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Abschnitt 6.2, 6.2 Kulissensystem für eine Sheddachhalle
Abschnitt 6.2
Raumakustik in industriellen Arbeitsräumen Anforderungen, Grundlagen, Messverfahren, Maßnahmen, Lärmminderungserfolge Lärmschutz-Arbeitsblatt (IFA-LSA 01-234)
Titel: Raumakustik in industriellen Arbeitsräumen Anforderungen, Grundlagen, Messverfahren, Maßnahmen, Lärmminderungserfolge Lärmschutz-Arbeitsblatt (IFA-LSA 01-234)
Normgeber: Bund
Redaktionelle Abkürzung: IFA-LSA 01-234
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.2 – 6.2 Kulissensystem für eine Sheddachhalle

In einer Werkstatt wurden in einem Arbeitsbereich mit Blechverarbeitung zeitweise hohe Schalldruckpegelspitzen erzeugt, die aufgrund ungünstiger raumakustischer Bedingungen in alle Arbeitsbereiche übertragen wurden. Dadurch ergab sich für alle Beschäftigten in der Werkstatt eine verhältnismäßig hohe Lärmbelastung.

Die Grundfläche der Werkstatt beträgt 33 19,5 m2. Die Sheddachkonstruktion mit fünf quer verlaufenden Sheds ergibt eine Raumhöhe zwischen 3,5 m an der Shedunterkante und 5,7 m an der Shedoberkante. Vor Ausführung der raumakustischen Maßnahmen waren alle Raumbegrenzungsflächen schallhart (Blech- bzw. Glasflächen und Beton). Die zugehörigen Messwerte für DL 2, TRLV für zwei unterschiedliche Pfade sind in Tabelle 6.3 zusammengestellt.

Oktavbandmittenfrequenz [Hz] 500 1000 2000 4000
DL 2,TRLV [dB] Pfad 1 2,92,52,73,3
Pfad 2 2,92,72,93,4

Tab. 6.3
Schallpegelabnahmen pro Abstandsverdopplung in einer Sheddachhalle mit schlechter Raumakustik (Ausgangssituation).

Zur raumakustischen Nachbesserung wurde eine schallabsorbierende Deckengestaltung vorgeschlagen. Da die Unterzüge zwischen den Sheds wegen der Licht- und Heizungsinstallation nicht schallabsorbierend belegt werden konnten, wäre eine direkte schallabsorbierende Flächenbelegung lediglich auf den senkrechten Shedflächen sowie den Stirnflächen der Sheds möglich gewesen, entsprechend einer Gesamtfläche von ca. 235 m2 (ca. 25 % der verbauten Deckenfläche). Zusätzlich zum geringen Belegungsgrad wären bei dieser Maßnahme die senkrechten Shedflächen nur aus einer Richtung direkt beschallt worden. Dies hätte nur in einer Richtung eine nennenswerte Verringerung der Schallpegelabnahme ergeben.

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Abb. 6.3
Anordnung von Kulissensystemen zur Verbesserung der Raumakustik einer Sheddachhalle.

Oktavbandmittenfrequenz [Hz] 500 1000 2000 4000
DL 2,TRLV [dB] Pfad 1 4,24,13,84,1
Pfad 2 4,13,94,04,4

Tab. 6.4
Schallpegelabnahmen pro Abstandsverdopplung in der Sheddachhalle nach Durchführung der raumakustischen Maßnahmen.

Deshalb wurden in den fünf Shedöffnungen der Decke jeweils Kulissensysteme mit acht Reihen Akustikplatten aus Melaminharzschaum in Höhe der Deckenunterzüge vertikal aufgehängt (siehe Abbildung 6.3). Die Achsabstände zwischen den Reihen von 0,4 m entsprechen dabei jeweils der Höhe der Absorberplatten. Die damit erreichte raumakustische Situation ist durch die auf zwei Messpfaden ermittelten DL 2,TRLV -Werte in Tabelle 6.4 beschrieben. Damit werden die nach TRLV Lärm geforderten mittleren Pegelabnahmen DL 2,TRLV von mindestens 4 dB auf beiden Pfaden für die meisten Frequenzen erreicht. Die geringen Unterschreitungen der Vorgaben liegen im Bereich der Messunsicherheit und können toleriert werden. Im Vergleich zu der ursprünglichen Situation in der Halle (sieheTabelle 6.3) konnten vor allem in größerer Entfernung zu dem Bereich der Blechverarbeitung deutliche Lärmminderungen erreicht werden. Der Lärmbereich ließ sich dadurch auf die unmittelbare Umgebung der lautesten Arbeitsplätze eingrenzen.