutzungszeit je Tag, Qualifikation der Beschäftigten, usw.), bei denen das Arbeitsmittel benutzt wird,

  • Herstellerhinweise, die in der Betriebsanleitung enthalten sind,

  • Schädigung des Arbeitsmittels, Erfahrungen mit dem "Ausfallverhalten" des Arbeitsmittels,

  • Unfallgeschehen oder Häufung von Mängeln an vergleichbaren Arbeitsmitteln.

(3) Aufgrund der Ergebnisse durchgeführter Prüfungen kann eine Änderung der Prüffristen im Sinne einer Verlängerung oder Verkürzung möglich bzw. erforderlich sein. Dabei sind die oben genannten Kriterien ebenfalls zu berücksichtigen ..."

Regelmäßige Prüfungen von Pressen und ihren Schutzeinrichtungen sollten im Einschichtbetrieb je nach Beanspruchung, mindestens jedoch

alle 12 Monate

durch eine befähigte Person vorgenommen werden. Die Prüffrist von einem Jahr reduziert sich bei Einsatz der Presse im Mehrschichtbetrieb entsprechend der zeitlichen Auslastung. Diese Frist sollte ebenfalls verkürzt werden, wenn die Presse im Bereich ihrer Leistungsgrenzen eingesetzt wird.

Regelmäßige Prüfungen von Pressen sollen sich erstrecken auf

  • den einwandfreien Zustand und

die fehlerfreie Funktion der Pressen und insbesondere

  • die Ordnungsmäßigkeit und die Wirksamkeit der Schutzeinrichtungen.

Die Prüfhinweise der Hersteller sind auch zu berücksichtigen.

Die Bestätigung des "einwandfreien Zustandes" (im Sinne von Kapitel 2.3, Abschnitt 4 der Regel "Betreiben von Arbeitsmitteln" [BGR/GUV-R 500]) setzt zumindest eine Sichtprüfung der sicherheitsrelevanten Einzelteile/Komponenten voraus, wozu auch Demontagearbeiten erforderlich werden können (wenn die betreffenden Einzelteile/Komponenten sonst nicht überprüfbar sind, wie z. B. Klemmköpfe durch Haltekraftmessung).

Die Bestätigung des "einwandfreien Zustandes" (im Sinne von Kapitel 2.3, Abschnitt 4 der Regel "Betreiben von Arbeitsmitteln" [BGR/GUV-R 500]) setzt keine Rissprüfungen von Einzelteilen (z. B. Exzenterwellen oder Bolzen von Kupplungen/Bremsen) voraus - es sei denn, es liegen andere Erfahrungen oder entsprechende Hinweise des Pressenherstellers vor.

Auf das Zerlegen von Komponenten, die durch die Pressensteuerung überwacht werden (z. B. Pressensicherheitsventile oder Kupplungs-Brems-Kombinationen an Pressen mit Nachlaufüberwachungseinrichtung) kann bei regelmäßigen Prüfungen verzichtet werden.

5.3.2 Berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen (BWSen)

5.3.2.1 BWSen müssen regelmäßig durch eine befähigte Person geprüft werden. Die Prüfung muss sich erstrecken auf

  • die einwandfreie Funktion der BWS,

  • den Zustand der Bauteile der BWS (bei Geräten mit verschleißbehafteten Komponenten),

  • das Zusammenwirken der BWS mit der Steuerung der Presse

und

  • den ordnungsgemäßen Anbau der BWS.

Als befähigte Personen gelten hier neben den befähigten Personen der Hersteller der BWSen auch solche Personen, die bei einem Hersteller von BWSen entsprechend ausgebildet und vom Betreiber der BWS beauftragt sind.

Die BWS-Prüfung durch befähigte Personen der Hersteller der BWSen oder durch Personen, die beim Hersteller der BWSen entsprechend ausgebildet sind, kann ersetzt werden durch eine alternativ gewählte genauso effektive Vorgehensweise, z. B. durch die BWS-Prüfung im Rahmen der Pressenprüfung durch befähigte Personen der Pressenhersteller oder -betreiber oder von Umbau-, Wartungs- und Pressenprüffirmen. Wartungsarbeiten - z. B. die Reinigung von Spiegeln und Optikköpfen bei älteren BWSen - müssen durch den BWS-Hersteller erfolgen.

5.3.2.2 Es muss geprüft werden, ob der an der Presse angegebene Grenzwert für den Nachlauf nicht überschritten wird.

5.3.2.3 Die Prüfergebnisse nach Abschnitt 5.3.2.1 sind in einem Berichtschriftlich niederzulegen, der von der befähigten Person zu unterzeichnen ist. Die Prüfplakette (vergleiche Abschnitt 5.2.1.5) darf nur bei positivem Abschluss der Prüfung erneuert werden. Der Bericht muss mindestens bis zur nächsten regelmäßigen Prüfung am Aufstellungsort der Presse aufbewahrt werden.

Zum Ergebnis der Prüfung des Nachlaufes (Messung der Nachlaufzeit/Gesamt-Ansprechzeit bzw. Messung des Nachlaufweges) gehört auch die Angabe des gemessenen Wertes.

5.3.3 Zweihandschaltungen

5.3.3.1 Zweihandschaltungen müssen durch eine befähigte Person regelmäßig geprüft werden. Die Prüfung muss sich erstrecken auf

  1. 1.

    die einwandfreie Funktion der Zweihandschaltung,

  2. 2.

    den Zustand der Bauteile der Zweihandschaltung und

  3. 3.

    das Zusammenwirken der Zweihandschaltung mit der Steuerung der Presse.

5.3.3.2 Das Prüfergebnis ist in einem Bericht, der von der befähigten Person unterzeichnet werden muss, niederzulegen. Der Bericht muss mindestens bis zur nächsten regelmäßigen Prüfung aufbewahrt werden.

5.3.3.3 Es muss geprüft werden, ob der an der Presse angegebene Grenzwert für die Nachlaufzeit (Gesamt-Ansprechzeit) nicht überschritten wird.

5.3.3.4 Das Prüfergebnis nach Abschnitt 5.3.3.3 ist schriftlich niederzulegen und aufzubewahren.

Zum Prüfergebnis gehört auch die Angabe des gemessenen Wertes.

6.3.4 Kraftbetriebene bewegliche trennende Schutzeinrichtungen mit Verriegelung

Kraftbetriebene bewegliche trennende Schutzeinrichtungen mit Verriegelung müssen in regelmäßigen Zeitabständen durch eine befähigte Person in allen Teilen auf ihren einwandfreien Zustand und ihre einwandfreie Funktion geprüft werden.