DGUV Information 201-012 - Verfahren mit geringer Exposition gegenüber Asbest be...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
DGUV Information 201-012 - Verfahren mit geringer Exposition...
DGUV Information 201-012 - Verfahren mit geringer Exposition gegenüber Asbest bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten (DGUV Information 201-012)
Titel: Verfahren mit geringer Exposition gegenüber Asbest bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten (DGUV Information 201-012)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 201-012
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Verfahren mit geringer Exposition gegenüber Asbest bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten
(DGUV Information 201-012)

(bisher BGI 664)

Information

Ausgabe Juli 2000

Stand der Vorschrift: Ausgabe Dezember 2006

Berufsgenossenschaftliche Information für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

BG-Information

BGM
Berufsgenossenschaft
Metall Nord Süd

Die bisherige Broschüre "Verfahren mit geringer Exposition gegenüber Asbest bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten" (ZH 1/511) vom April 1998 wurde aktualisiert und in eine BG-Information "Verfahren mit geringer Exposition gegenüber Asbest bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten" (BGI 664) vom Juli 2000 überstellt. In der vorliegenden aktualisierten Fassung wurden folgende Änderungen vorgenommen:

  • AT 6 "Standardheizkessel - Wartung und Reinigung" (Stand 01.2002)

  • AT 7 "Standardheizkessel - Ausbau von Dichtschnüren" (Stand 05.2002)

  • BT 12 "Anbohren von Asbestzement-Fassadenplatten - Anbohrverfahren" (Stand 05.2006)

  • BT 16 "Asbestzement(AZ)-Rohrleitungen - Berstliningverfahren mit den Systemen Grundocrack® und Grundoburst®" (Stand 11.2002)

  • BT 17 "Abschleifen von asbesthaltigen Klebern von mineralischem Untergrund - GSA-Schleifverfahren" (Stand 06.2003)

  • BT 18 "Entfernen asbesthaltiger Estriche - insbesondere asbesthaltiger Magnesia-Estriche - von mineralischem Untergrund mit den Arbeitsverfahren "Nassfräsen" und "Ausbruch Hydrohammer" der Firma INBO Oberflächentechnik GmbH & Co. KG" (Stand 07.2006)

  • BT 19 "Reinigung und Beschichtung von Asbestzement-Fassadenplatten" (Stand 12.2006)

Inhaltsübersicht Abschnitt
Allgemeine Vorbemerkung 
Aufnahme von Arbeitsverfahren für Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten in das "BIA-Verzeichnis geprüfter Arbeitsverfahren mit geringer Exposition nach TRGS 519"Teil 1
Vorbemerkung 
Allgemeines1
Voraussetzungen zur Aufnahme in das Verzeichnis2
Antrag zur Aufnahme3
Geprüfte Arbeitsverfahren4
Anforderungen an Messergebnisse5
Durchführung von Messungen6
Protokollierung/Messbericht7
Entsorgung asbesthaltiger Abfälle8
Geprüfte Verfahren für Arbeiten mit geringer Exposition gemäß Nr. 2.10 Abs. 8 TRGS 519Teil 2
Vorbemerkung 
Ausbau asbesthaltiger Elektrospeicherheizgeräte - Glove-Bag (ET 1)1
Ausbau von It-Flachdichtungen - Penetrierverfahren (AT 1)2
Ausbau asbesthaltiger Stopfbuchsen (AT 2)3
Ausbau asbesthaltiger Kupplungsscheiben an Kraftfahrzeugen (AT 3)4
Ausbau asbesthaltiger Scheibenbremsbeläge an Fahrzeugen (AT 4)5
Ausbau asbesthaltiger Trommelbremsbeläge an Fahrzeugen (AT 5)6
Standardheizkessel - Wartung und Reinigung (AT 6)7
Standardheizkessel - Ausbau von Dichtschnüren (AT 7)8
Anbohren von Asbestzement-Rohren mittels Anbohrarmaturen (BT 1)9
Ausbau von Asbestzement-Rohren bis DN 400 - Halbschalenverfahren (BT 2)10
Ausbau von Asbestzement-Rohren bis DN 500 - Rohrknacken (BT 3)11
Ausbau von Asbestzement-Rohren bis DN 500 - Sägeverfahren (BT 4)12
Lochen von Asbestzement-Wellplatten (BT 5)13
Entfernen einzelner kleinformatiger Asbestzement-Platten (BT 6)14
Prüfen asbesthaltiger Schornsteine durch Ableinen mit Prüfkugel (BT 7)15
Prüfen asbesthaltiger Schornsteine mit der Schornsteinkamera (BT 8)16
Reinigen von Asbestzement-Schornsteinen - Kehrverfahren (BT 9)17
Reinigen und Prüfen von Asbestzement-Schornsteinen mit dem Schwamm (BT 10)18
Ausbau asbesthaltiger Flexplatten - Feuchtverfahren (BT 11)19
Anbohren von Asbestzement-Fassadenplatten - Anbohrverfahren (BT 12)20
Austauschen von Asbestzement-Rohren bis DN 400 - hydros®PLUS-Press-/Zieh-Verfahren (BT 13)21
Ausbau von Fensterrahmen und Türen mit asbesthaltigem Fugenkitt (Morinol) (BT 14)22
Polyvinylchlorid(PVC)-Beläge mit Träger nach DIN 16 952-5 (auch Cushioned Vinyl(CV)-Bodenbeläge genannt) (BT 15)23
Asbestzement(AZ)-Rohrleitungen - Berstliningverfahren mit den Systemen Grundocrack® und Grundoburst® (BT 16)24
"Abschleifen von asbesthaltigen Klebern von mineralischem Untergrund - GSA-Schleifverfahren" (BT 17)25
Entfernen asbesthaltiger Estriche - insbesondere asbesthaltiger Magnesia-Estriche - von mineralischem Untergrund mit den Arbeitsverfahren "Nassfräsen" und "Ausbruch Hydrohammer" der Firma INBO Oberflächentechnik GmbH & Co. KG (BT 18)26
Reinigung und Beschichtung von Asbestzement-Fassadenplatten (BT 19)27

