DGUV Information 212-673 - Empfehlungen zur Benutzung von Gehörschützern durch F...

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Abschnitt 4.4, Anmerkungen und Hinweise zur Versuchsdurchfüh...
Abschnitt 4.4
Empfehlungen zur Benutzung von Gehörschützern durch Fahrzeugführer bei der Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr (bisher: BGI 673)
Titel: Empfehlungen zur Benutzung von Gehörschützern durch Fahrzeugführer bei der Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr (bisher: BGI 673)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 212-673
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.4 – Anmerkungen und Hinweise zur Versuchsdurchführung

  1. 1.

    In Ausnahmefällen (extrem hoher Geräuschpegel am Fahrerarbeitsplatz oder Testperson mit Hörstörung) wird unter Umständen eine Pkw-Hupe auch dann nicht mehr erkannt, wenn der hupende Pkw direkt hinter dem Testfahrzeug steht. In diesem Fall kann die Hörprobe mit dem Warnsignal eines bevorrechtigten Fahrzeuges (Einsatzhorn) entsprechend Abschnitt 4.3 wiederholt werden.

  2. 2.

    Da die vereinbarten Rückmeldesignale (Handheben, Bremse betätigen) erst kurz vor dem Test festgelegt werden, hat die Testperson naturgemäß keine "Routine". Das kann dazu führen, dass die Testperson auch eigentlich gehörte Signale nicht bestätigt. Die Testprozedur sollte daher möglichst vor dem eigentlichen Testvorgang einmal durchgespielt werden.

  3. 3.

    Art und Länge des Hupsignals sind nicht vorgegeben, es empfiehlt sich aber folgendes Vorgehen:

    1. a)

      Pkw-Hupe: Die Hupe (Elektromagnetisches Horn, keine pneumatische Fanfare) muss hinsichtlich Schalldruckpegel und Frequenz der Straßenverkehrszulassungsordnung entsprechen,

    2. b)

      Hupsignal: Einmalige Betätigung für ca. 1 bis 1,5 Sekunden,

    3. c)

      Zeitlichen Abstand zwischen den einzelnen Hupsignalen variieren, damit sichergestellt ist, dass die Testperson das Signal auch wirklich gehört hat (und nicht nur "rhythmisch" Rückmeldung gibt). Gegebenenfalls beim Rückwärtsfahren kurz anhalten.

  4. 4.

    Bei der Ermittlung der Hörweite ohne Gehörschutz (Rückwärtsfahren) sollte ca. alle 2 m ein Hupsignal gegeben werden. Nummer 3 Buchstabe c) beachten!

  5. 5.

    Für die meisten Fahrzeuge mit Fahrerkabine werden Testentfernungen (Hörweiten ohne Gehörschutz) von ca. 6 bis 20 m ermittelt. Bei Fahrzeugen ohne Fahrerkabine bzw. bei Hörproben mit Einsatzhorn ist unter Umständen mit deutlich größeren Testentfernungen zu rechnen. Dies sollte bei der Auswahl des Testgeländes berücksichtigt werden. Eventuelle Lärmbelästigung der Nachbarschaft beachten!

  6. 6.

    Vor Versuchsbeginn sollte der Motor des zu untersuchenden Fahrzeugs auf Betriebstemperatur gebracht werden. Moderne Motoren sind vollgasfest, bei älteren Motoren sollte die Testphase aber so kurz wie möglich gehalten werden, vor allem ist die Kühlmittel-Temperaturanzeige im Auge zu behalten. Bei vermuteten Vorschäden des Motors sollte der Test mit einem anderen Fahrzeug gleichen Typs durchgeführt werden.