DGUV Information 209-028 - Auftreten von Dioxinen (PCDDPCDF) bei der Metallerze...

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Abschnitt 7.1, 7 Strategien zur Verminderung der Entstehung ...
Abschnitt 7.1
Auftreten von Dioxinen (PCDD/PCDF) bei der Metallerzeugung und Metallbearbeitung (bisher: BGI 722)
Titel: Auftreten von Dioxinen (PCDD/PCDF) bei der Metallerzeugung und Metallbearbeitung (bisher: BGI 722)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-028
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 7.1 – 7
Strategien zur Verminderung der Entstehung von PCDD/PCDF

7.1
Kontrolle der Ausgangsstoffe

Wie bereits in Abschnitt 1.1 dargestellt, sind für die Bildung von PCDD/PCDF organische Komponenten und Chlor erforderlich.

Einfluss auf die Entstehung von PCDD/PCDF kann man bei festgelegten Einsatzstoffen durch deren Gehalt an diesen beiden Reaktionspartnern nehmen. Je nach Prozess kann also versucht werden, einen Partner gänzlich auszuschließen oder zumindest zu minimieren.

Bei Prozessen mit fossilen Einsatzstoffen (z.B. Kohle, Öl) sind automatisch beide Reaktionspartner vorhanden. Hier ist eine Minimierung über die Prozessbedingungen (Abschnitt 7.2) möglich.

Andere technische Prozesse können durch die Wahl von Einsatzstoffen beeinflusst werden.

So wurde in einer Gießerei eine Schlichte verwendet, die organische Bestandteile enthielt. Wie zu erwarten, fand eine Bildung von PCDD/PCDF statt. Für den Betrieb kam dies völlig unerwartet. Durch Austausch der Schlichte gegen eine ohne organische Bestandteile wurde die PCDD/PCDF-Bildung vermieden.

Auch in einer Sinteranlage entstanden unerwartet hohe Konzentrationen an PCDD/PCDF. Chlor ist bei der Sinterung von Eisenerzen nicht auszuschließen. Das Erz enthält von Natur aus Chlorverbindungen. Hier wurde der PCDD/PCDF-Ausstoß durch die Änderung der Brennstoffzusammensetzung erheblich reduziert.

Es muss im Einzelfall geprüft werden, ob und wenn ja welche Möglichkeiten es gibt, andere Einsatzstoffe und/oder Hilfsstoffe zu verwenden.

Es kann eventuell auch genügen, die Reinheit der Einsatzstoffe zu prüfen und durch "saubere" Stoffe die PCDD/PCDF-Bildung zu reduzieren.

Das gilt z.B. auch beim Schneiden und Schweißen von beschichteten Materialien (Abschnitt 5.8). Diese sollten an den zu bearbeitenden Stellen mechanisch gereinigt werden.

Auch ist bei diesen Verfahren auf einen sauberen Untergrund zu achten, da diese Arbeiten häufig auf Schrottplätzen durchgeführt werden.