DGUV Information 208-019 - Sicherer Umgang mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen (DGUV ...

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Abschnitt 6.3, 6.3 Hauptgefährdungen
Abschnitt 6.3
Sicherer Umgang mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen (DGUV Information 208-019)
Titel: Sicherer Umgang mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen (DGUV Information 208-019)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 208-019
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.3 – 6.3 Hauptgefährdungen

Das Unfallgeschehen (siehe Abschnitt 1) zeigt beim Umgang mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen folgende Hauptgefährdungen:

  1. 1.

    Absturzgefährdung - Herausgeschleudert werden aus der Hubarbeitsbühne

  2. 2.

    Quetschgefährdung - Einquetschen zwischen Bedienpult bzw. Geländer der Hubarbeitsbühne und Teilen der Umgebung

Herausfallen/Herausgeschleudert werden aus der Hubarbeitsbühne

Herausfallen:

Personen können durch Umstürzen der Hubarbeitsbühne aus dem Arbeitskorb herausfallen.

Ursachen hierfür sind z. B.

  • unsachgemäßes Abstützen,

  • Nichtbeachtung der Bodenverhältnisse bzw. des Untergrundes,

  • Überlastung des Arbeitskorbes,

  • Aufbringen von zu großen Montagekräften,

  • Angefahrenwerden durch andere Fahrzeuge.

Eine gute Planung vor dem Einsatz der Hubarbeitsbühne und die Vorbereitung der Fahrwege und Abstützflächen für die fahrbare Hubarbeitsbühne sind Grundvoraussetzungen zur Vermeidung der Umsturzgefährdung.

Der bestimmungsgemäße Einsatz unter Berücksichtigung der Betriebsanleitung, Nutzung der technischen Möglichkeiten (z. B. Abstützung unter Verwendung der Nivellierwaage/Dosenlibelle), Unterweisung und Einweisung sowie der Einsatz eines Sicherungspostens können diese Umsturzgefährdung minimieren und sind als Maßnahmen in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen.

Herausgeschleudert werden:

Durch Hängenbleiben an und unter Konstruktionen bzw. in Bäumen oder Überfahren von Hindernissen können Personen aus dem Arbeitskorb herausgeschleudert werden (Peitscheneffekt/Katapulteffekt).

Aufmerksame und verantwortungsbewusste Fahrbewegungen des Bedieners und die Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz (siehe Abschnitt 9) in allen Auslegerbühnen vermindern dieses Risiko.

Das Risiko eines Absturzes besteht auch beim Verlassen des Arbeitskorbes in angehobener Stellung der Hubarbeitsbühne, z. B. beim Übersteigen in Konstruktions- und Gebäudeteile (siehe Abschnitt 6.4).

Quetschungen

Ist die Hubarbeitsbühne gegenüber dem Unterwagen um mehr als 90 gedreht, kehren sich die Fahrtrichtungen am Joystick um, d. h. der bisherige Befehl "Vorwärtsfahrt" leitet eine Rückwärtsbewegung ein. Dies kann zu einer ungewollten Fahrbewegung führen, sodass Personen u. U. zwischen Bedienpult bzw. Geländer des Arbeitskorbes und Teilen der Umgebung eingequetscht werden.

Häufig befinden sich Teile der Umgebung (z. B. Stahlträger) im Rücken der Bedienperson. Da sie diese nicht sieht, besteht beim Drehen, Teleskopieren, Heben und Senken des Arbeitskorbes die Gefahr, dass sie mit ihrem Rücken gegen diese Teile fährt und zwischen diesen und dem Bedienpult eingequetscht wird. Bei ungeschützten Bedienelementen ist sie dann häufig nicht mehr in der Lage, diese zu bedienen und sich selber freizufahren. Einige Hersteller bieten Hubarbeitsbühnen mit Schutzausrüstungen gegen Einquetschen an, z. B.

  • elektrisch verriegelte Schutzbügel über den Bedienelementen (Bild 6-3 auf Seite 50)

  • elektrische Schaltleisten auf dem Geländer des Arbeitskorbes (Bild 6-4 auf Seite 50)

  • Ultraschallsensoren

  • Dreistellungs-Joystick mit Panikstellung (Bild 6-5 auf Seite 50).

Keinenfalls darf der Betreiber/Mieter der fahrbaren Hubarbeitsbühne in die Steuerung eingreifen und Schutzausrüstungen gegen Einquetschen anbauen. Dies obliegt ausschließlich dem Hersteller.

Unterweisung und Einweisung vor Ort mit Hinweis auf die Quetschgefahren sowie die erhöhte Aufmerksamkeit des Bedieners können ebenfalls zur Reduzierung der Einquetschgefährdung beitragen.

Bild 6-3: Schutzbügel gegen unbeabsichtigtes Betätigen der Bedienelemente

Bild 6-4: Absicherung von Bedienpult und Geländer durch eine Abschaltleiste gegen Quetschgefahren

Bild 6-5: Dreistellungs-Joystick mit Panikstellung

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