DGUV Information 213-011 - Bauschuttrecycling - Sicherheit und Gesundheitsschutz...

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Abschnitt 4.6, 4.6 Stetigförderer
Abschnitt 4.6
Bauschuttrecycling - Sicherheit und Gesundheitsschutz (bisher: BGI 716)
Titel: Bauschuttrecycling - Sicherheit und Gesundheitsschutz (bisher: BGI 716)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-011
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.6 – 4.6 Stetigförderer

Ein Großteil der schweren Unfälle in der Baustoffbranche ereignen sich an Stetigförderern, z.B. Gurtförderer, Plattenbänder etc. Die nicht oder nur unzureichend geschützten Einzugstellen an Antriebs- und Umlenktrommeln sowie an Knick- oder Untergurtrollen stellen eine erhebliche Gefahr dar. Ablagerungen, Anbackungen und Fremdstoffe, insbesondere Bewehrungseisen, die sich in der Nähe der Einzugsstellen verklemmen, machen einen Eingriff durch das Personal erforderlich. Werden diese Arbeiten bei laufender Anlage durchgeführt, ist der Unfall programmiert.

Folgende Unfallbeispiele machen die erhöhte Gefährdung bei Arbeiten an laufenden Stetigförderern deutlich:

Nach Verlassen des Radladers kontrollierte Herr G. die Brechanlage und bemerkte, daß am Magnetabscheider ein größerer Eisendraht hing. Bei dem Versuch, den Draht zu entfernen, ohne die Anlage abzuschalten, wurde dieser in die Umlenktrommel eingezogen. Dabei verhakte sich der Draht in der Jacke von Herrn G., dessen Unterarm dadurch zwischen Seitenschutz und Gurt bis in den Trommelbereich hineingerissen wurde. Lautes Zurufen veranlaßte einen Kollegen, einen Not-Aus-Schalter zu betätigen, wodurch die Anlage schließlich stillgesetzt wurde.

Nach dem Einschalten der Aufbereitungsanlage ertönte für 11 Sekunden die nicht zu überhörende Anlaufwarnung. Anschließend setzten sich die Förderbänder in Bewegung. Der Betriebsleiter begab sich zum Radlader, Herr K. blieb in der Nähe des Beschickungsbandes für das Vorsieb. Kurz bevor der Betriebsleiter den Lader erreichte, hörte er einen lauten Schrei. Er drückte geistesgegenwärtig den Not-Aus-Schalter und setzte damit die Anlage still. Herr K. hatte versucht, einen Stein vom Untergurt zu entfernen und war dabei mit dem rechten Arm in die ungesicherte Auflaufstelle der Umlenktrommel eingezogen worden. Schwere Armverletzungen waren die Folge.

Diese Gefahren werden durch zweckmäßige Schutzeinrichtung (z.B. Füllstücke) an den genannten Gefahrstellen minimiert. Sie sollten möglichst so konstruiert sein, daß sie bei Störungen nicht demontiert werden müssen.

Bewehrungseisen verfangen sich seltener, wenn der Magnetabscheider nicht quer, sondern parallel zur Laufrichtung des Transportbandes angebracht wird.

Schmierstellen und Spannvorrichtungen müssen so angeordnet sein, daß bei deren Bedienung die Schutzvorrichtungen nicht entfernt werden müssen.

Die Installation von Not-Aus-Schaltern bzw. Reißleinenschaltern ist zwingend erforderlich. Zusätzlichen Schutz bieten akustische und optische Anlaufwarneinrichtungen. Einzelheiten zum sicheren Betrieb von Stetigförderern sind dem Heft 20 "Stetigförderer" der Schriftenreihe der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft zu entnehmen.