DGUV Information 208-016 - Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tri...

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Abschnitt 5.2, Bauartunabhängige Hinweise zur bestimmungsgem...
Abschnitt 5.2
Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tritten (bisher: BGI 694)
Titel: Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tritten (bisher: BGI 694)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 208-016
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.2 – Bauartunabhängige Hinweise zur bestimmungsgemäßen Benutzung

  • Bei Arbeiten von Leitern aus muss ein sicheres Festhalten und Stehen möglich sein.

Dieser Methode können bei Verwendung geeigneter Leitern gleichgestellt sein:

  • Stehen mit mindestens einem Fuß auf der Plattform einer Stufenstehleiter bei gleichzeitigem Anlehnen an der Haltevorrichtung.

  • Stehen in Grätschstellung auf einer beidseitig besteigbaren Stehleiter, wobei der Benutzer auf den jeweils drittobersten Sprossen/Stufen steht und Knieschluss mit der Leiter hält.

  • Stehen mit beiden Füßen auf den Sprossen/Stufen der Anlegeleiter bei gleichzeitigem Anlehnen mit dem Körper oder Körperteilen an höhergelegene Sprossen. Der Körperschwerpunkt liegt dabei stets zwischen beiden Leiterholmen.

Bild 43: Sicherer Stand auf der Stehleiter mit Plattform

Bild 44: Sicherer Stand bei Über-Kopf-Arbeiten

Bild 45: Sicherer Stand auf der Anlege-Schiebeleiter

  • Die sichere Benutzung von Leitern und Tritten sollte durch den Transport von Arbeitsmitteln und Materialien nicht wesentlich eingeschränkt werden.

    Zum Transport von Arbeitsmitteln haben sich umhängbare Werkzeugtaschen, -gürtel oder -schürzen bewährt.

    Es sollte darauf geachtet werden, dass keine Gegenstände mit einem Gewicht von mehr als 10 kg transportiert werden. Deren Windangriffsfläche sollte 1 m2 nicht übersteigen.

  • Es sollten keine Stoffe und Geräte benutzt werden, von denen zusätzliche Gefahren ausgehen.

    Beispiele hierfür sind:

    • Heiße oder ätzende flüssige Stoffe,

    • Geräte mit erheblicher Krafteinwirkung auf den Benutzer.

  • Leitern und Tritte sind nur mit maximal 150 kg zu belasten.

  • Steigschenkel von Leitern und Tritten sind nur von einer Person zu betreten.

  • Leitern und Tritte sind nur mit geeignetem Schuhwerk zu besteigen.

    Geeignet sind z.B. geschlossene Schuhe; offenes Schuhwerk ohne Fersenriemen ist nicht geeignet.

  • Für die vorgesehene Tätigkeit sind bereitgestellte Leitern und Tritte und gegebenenfalls erforderliches Zubehör zu benutzen.

    Ungeeignet als Aufstieg sind z.B. Hocker, Stühle, Tische, Getränkekisten, Fässer, Regale.

  • Leitern und Tritte sind vor der Benutzung durch den Benutzer auf ordnungsgemäßen Zustand zu prüfen. Mängel sind dem Vorgesetzten zu melden. Mit Mängeln behaftete Leitern und Tritte dürfen nicht benutzt werden.

    Dies gilt besonders bei der Benutzung betriebsfremder Leitern und Tritte.

  • Leitern sind sicher zu transportieren.

    Zum sicheren Transport gehört z.B., dass lange Leitern vor dem Transport zusammengeschoben bzw. -geklappt werden.

  • Leitern auf Verkehrswegen sind gegen unbeabsichtigtes Umstoßen zu sichern.

    Geeignete Sicherungsmaßnahmen sind z.B. Aufstellen von Warnposten, Absperrungen oder Abschrankungen.

  • Beim Arbeiten auf der Leiter sollen sich Benutzer nicht hinauslehnen.

    Seitliches Hinauslehnen kann zum Umkippen der Leiter führen und ist häufig die Ursache für Unfälle mit schweren Verletzungen. Deshalb sollte der Körperschwerpunkt zwischen den Leiterholmen liegen.

  • Leitern und Tritte auf ebenem und tragfähigem Untergrund aufstellen.

    Ungeeignet sind z.B. Kisten, einzelne Ziegelsteine oder Steinstapel, Tische, lose Unterlagen.

  • Leitern sollten nicht bei Witterungsbedingungen benutzt werden, die eine zusätzliche Gefährdung hervorrufen.

    Zusätzliche Gefährdungen sind z.B. starker oder böiger Wind, Vereisung oder Schneeglätte.