DGUV Information 208-016 - Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tri...

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Abschnitt 5.3, Bauartunabhängige Hinweise zur bestimmungsgem...
Abschnitt 5.3
Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tritten (bisher: BGI 694)
Titel: Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tritten (bisher: BGI 694)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 208-016
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.3 – Bauartunabhängige Hinweise zur bestimmungsgemäßen Benutzung

  • Anlege-, Schiebe- und Mehrzweckleitern nur an sichere Flächen anlegen.

    Unsichere Anlegestellen sind z.B. Glasscheiben, Spanndrähte, Masten, Stangen, unverschlossene Türen.

  • Anlege-, Schiebe- und Mehrzweckleitern mit Sprossen unter einem Winkel von 65 bis 75 zur Waagerechten anlegen.

    Zu flaches Anlegen kann zum Wegrutschen, zu steiles Anlegen zum Umkippen führen.

    Bild 46: Richtiger Anlegewinkel

    Der einfachen Bestimmung des richtigen Anlegewinkels dient die so genannte Ellenbogenmethode.

  • Stufenanlegeleitern so anlegen, dass die Stufen waagerecht stehen.

  • Bei Anlege- und Schiebeleitern die obersten drei Stufen/Sprossen nicht betreten.

    Beim Betreten der obersten drei Stufen/Sprossen fehlt nicht nur die Haltemöglichkeit, sondern es besteht auch die erhöhte Gefahr des Wegrutschens.

  • Bei Stehleitern mit aufgesetzter Schiebeleiter dürfen die oberen vier Sprossen des Schiebeleiterteiles nicht bestiegen werden.

    Der obere Teil des Leiterschenkels dient nur dem Festhalten. Beim Besteigen der oberen Sprossen besteht Kippgefahr.

  • Anlege-, Schiebe- und Mehrzweckleitern sind zum Übersteigen geeignet, wenn sie mindestens einen Meter überstehen oder bauseits Festhaltemöglichkeiten vorhanden sind. Um das Verrutschen zu vermeiden, sollten Einhakvorrichtungen verwendet werden (siehe Bild 30).

  • Anlege-, Schiebe- und Mehrzweckleitern auf Erdboden, Grasflächen oder sonstigem nachgiebigen Untergrund möglichst mit Stahlspitzen aufstellen.

  • Die Sperrbolzen höhenverstellbarer Leitern ("Teleskopleitern") müssen vollständig in die Sprossenlöcher eingeschoben sein.

    Bild 47: Teleskopleiter-Sperrbolzen

    Bei der Benutzung von höhenverstellbaren Leitern (Schiebe-, Mehrzweck- und Stehleitern) müssen die Fallhakensicherungen eingelegt sein.

  • Stehleitern ohne Haltevorrichtung nur bis zur jeweils drittobersten Sprosse/Stufe betreten.

    Die beiden oberen Stufen-/Sprossenpaare dienen dem Anlehnen und ermöglichen so einen sicheren Stand auch ohne separate Haltevorrichtung.

  • Stehleitern dürfen nur mit gespannten Spreizsicherungen benutzt werden.

  • Stehleitern dürfen nicht als Anlegeleitern benutzt werden.

    Auf Grund der Formgebung der Leiterfüße können Stehleitern nicht die erforderliche Rutschhemmung aufweisen.

    Beim Betreten der untersten Stufe/Sprosse kommt es zur Überlastung der Gelenke. Dabei kann die Leiter nach hinten abkippen.

  • Von Stehleitern oder Mehrzweckleitern in der Gebrauchsstellung "Stehleiter" bzw. "Stehleiter mit aufgesetzter Schiebeleiter" nicht auf hochgelegene Arbeitsplätze oder Einrichtungen übersteigen.

    Beim Übersteigen besteht erhöhte seitliche Kippgefahr.

  • Bei fahrbaren Stehleitern die druckfesten Spreizsicherungen einlegen. Sind bei Stehleitern mit aufgesetzter Schiebeleiter druckfeste Aussteifungen vorhanden, gehört auch hier das Einlegen zur bestimmungsgemäßen Verwendung.

    Die druckfesten Spreizsicherungen verhindern das "Wandern" des Steigschenkels, wenn das aufgesetzte Schiebeteil (Oberleiter) betreten wird. Sie dürfen nicht als Ablage verwendet oder betreten werden.

  • Fahrbare Steh- und Podestleitern gegen unbeabsichtigtes Verfahren sichern.

    Sicherung durch "Betätigen" der Feststellbremse

    Bild 48: Feststellbare Fahrrolle

  • Automatische" Sicherung durch die Belastung beim Betreten

    Bild 49: Federgelagerte Fahrrolle

  • Einteilige Mehrzweckleitern mit Gelenken erst benutzen, wenn sich alle Gelenke in Sperrstellung befinden.

    Die Sperrstellung der Gelenke ist erkennbar, z.B. durch Sperrbolzen mit "Offen-Geschlossen" Markierung, z.B. "O - C" oder "O - I".

    Bild 50: Sperrstellung der Gelenke

  • Hängeleitern so gegen unbeabsichtigtes Aushängen sichern, befestigen und abspannen, dass sie nicht verrutschen oder in Pendelbewegungen geraten können.

  • Dachdeckerauflegeleitern mit der Sprosse mittig in Sicherheitsdachhaken einhängen (siehe Bild 20).

Dachdeckerauflegeleitern nicht

  • als Anlegeleiter verwenden

  • mit der obersten Sprosse einhängen,

  • in die Dachrinne stellen,

  • bei Dachneigungen von mehr als 75 benutzen,

  • mit deckendem Anstrich versehen.