DGUV Information 209-028 - Auftreten von Dioxinen (PCDDPCDF) bei der Metallerze...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
DGUV Information 209-028 - Auftreten von Dioxinen (PCDD/PCDF...
DGUV Information 209-028 - Auftreten von Dioxinen (PCDD/PCDF) bei der Metallerzeugung und Metallbearbeitung (bisher: BGI 722)
Titel: Auftreten von Dioxinen (PCDD/PCDF) bei der Metallerzeugung und Metallbearbeitung (bisher: BGI 722)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-028
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Auftreten von Dioxinen (PCDD/PCDF) bei der Metallerzeugung und Metallbearbeitung
(bisher: BGI 722)

Vereinigung der Metall-Berufsgenossenschaften

Stand der Vorschrift: 2005

Vorwort

Mit dem umgangssprachlich verwendeten Trivialnamen "Dioxine" werden polychlorierte Dibenzo-Dioxine (PCDD) und Dibenzo-Furane (PCDF) bezeichnet. Es existieren 75 PCDD und 135 PCDF - je nach Chlorierungsgrad und Anordnung der Chloratome.

Die Toxizität der einzelnen PCDD und PCDF unterscheidet sich erheblich. "Dioxine" werden mit Ausnahme zu Forschungszwecken nicht zielgerichtet hergestellt, sondern entstehen als unerwünschte Nebenreaktion bei vielen thermischen Prozessen. Sie finden sich u.a. im Ruß und der Asche von Heizungsanlagen, in Müllverbrennungsanlagen, bei chemischen Produktionsprozessen und auch bei einigen Verfahren der Metallerzeugung und -bearbeitung. "Dioxine" treten hauptsächlich bei industriellen Prozessen auf, bilden sich jedoch auch bei unvorhergesehenen Ereignissen, z.B. als Schadstoff bei Bränden, und hier insbesondere bei Anwesenheit von chlorhaltigen Materialien.

Betriebsstörungen, die zur Freisetzung von "Dioxinen" führten, zeigten, dass große Unsicherheiten bei der Gefahrenabschätzung bestehen.

Es existiert zwar ein umfangreiches Angebot an Literatur zum Thema "Dioxine", jedoch nicht immer in allgemein verständlicher Form und nicht immer praxisrelevant.

Von einem Arbeitskreis, bestehend aus Vertretern der Metall-Berufsgenossenschaften sowie des Berufsgenossenschaftlichen Institutes für Arbeitsschutz (BGIA), wurden umfangreiche Untersuchungen und Messungen hinsichtlich der PCDD/PCDF-Belastung in Arbeitsbereichen der Metallerzeugung und -bearbeitung durchgeführt. Hierbei wurden bereits vorhandene Untersuchungen eingebunden und weitere Bereiche, in denen eine PCDD/PCDF-Bildung nicht ausgeschlossen werden konnte, untersucht.

Neben den vorgenannten Untersuchungen wurde im August 2002 ein Kooperationsprogramm "Einstufung und Kennzeichnung von Filterstäuben beim Umgang und Inverkehrbringen in Betrieben der Metallerzeugung" gestartet. Kooperationspartner sind die Verwaltungsgemeinschaft der Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft und der Hütten- und Walzwerks-Berufsgenossenschaft, die Landesanstalt für Arbeitsschutz NRW und das Staatliche Amt für Arbeitsschutz Essen.

Die Untersuchungsergebnisse beider Arbeitskreise finden in der neuen BGI "Dioxine" ihren Niederschlag.

Untersuchungsergebnisse aus folgenden Bereichen werden beschrieben:

  • Erzeugung von Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen,

  • spanende und spanlose Formgebung von Stahl- und Eisenlegierungen,

  • Erzeugung und Bearbeitung von Nichteisenmetallen,

  • Gießereiindustrie,

  • Umgang mit Filterstäuben,

  • Schmieden, Pressen und pulvermetallurgische Verfahren,

  • Oberflächenveredelung und Wärmebehandlung und

  • Schneiden und Schweißen.

Wichtig ist es, die Ergebnisse präventiv nutzbar zu machen. Hier steht die Vermeidung und Verminderung der Entstehung von "Dioxinen" in technischen Prozessen, z.B. durch Substitution von Ausgangsstoffen oder Steuerung der Prozessbedingungen, im Vordergrund. Erfolgreiche Strategien zur Verminderung der Entstehung von PCDD/PCDF werden beschrieben.

Verbleibende Gefährdungen müssen durch geeignete Maßnahmen möglichst gering gehalten werden, wobei die Verfahrensdurchführung im geschlossenen System Vorrang hat.

Tätigkeiten in belasteten Bereichen, z.B. die Durchführung von Reinigungs- und Wartungsarbeiten, lassen sich nicht vermeiden. Durch geeignete Maßnahmen, wie persönliche Schutzausrüstungen, Hygienemaßnahmen und organisatorische Schutzmaßnahmen, lassen sich auch bei diesen Tätigkeiten die Gefährdungen minimieren.

Redaktionelle InhaltsübersichtAbschnitt
  
Grundlagen 1
Stoffliche Eigenschaften1.1
Gesundheitsgefahren1.2
Grenzwerte für PCDD/PCDF in der Luft am Arbeitsplatz1.3
Entstehung von PCDD und PCDF 2
Voraussetzungen für die Bildung von PCDD und PCDF2.1
Quellen für PCDD/PCDF in technischen Prozessen2.2
Bildung von PCDD/PCDF in Brandfällen2.3
Vorschriften und Regelwerke3
Informationsermittlung und Gefährdungsbeurteilung4
Abschätzung der Dioxingefährdung bei der Metallerzeugung und -bearbeitung5
Erzeugung von Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen5.1
Spanende und spanlose Formgebung von Stahl und Eisenlegierungen5.2
Erzeugung und Bearbeitung von Nichteisenmetallen (NE-Metalle)5.3
Gießerei5.4
Umgang mit Filterstäuben5.5
Schmieden, Pressen und pulvermetallurgische Verfahren5.6
Oberflächenveredelung und Wärmebehandlung5.7
Schneiden und Schweißen5.8
Reinigungs- und Wartungsarbeiten in belasteten Bereichen6
Strategien zur Verminderung der Entstehung von PCDD/PCDF 7
Kontrolle der Ausgangsstoffe7.1
Steuerung der Prozessbedingungen7.2
Schutzmaßnahmen8
Technische Schutzmaßnahmen8.1
Organisatorische Schutzmaßnahmen8.2
Betriebsanweisung und Unterweisung8.3
Persönliche Schutzmaßnahmen8.4
Hygienemaßnahmen8.5
Arbeitsmedizinische Vorsorge9
Übersicht der Arbeitsplatzbeurteilungen10