DGUV Information 213-009 - Auto-Betonpumpen (bisher: BGI 713)

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 6.3, Stützkräfte und Bodenpressung
Abschnitt 6.3
Auto-Betonpumpen (bisher: BGI 713)
Titel: Auto-Betonpumpen (bisher: BGI 713)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-009
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.3 – Stützkräfte und Bodenpressung

Die Eckstützkräfte sind auf einem Schild an jeder Stütze angegeben. Die Eckstützkraft gibt an, welche maximale Kraft auftritt, wenn der voll ausgefahrene Verteilermast gerade über die jeweilige Stütze geschwenkt wird. Diese Kraft muß sicher in den Untergrund eingeleitet werden können.

Eine Kennzeichnung "Eckstützkraft 265 kN" bedeutet beispielsweise, daß hier ein Gewicht von 26,5 t aufgebracht wird (vgl. Abb. 13)!

Die Stahlteller der Stützen haben keine ausreichend große Fläche, um die Stützkräfte in den Untergrund einzuleiten. Je nach Tragfähigkeit des Untergrunds müssen daher Abstützplatten und/oder -kanthölzer zur Vergrößerung der Stützfläche verwendet werden, um ein Einsinken der Teller zu vermeiden.

Den zulässigen Bodendruck muß der Fahrzeugführer von der Bauleitung erfragen oder selbst beurteilen. Hierzu dient Tabelle 1.

Tabelle 1:
Zulässiger Bodendruck verschiedener Bodenarten

Bodenartzulässiger Bodendruck
KN/m2daN/cm2
  kg/cm2
Naturboden,
z.B. Wiese
1001,0
Asphalt
(z.B. Gehwege)
2002,0
Schotter, verdichtet2502,5
toniger Boden, fest3003,0
Korngemisch, fest3503,5
Kies, fest4004,0
Fels, verwittert100010,0

6.3.1
Berechnung der Stützfläche

Die zulässigen Bodendrücke werden üblicherweise in kN/m2 oder daN/cm2 (dies entspricht der früher gebräuchlichen Einheit kg/cm2) angegeben.

Aus Eckstützkraft (daN) und Stützfläche (cm2) wird errechnet, welcher Stützdruck, daN/cm2, auftritt.

Ist der errechnete Stützdruck größer als die zulässige Bodenpressung, muß die Stützfläche vergrößert werden, z.B. durch Unterbauen mit Kanthölzern (Abb. 15).

Abb. 15: Zusammenhang zwischen Eckstützkraft, Stützfläche und Stützdruck

Rechenbeispiel:

Eckstützkraft der Maschine: 210 kN

zulässiger Bodendruck: 350 kN/m2

Aufstellung 1:

Es werden nur die serienmäßigen Stützteller ohne Unterbau verwendet (Kantenlänge 40 cm).

Stützkraft:210 kN = 21000 daN
Stützfläche:40 cm x 40 cm = 1600 cm2
Bodendruck:21000 daN/1600 cm2 =13,1 daN/cm2
zulässig:3,5 daN/cm2

Ohne Unterbau ist der zulässige Bodendruck deutlich überschritten, die Abstützung würde einsinken und die Maschine kippen.

Aufstellung 2:

Die Stützteller werden mit den Abstützplatten, Format 60 cm x 60 cm, unterlegt.

Stützkraft:21000 daN
Stützfläche:60 cm x 60 cm = 3600 cm2
Bodendruck21000 daN/3600 cm2 =5,83 daN/cm2
zulässig:3,5 daN/cm2

Auch mit diesen Abstützplatten wird der zulässige Bodendruck überschritten, es besteht noch immer Kippgefahr.

Aufstellung 3:

Die Abstützplatten werden zusätzlich mit 4 Kanthölzern, Querschnitt 15 cm x 15 cm, Länge 1,0 m unterbaut.

Stützkraft:21000 daN
Stützfläche:60 cm x 100 cm = 6000 cm2
Bodendruck:21000 daN/6000 cm2 = 3,5 daN/cm2

Erst mit dieser vergrößerten Stützfläche wird der zulässige Bodendruck eingehalten.

6.3.2
Tabellarische Bestimmung der Stützfläche

Aus den bekannten Werten zulässiger Bodendruck [kN/m2] und Abstützkraft [kN] kann die erforderliche Abstützfläche mit Tabelle 2 ermittelt werden. Angegeben sind die Kantholzlängen, die zusätzlich unter einer 60 cm x 60 cm großen Abstützplatte ausgelegt werden müssen.

Tabelle 2: Ermittlung der erforderlichen Kantholzlängen zum Unterbauen

Beim Ausfahren der Stützen muß ständig beobachtet werden, ob der Untergrund dem Druck standhält.

Beim Aufrichten und Schwenken des Verteilermastes werden die Stützen am höchsten belastet. Achtung! Hier ist die Kontrolle besonders wichtig.