DGUV Information 209-023 - Lärm am Arbeitsplatz (DGUV Information 209-023)

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Abschnitt 3.1, 3.1 Schalldruckpegel, Messgrößen und Messverf...
Abschnitt 3.1
Lärm am Arbeitsplatz (DGUV Information 209-023)
Titel: Lärm am Arbeitsplatz (DGUV Information 209-023)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-023
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.1 – 3.1 Schalldruckpegel, Messgrößen und Messverfahren

3.1.1
Schalldruckpegel

In der Akustik rechnet man nicht mit dem Schalldruck als Effektivwert der Druckschwankungen in einem Medium (Luft, Flüssigkeit oder fester Körper), sondern mit einem logarithmischen Maß, dem Schalldruckpegel Lp (englisch: L = level, p = pressure), auch kurz Schallpegel genannt.

Als "Schalldruckpegel"

  Lp = 20 lgp
___
p0
in dB
p vorhandener Schalldruck
p0 Schalldruck an der Hörschwelle (p0 = 0,00002 Pa)

werden alle in der Praxis gebräuchlichen Größen angegeben.

3.1.2
Frequenzbewertung

Die im Arbeits- und Gesundheitsschutz gebräuchlichste Größe ist die "A"-Frequenzbewertung. Dabei wird das menschliche Hörempfinden durch in Messgeräte eingebaute Filter nachgeahmt.

Bei der Benutzung dieses Filters werden im Messgerät tiefe Töne stark gedämpft und hohe Töne schwach verstärkt. Angegeben wird der Schalldruckpegel LA in dB. Gebräuchlich ist auch die Schreibweise L in dB(A).

Der Index "C" weist auf die "C"-Frequenzbewertung hin. Bei dieser Frequenzbewertung werden die hörbaren tiefen und hohen Töne nur wenig gedämpft.

Der C-bewertete Schalldruckpegel dient z. B. gemeinsam mit dem A-bewerteten Pegel zur Auswahl von Gehörschutz (siehe Abschnitt 8).

Bild 3-1: Im Arbeitsschutz gebräuchliche Frequenzbewertungen

Bedeutung der wichtigsten frequenz- und zeitbewerteten Pegel
LAin dB(A)Schalldruckpegel (Momentanwert) gemessen mit Frequenzbewertung "A", auch Schallpegel genannt
LCin dB(C)Schalldruckpegel (Momentanwert) gemessen mit Frequenzbewertung "C"
LAFin dB(A)Schalldruckpegel (Momentanwert) gemessen mit Frequenzbewertung "A" und der Zeitbewertung "fast" = "schnell"
LASin dB(A)Schalldruckpegel (Momentanwert) gemessen mit Frequenzbewertung "A" und der Zeitbewertung "slow" = "langsam"
LCFin dB(C)Schalldruckpegel (Momentanwert) gemessen mit Frequenzbewertung "C" und der Zeitbewertung "fast" = "schnell"
LpC,peakin dB(C)Spitzenwert des Schalldruckpegels mit Frequenzbewertung "C"
Bedeutung der wichtigsten Pegel im Arbeitsschutz
LAeq,tin dB(A)A-bewerteter äquivalenter Dauerschallpegel als Mittelungspegel über den Zeitraum "t"
LCeq,tin dB(C)C-bewerteter äquivalenter Dauerschallpegel als Mittelungspegel über den Zeitraum "t" Gemeinsam mit dem gleichzeitig gemessenen LAeq,t lässt sich die Geräuschklasse zur Bestimmung von Gehörschutz ermitteln (siehe Abschnitt 8).
LEX,8hin dB(A)Tages-Lärmexpositionspegel, entspricht dem Dauerschallpegel LAeq,8h Er ergibt sich auch aus den Einzelpegeln LAeq,t und den dazugehörigen Expositionszeiten
LpC,peakin dB(C)Spitzenschalldruckpegel

Bild 3-2: Im Arbeitsschutz gebräuchliche Schalldruckpegel

3.1.3
Zeitbewertung

Die gebräuchlichsten Zeitbewertungen, die die Messgeräte aufweisen, sind die Zeitbewertungen "slow", "fast" und "peak".

Zeitbewertung "slow"

In der Zeitbewertung "slow" werden Schwankungen gedämpft, sodass das Ablesen von Momentanpegeln, insbesondere auf Messgeräten mit analoger Anzeige, erheblich vereinfacht wird.

Zeitbewertung "fast"

Die Zeitbewertung "fast" ist die Standardzeitbewertung bei der Mittelung von Schallpegeln. Als Einstellung in einem Messgerät mit analoger Anzeige ist sie weniger gut geeignet, da die schnelle Bewegung des Zeigers ein Ablesen eines Momentanpegels sehr erschwert.

Zeitbewertung "peak"

Mit der Einstellung "peak" wird üblicherweise der maximale Spitzenschalldruckpegel innerhalb des Messzeitraums ermittelt. In der Frequenzbewertung "C" ergibt er den Messwert, für den in der LärmVibrationsArbSchV Auslöse- und maximal zulässige Expositionswerte festgelegt sind.

3.1.4
Messverfahren

Geräusche an Arbeitsplätzen können in ihrem Pegelverlauf gleichmäßig, schwankend oder unterbrochen sein oder aus Kombinationen verschiedener Geräusche bestehen.

Ältere Messgeräte, die nur den Momentanpegel angeben, repräsentieren nur den Augenblick der Ablesung, was bei nicht gleichmäßigen Geräuschen natürlich zu Fehlinterpretationen führen kann.

Messgeräte, die im Arbeitsschutz eingesetzt werden sollen, müssen den energieäquivalenten Dauerschallpegel über einen längeren Zeitraum ausweisen können, um auch Pegelschwankungen zu berücksichtigen.

Weiterhin müssen diese Messgeräte den C-bewerteten peak-Wert (LpC,peak) messen können, um den Spitzenschalldruckpegel angeben zu können.