DGUV Information 209-023 - Lärm am Arbeitsplatz (DGUV Information 209-023)

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Abschnitt 7, 7. Lärmminderungsprogramm
Abschnitt 7
Lärm am Arbeitsplatz (DGUV Information 209-023)
Titel: Lärm am Arbeitsplatz (DGUV Information 209-023)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-023
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 7 – 7. Lärmminderungsprogramm

Die Forderung des § 7 Abs. 5 der LärmVibrationsArbSchV besagt, dass für Arbeitsplätze, an denen der Tages-Lärmexpositionspegel für die obere Auslöseschwelle von 85 dB(A) überschritten wird, ein Programm mit technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Verringerung der Lärmexposition auszuarbeiten ist.

Dabei bezieht sich der Stand der Technik auf den Zeitpunkt, zu dem das Programm aufgestellt wird. Der Stand der Technik beschreibt fortschrittliche Arbeitsmittel, Arbeitsplätze und Arbeitsverfahren zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit.

Vergleichbare Anwendungen wurden in der Praxis bereits erfolgreich erprobt. Ihre Eignung für die Praxis erscheint deshalb gesichert.

Entsprechend muss das Programm bei einer Weiterentwicklung der Lärmminderungstechnik erneuert werden.

Ziel ist es, eine Lärmgefährdung zu vermeiden, d. h. mindestens den oberen Auslösewert von 85 dB(A) einzuhalten.

Ein Lärmminderungsprogramm muss enthalten:

  • die Ermittlung und Darstellung der Geräuschimmission am Arbeitsplatz

  • die Tätigkeit am Arbeitsplatz

  • die Analyse der Geräuschquellen (Ursachenanalyse)

  • die Auswahl und Beurteilung der technischen Lärmminderungsmaßnahmen, die für die Arbeitsmittel, die Arbeitsverfahren und die Arbeitsräume zutreffend sind

  • die Beurteilung des Entwicklungsstandes der technischen Maßnahmen der Arbeitsstätten und Einrichtungen

  • Zeitplan und Prioritäten der Maßnahmen

  • Prognose, welche Werte der Geräuschemission durch Lärmminderung am Arbeitsmittel bzw. Arbeitsverfahren erreicht werden

  • Prognose, welche Werte der Geräuschexposition durch Lärmminderungsmaßnahmen erreicht werden

Weitere Hinweise enthält die BG-Information "Geräuschminderung im Betrieb; Lärmminderungsprogramm" (BGI 675).

Bei vielen dieser Fragen ist die Beratung durch externe Fachleute anzuraten. Oftmals bietet sich auch eine Kombination zwischen Arbeits- und Nachbarschaftsschutz an.

Der Vorteil beim Aufstellen eines Lärmminderungsprogramms ist die systematische Vorgehensweise und die Prognose der Pegelreduzierung. So werden teure Misserfolge vermieden.

Es sollte dabei auch berücksichtigt werden, dass der Aufwand für die Erstellung eines Lärmminderungsprogramms in einem vernünftigen Verhältnis zur Realisierung der Lärmminderungsmaßnahme steht.

Bild 7-1: Arbeitsschritte zur Erstellung eines Lärmminderungprogrammes (nach BG-Information "Geräuschminderung im Betrieb; Lärmminderungsprogramm" [BGI 675])