DGUV Information 208-018 - Stetigförderer (bisher: BGI 710)

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Abschnitt 3.4, Schneckenförderer
Abschnitt 3.4
Stetigförderer (bisher: BGI 710)
Titel: Stetigförderer (bisher: BGI 710)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 208-018
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.4 – Schneckenförderer

3.4.1
Gefahren an Schneckenförderern

Bei Schneckenförderern besteht Einzuggefahr für Körperteile oder für den gesamten Körper, je nach Größe der Schnecke. Gefahren treten auch dadurch auf, dass Förderschnecken für Wartungs- und Reparaturarbeiten nicht ausreichend sicher zugänglich sind.

3.4.2
Schutzmaßnahmen an Schneckenförderern

Zur Vermeidung dieser Gefahren müssen Schneckenförderer so gebaut sein, dass die drehenden Förderschnecken nicht erreichbar sind. Dies wird entweder dadurch gewährleistet, dass diese in geschlossenen Rohren laufen und alle Schau- und Montageöffnungen fest verschraubt sind. Größere Schneckenförderer, deren Förderschnecken für Wartungs- und Reparaturarbeiten zugänglich sein müssen, laufen dagegen in Trögen, die mit geschlossenen oder mit Gitterabdeckungen gesichert sind. Diese Abdeckungen müssen ebenfalls mit den Trögen fest verschraubt, mit Schlössern gesichert oder mit Hilfe von Sicherheitsgrenztastern elektrisch mit den Antrieben verriegelt sein. Betretbare Schneckenförderer bzw. deren Abdeckungen müssen eine Tragfähigkeit von mindestens 100 kg/m2 aufweisen.

Ist es aufgrund der Transportaufgabe nicht möglich, die Schnecke vollständig abzudecken, muss zumindest gewährleistet sein, dass der Arbeitsbereich während des Betriebs nicht betreten werden kann, oder die Wandung des Troges muss soweit erhöht werden, dass ein Erreichen der Gefahrstellen sicher vermieden ist. Im Bereich der Zulauf- und Austragsöffnungen von Schnecken müssen feste Schutzgitter eingebaut sein, die ein Hindurchgreifen und Erreichen der rotierenden Schnecke verhindern.

Oftmals ist im Bereich einer Anlage eine größere Anzahl von Schneckenförderern vorhanden. Damit z.B. in Transportbetonwerken beim Ausfall eines Förderers nicht das gesamte Werk zum Erliegen kommt, ist es erforderlich, jeden Schneckenförderer mit einem eigenen Hauptschalter auszustatten, um sicherzustellen, dass im Reparaturfall eine allpolige Trennung vom Netz gewährleistet ist. Aufgrund der Antriebsleistungen reicht es häufig aus, die Forderungen nach der allpoligen Trennung durch Einbau einer Steckvorrichtung zu erfüllen (Abb. 41). Diese Stecker sollen so angeordnet sein, dass sie vom Instandhaltungspersonal im Auge behalten werden können.

Abb. 41: Allpolige Trennung durch Steckvorrichtung

Bei Recyclinganlagen zur Aufbereitung von Restbeton (Abb. 42) kommt eine Besonderheit hinzu. Häufig sind in diesen Anlagen Rührwerke in den Becken enthalten, in denen das Zement-Wassergemisch aufgefangen und der Produktion wieder zugeführt wird. Diese Rührwerke müssen ständig in Betrieb sein, weil sich sonst die Zementschlämme absetzen und verfestigen. Derartige Anlagen müssen für Wartungs- und Reparaturarbeiten an den Schneckenförderern über einen zweiten separaten Hauptschalter verfügen, damit der Förderer allein allpolig abgeschaltet werden kann.

Abb. 42: Recycling-Anlage mit Austragsschnecke