DGUV Information 208-019 - Sicherer Umgang mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen (DGUV ...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 7.2, 7.2 Prüfungen in Verantwortung des Betreibers
Abschnitt 7.2
Sicherer Umgang mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen (DGUV Information 208-019)
Titel: Sicherer Umgang mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen (DGUV Information 208-019)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 208-019
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 7.2 – 7.2 Prüfungen in Verantwortung des Betreibers

In der Verantwortung des Betreibers liegen:

  • Prüfungen vor der ersten Inbetriebnahme

    Prüfungen vor der ersten Inbetriebnahme erfolgen nur an Hubarbeitsbühnen, die nicht betriebsbereit angeliefert und vom Betreiber zusammengebaut werden.

  • außerordentliche Prüfungen

    Außerordentliche Prüfungen sind immer dann erforderlich, wenn außergewöhnliche Ereignisse, z. B. Unfälle, stattgefunden haben. Außerordentliche Prüfungen sind auch notwendig nach Änderungen in der Konstruktion und nach Instandsetzungen an tragenden Teilen. Diese Prüfungen können auch angeordnet werden, z. B. von der Berufsgenossenschaft und den staatlichen Arbeitsschutzbehörden.

  • regelmäßige Prüfungen

    Regelmäßige Prüfungen dienen dem Erhalt und Nachweis des bei der Inbetriebnahme vorhandenen Sicherheitsniveaus. Der Umfang der regelmäßigen Prüfung beschränkt sich im Allgemeinen auf die Durchführung einer Sicht- und Funktionsprüfung. Hinweise für den Prüfumfang enthält der BG-Grundsatz "Prüfung von Hebebühnen" (BGG 945) im Anhang 4.

Prüfpersonal

Prüfungen in Verantwortung des Betreibers werden durch befähigte Personen nach BetrSichV durchgeführt. Wer als befähigte Person anerkannt werden kann, legen die TRBS 1203 "Befähigte Personen" aber auch der BG-Grundsatz "Prüfung von Hebebühnen" (BGG 945) fest. Eine Ausnahme bilden die außerordentlichen Prüfungen. Diese führen Sachverständige durch.

Prüffristen

Die Prüffristen für regelmäßig durchzuführende Prüfungen ergeben sich aus der Gefährdungsbeurteilung nach § 3 Abs. 3 der BetrSichV. Eine Hilfestellung bei der Festlegung der Prüfintervalle bietet die BG-Regel "Betreiben von Arbeitsmitteln" (BGR 500).

In Kapitel 2.10 "Betreiben von Hebebühnen" heißt es:

"Hebebühnen sind nach der ersten Inbetriebnahme in Abständen von längstens einem Jahr durch einen Sachkundigen prüfen zu lassen".

Von dieser Zeitvorgabe darf nur in begründeten Ausnahmefällen abgewichen werden.

Dokumentation der Prüfungen

Die Ergebnisse der Prüfungen sind unter Aufführung etwaiger Mängel aufzuzeichnen. Mit seiner Unterzeichnung bestätigt der Unternehmer oder ein von ihm beauftragter Mitarbeiter die Kenntnisnahme des Prüfprotokolls. Aufgeführte Mängel sind je nach Sicherheitsrelevanz vor dem erneuten Einsatz der Hubarbeitsbühne zu beheben. Bestehen diesbezüglich Unklarheiten, sollte mit dem Prüfer Rücksprache genommen werden. Hält der Prüfer eine Nachprüfung nach Abstellung von Mängeln für erforderlich, ist dem natürlich Folge zu leisten.

Prüfnachweise sind mindestens bis zur nächsten Prüfung aufzubewahren.

Beim Einsatz außerhalb des Unternehmens z. B. auf Baustellen oder in der Vermietung ist der Nachweis der letzten Prüfung mindestens als Kopie bei der jeweiligen Hubarbeitsbühne mitzuführen.

Zur Kennzeichnung der fristgerecht durchgeführten regelmäßigen Prüfung hat sich das Anbringen von Prüfplaketten (Bild 7-1) bewährt. Die Abstellung der bei der Prüfung festgestellten Mängel ist jedoch nur durch Einsicht in das entsprechende Prüfprotokoll feststellbar.

Der BG-Grundsatz "Prüfbuch für Hebebühnen" (BGG 945-1) stellt dem Prüfpersonal folgende Prüflisten zur Verfügung:

  • Stammblatt

  • Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme

  • regelmäßige bzw. außerordentliche Prüfungen

  • Nachprüfungen

Bild 7-1: Beispiel einer Prüfplakette