Allgemeine Vorbemerkung

Asbest zählt zu den besonders gefährlichen krebserzeugenden Gefahrstoffen nach § 15a der Gefahrstoffverordnung (EU-Kategorie 1) und ist daher mit einem grundsätzlichen Expositionsverbot belegt. Hiervon ausgenommen sind Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten - im Folgenden ASI-Arbeiten genannt - an Einrichtungen verschiedenster Art, bei denen in der Vergangenheit asbesthaltige Materialien eingesetzt wurden.

Bei ASI-Arbeiten darf nicht nur an sehr kostspielige und gelegentlich auch spektakuläre Abbruchmaßnahmen im Hochbau gedacht werden. Auch vom Arbeitsumfang her wesentlich kleinere Sanierungs- oder Instandhaltungsmaßnahmen an Gebäuden, Anlagen oder Geräten, die Asbest in unterschiedlichster Verwendungsform und Menge enthalten können, fallen darunter. Es handelt sich dabei oft um typische Handwerkertätigkeiten wie den Austausch von Dichtungen an Anlagen oder von Reibbelägen an Fahrzeugen.

Die nach der Gefahrstoffverordnung erforderlichen Schutzmaßnahmen und die organisatorischen Voraussetzungen für ASI-Arbeiten bei Asbest bzw. bei asbesthaltigen Materialien sind in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) 519 "Asbest; Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten" zusammengefasst und konkretisiert.

Bei allen ASI-Arbeiten wird nach der TRGS 519 zunächst grundsätzlich eine Spitzenbelastung durch Asbestfasern unterstellt (worst case), so dass zunächst auch alle Schutzmaßnahmen gefordert werden. Sie betreffen insbesondere:

  • das Tragen persönlicher Schutzausrüstungen,

  • die regelmäßige Durchführung von Vorsorgeuntersuchungen oder

  • das Einhalten von Beschäftigungsbeschränkungen.

Die TRGS 519 sieht allerdings unter bestimmten Voraussetzungen Erleichterungen bezüglich der zu treffenden Schutzmaßnahmen vor. Ausnahmen werden danach zum Beispiel zugelassen, wenn es sich um Arbeiten mit geringer Exposition handelt.

Arbeiten mit geringer Exposition der Arbeitnehmer liegen definitionsgemäß vor, wenn die Asbestfaserkonzentration am Arbeitsplatz unter 15.000 Fasern/m3 liegt (siehe TRGS 519 Nr. 2.8).

Die Frage der Unterschreitung einer Asbestfaserkonzentration von 15.000 Fasern/m3 kann in der Regel nur auf der Grundlage von Messergebnissen beantwortet werden. Nicht in jedem Einzelfall ist es erforderlich, auch Expositionsmessungen durchzuführen, denn es können vorhandene Messergebnisse von vergleichbaren Arbeiten zur Ermittlung herangezogen werden, wenn

  • die Arbeitsbereichsanalyse, das Messverfahren und das Messergebnis entsprechend TRGS 402 protokolliert wurden,

  • das Protokoll dem Arbeitgeber vorliegt,

  • seine Arbeitsweise vergleichbar ist und

  • diese Arbeitsweise im Arbeitsplan bzw. in der Betriebsanweisung festgelegt wird.

Diese Vorgehensweise empfiehlt sich immer dann, wenn Arbeiten nach einem fest vorgegebenen [standardisierten!] Arbeitsverfahren ausgeführt werden können (siehe TRGS 519 Nr. 2.10 Abs. 7).

So ist nach der TRGS 519 für Instandhaltungsarbeiten an Asbestzementprodukten, Dichtungen und Packungen sowie an Bremsanlagen und Kupplungen unter bestimmten Voraussetzungen eine Unterschreitung der Asbestfaserkonzentration von 15.000 Fasern/m3 zu erwarten. Weiterhin werden nach den vom Berufsgenossenschaftlichen Institut für Arbeitssicherheit (BIA) aufgestellten Bewertungsmaßstäben Arbeitsverfahren geprüft und veröffentlicht, bei denen aufgrund des vorgesehenen Arbeitsablaufs eine Asbestfaserkonzentration von 15.000 Fasern/m3 unterschritten wird (TRGS 519 Nr. 2.10 Abs. 8).

Die vorliegende BG-Information beinhaltet alle diejenigen Arbeitsverfahren für ASI-Arbeiten, die bisher positiv vom Arbeitskreis "Asbestexposition bei ASI-Arbeiten" beim Berufsgenossenschaftlichen Institut für Arbeitssicherheit - im Folgenden BIA abgekürzt - geprüft wurden.

Vor dem Einsatz der vom BIA geprüften und in dieser BG-Information veröffentlichten Verfahren ist vom Arbeitgeber zu prüfen, welche sonstigen Vorgaben der Gefahrstoffverordnung, anderer Rechtsvorschriften und der TRGS 519, z.B. hinsichtlich Kennzeichnung, Hygiene, Beschäftigungsverbote, zusätzlich zu beachten sind. Hinweise geben die zuständige Arbeitsschutzbehörde oder Berufsgenossenschaft.