DGUV Information 215-520 - Klima im Büro Antworten auf die häufigsten Fragen (DG...

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Abschnitt 4.3, Frage 17: Wie lüftet man richtig?
Abschnitt 4.3
Klima im Büro Antworten auf die häufigsten Fragen (DGUV Information 215-520)
Titel: Klima im Büro Antworten auf die häufigsten Fragen (DGUV Information 215-520)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-520
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.3 – Frage 17:
Wie lüftet man richtig?

Ein Maß für die richtige Lüftung ist die Luftwechselrate. Sie gibt an, wieviel Mal pro Stunde die gesamte Luft in einem Raum ausgetauscht wird.

In den meisten Büros gewährleisten genügend große Fenster einen problemlosen Luftaustausch über freie Lüftung. Eine Luftwechselrate von 1, d.h. in einer Stunde wird die gesamte Raumluft einmal erneuert, ist ausreichend. Bei kalter, trockener Außenluft im Winter kann eine geringere Luftwechselrate sinnvoll sein (siehe Frage 7).

Die Wirksamkeit der freien Lüftung ist unter anderem vom Wetter abhängig. Nur bei Temperaturunterschieden zwischen innen und außen oder wenn es windig ist, findet ein Luftaustausch statt. So kann beispielsweise im Frühjahr bei Windstille und Außentemperaturen von +20 C das natürliche Lüften fast wirkungslos sein.

Abb. 3 Spaltlüftung

Abb. 4 Stoßlüftung

Abb. 5 Querlüftung

Empfehlenswert ist die Stoßlüftung durch mehrmaliges kurzzeitiges, aber komplettes Öffnen der Fenster (s.a. Frage 4). Über die Art des Lüftens, insbesondere bei kühleren Außentemperaturen, sollten sich die Beschäftigten untereinander verständigen.

Nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über Anhaltswerte der erreichbaren Luftwechselrate in Abhängigkeit verschiedener Lüftungsvarianten:

LüftungsvariantenLuftwechselrate
(Austausch der Raumluft pro Stunde)
Fenster zu, Türen zu0 bis 0,3
Fenster gekippt (Spaltlüftung)0,3 bis 1,5
Fenster kurzzeitig ganz geöffnet (Stoßlüftung)0,3 bis 4
Fenster ständig ganz geöffnet9 bis 15
Gegenüberliegende Fenster ständig ganz geöffnet (Querlüftung)bis 40

Es besteht auch die Möglichkeit einer technischen Lüftung über Lüftungs- bzw. Klimaanlagen. Diese ist erforderlich, wenn der notwendige Luftaustausch über freie Lüftung nicht erreicht werden kann, z. B. in großen Büroräumen und fenster- bzw. türfernen Bereichen *). Auch bei Umgebungsbelastungen durch z. B. Straßenlärm und besondere Außenluftverschmutzung empfiehlt sich der Einsatz von Lüftungs- und Klimaanlagen. Die Lüftungs- bzw. Klimaanlage ist von einer Fachfirma auszulegen, zu planen, zu bauen und instand zu halten. Die Luftwechselrate sollte mindestens 2 betragen.

Zu beachten ist, dass die Lüftungs- bzw. Klimaanlage nur dann wirksam arbeitet, wenn Fenster und Türen geschlossen sind.

*)

Bei einseitiger freier Lüftung, z. B. alle Fenster in einer Außenwand, sollte die Raumtiefe nicht mehr als das 2,5-fache der Raumhöhe betragen. Beispiel: Raumhöhe H = 2,80 m, Raumtiefe nicht über 7,0 m (2,5 2,8 m).