DGUV Information 213-009 - Auto-Betonpumpen (bisher: BGI 713)

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Abschnitt 6.2, Abstützen und Ausrichten der Maschine
Abschnitt 6.2
Auto-Betonpumpen (bisher: BGI 713)
Titel: Auto-Betonpumpen (bisher: BGI 713)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-009
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.2 – Abstützen und Ausrichten der Maschine

Die Verantwortung für die sichere Abstützung trägt immer der Fahrzeugführer.

Zum sicheren und vorschriftsmäßigen Abstützen sollte folgendermaßen vorgegangen werden:

  • Das Fahrzeug wird mit der Feststellbremse und Unterlegkeilen gegen Wegrollen gesichert.

  • Wenn eine Hinterachssperre (bei zweiachsigen Fahrzeugen) vorhanden ist, wird durch Einlegen der Sperre das Ausfedern der Hinterachse blockiert. Dadurch wird die Hinterachse als Gegengewicht genutzt und die Standsicherheit erhöht (vergleichbar mit dem Kontergewicht eines Turmdrehkrans).

  • Alle vier Ausleger werden bis in die Endstellungen ausgefahren. Zwischenstellungen sind nicht zulässig, da beim Schwenken des Verteilermastes sonst die Gefahr des Umstürzens der Betonpumpe besteht. Abstützausleger können sowohl schwenkbar als auch teleskopierbar sein, in jedem Fall müssen die Abstützeinrichtungen jeweils bis in die Endstellung gefahren werden (Abb. 11).

Abb. 11: Hydraulisch ausschwenkender Ausleger mit Markierung für Endstellung

  • Zwischenstellungen sind ferner aus folgenden Gründen nicht erlaubt:

    Ein nur teilweise ausgefahrener Ausleger kann bei gleicher Belastung eher knicken als ein voll ausgefahrener, da die Krafteinleitung nicht an der konstruktiv vorgesehenen Stelle erfolgt.

  • Beim Ausfahren und Schwenken der Stützausleger kann Quetschgefahr zwischen Ausleger und festen Teilen in der Umgebung bestehen, besonders bei nicht richtig entlüftetem Hydrauliksystem können ungewollte Bewegungen eintreten. Daher gilt: Gefahrbereich beobachten, Steuerventile bis zum Erreichen der Endstellung nicht verlassen (Abb. 12).

Abb. 12: Ausfahren der Ausleger, Geräteführer am Steuerhebel

  • Vor dem Absenken der Stützen müssen die lastverteilenden Unterlagen (Kanthölzer, Abstützplatten) ausgelegt sein (Abb. 13). Diese müssen auf waagerechtem Untergrund aufliegen, um ein Abrutschen der Stützteller zu vermeiden.

    Die Stoßbelastungen der Stützen durch die Pumpvorgänge könnten bei schrägem Unterbau zum Abrutschen der Stützteller führen.

Abb. 13: Stützen mit Kanthölzern unterbaut

  • In geneigtem Gelände muß im Bereich der Stützflächen durch Aushub eine waagerechte Auflagefläche geschaffen werden.

  • Mit den Unterbauhölzern dürfen keine Hohlräume überbrückt werden (Bruch- und Kippgefahr).

  • Berechnung der erforderlichen Unterbaufläche s. Abschnitt 6.3.

  • Stützen werden einzeln so weit ausgefahren, bis die Maschine möglichst waagerecht steht (Abb. 14). Maximal zulässige Schrägstellung = 3 Grad!

Abb. 14: Libelle zur Kontrolle der Neigung

Größere Schrägstellungen beeinträchtigen die Standsicherheit und überlasten das Drehwerk des Verteilermastes.

  • Mit den Stützen wird das Fahrzeug so weit angehoben, daß

    • die Hinterräder gerade vom Boden abheben (Hinterachse wirkt als Kontergewicht),

    • die Vorderräder entlastet sind, den Boden aber noch berühren.

Bei Fahrzeugen, deren Vorderachse vor den ausgefahrenen Abstützzylindern liegt (z.B. Haubenfahrzeuge), werden die Vorderräder als zusätzliche Unterstützung benötigt. Hier werden die Stützen nur so weit ausgefahren, daß das Fahrzeug nicht aus den Federn gehoben ist (Herstellerhinweis beachten).

  • Grundsätzlich ist beim Ausrichten zu beachten, daß die vorderen Ausleger und Stützen nicht dafür dimensioniert sind, die Vorderachse freizuheben.

  • Nachdem die Maschine mit den Stützen ausgerichtet wurde, muß die Stützhydraulik gesperrt werden. Dies geschieht durch Schließen, z.B. der Handräder oder Betätigen des Vorsteuerventils. Bei Leckagen im Hydrauliksystem wird dadurch ein Absinken verhindert.