DGUV Information 214-004 - Muster-Betriebsanweisung für den Betrieb von Fahrzeug...

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Abschnitt 3.5, 3.5 Besondere Bestimmungen für kippbare Fahrz...
Abschnitt 3.5
Muster-Betriebsanweisung für den Betrieb von Fahrzeugbehältern für körnige oder staubförmige Güter (Silofahrzeugbehälter) (bisher: BGI 666)
Titel: Muster-Betriebsanweisung für den Betrieb von Fahrzeugbehältern für körnige oder staubförmige Güter (Silofahrzeugbehälter) (bisher: BGI 666)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 214-004
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.5 – 3.5 Besondere Bestimmungen für kippbare Fahrzeugbehälter

  1. 3.5.1

    Die Aufstellung des Fahrzeugs auf ebenem, befestigtem Untergrund ist bei kippbaren Fahrzeugbehältern besonders wichtig; siehe Abschnitt 3.1.2.

  2. 3.5.2

    Zu elektrischen Freileitungen ist in jeder Stellung des gekippten Behälters ein Sicherheitsabstand von mindestens 5 m einzuhalten.

  3. 3.5.3

    Vorhandene Abstützungen sind grundsätzlich bestimmungsgemäß auszufahren. Bei Bodenberührung sind die Stutzen bis zur Entlastung des Achsaggregates weiter auszufahren, und zwar wechselseitig mit kleinen Hubwegen, um Kippgefahren und Verwindungen des Fahrzeugrahmens zu vermeiden.

    Mit Hilfe der eingebauten Wasserwaage ist das Fahrzeug in Längs- und Querrichtung waagerecht auszurichten.

  4. 3.5.4

    Bei unzureichender Tragfähigkeit des Bodens sind die Stützfuge durch großflächige Unterlagen, wie Stahlplatten oder Bohlen, zu unterlegen.

  5. 3.5.5

    Der von der Hydraulikpumpe erzeugte Druck muß auf den Arbeitsdruck der Kipperpresse abgestimmt sein. Bei Drucküberschreitung besteht Gefahr für die Stabilität der Kipperpresse.

  6. 3.5.6

    Der Fahrzeugbehälter darf erst angekippt werden, wenn der Abstützvorgang abgeschlossen ist. Bei angehobenem Fahrzeugbehälter ist ein Nachregulieren der Abstützung nicht zulässig. Keinesfalls darf das Fahrzeug mit angehobenem Behälter bewegt werden.

  7. 3.5.7

    Bei Sturm oder böigem Wind ist ein Ankippen des Fahrzeugbehälters nicht zulässig.

  8. 3.5.8

    Sofern eine Niederhaltevorrichtung, z.B. in GGVS-Ausführung, vorhanden ist, ist deren ordnungsgemäße Entriegelung zu Beginn des Kippvorganges und während des Absenkens zu beobachten.

  9. 3.5.9

    Das Ankippen des beladenen Fahrzeugbehälters muß langsam, ruckfrei und stufenweise entsprechend den Angaben in der Betriebsanleitung des Fahrzeugbehälterherstellers erfolgen.

  10. 3.5.10

    Grundsätzlich ist der Behälter nur so weit anzuheben, daß ein kontinuierlicher Entladevorgang gewährleistet ist (Schwerpunkt niedrig halten).

    Bei Erreichen des maximalen Kippwinkels muß der Behälter weitgehend entleert sein.

  11. 3.5.11

    Es ist verboten, den Fahrzeugbehälter mittels der Kipphydraulik ruckartig zu bewegen (zu schütteln) oder die Kipperpresse absichtlich gegen den Endanschlag zu fahren, um mögliche Materialanbackungen zu lösen. Bei Bedarf sind vorhandene Unwucht-Rüttelgeräte zu benutzen.

  12. 3.5.12

    Der Aufenthalt unter dem angehobenen - nicht abgestützten - Fahrzeugbehälter ist verboten.

    Während des Absenkvorganges hat der Fahrzeugführer den Gefahrbereich (Quetschstellen zwischen Behälter und Fahrzeugrahmen) zu beobachten, damit andere Personen nicht gefährdet werden.

    Bei Gefahr ist die Senkbewegung durch Loslassen der Stellteile zu unterbrechen. Stellteile dürfen nicht so manipuliert werden, daß der Nullstellungszwang aufgehoben wird.

  13. 3.5.13

    Erfolgt die Entleerung des kippbaren Fahrzeugbehälters drucklos durch die heckseitige Auslauföffnung (Freifallentleerung), ist zuvor der vorderste Domdeckel zu öffnen, um Vakuumschäden am Behälter zu vermeiden. Das ist auch bei vorhandenem Vakuumventil erforderlich. Der Aufenthalt unter der angehobenen Auslaufschüssel ist nur zulässig, wenn diese gegen Herabfallen und gegen unbeabsichtigtes Ausheben gesichert ist.