DGUV Information 209-022 - Hautschutz in Metallbetrieben (bisher: BGI 658)

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 2, 2 Berufsbedingte Hautkrankheiten
Abschnitt 2
Hautschutz in Metallbetrieben (bisher: BGI 658)
Titel: Hautschutz in Metallbetrieben (bisher: BGI 658)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-022
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2 – 2
Berufsbedingte Hautkrankheiten

Die intakte Hornschicht bildet eine Barriere gegen Austrocknung und Schadstoffe. Durch permanente Schädigung, z.B. häufiges Händewaschen mit Wasser, Seifen, Reibemitteln in Handwaschpasten und Kontakten zu entfettenden Arbeitsstoffen, z.B. Kühlschmierstoffe und Lösemittel, wird die Hornschicht und der Verbund der Fett- und Hydrolipidschicht beschädigt. Die Reparatur oder Regeneration der Haut dauert oft länger, als Arbeitspausen am Feierabend oder Wochenende dies ermöglichen. So kann es innerhalb kurzer Zeit zu Hauterkrankungen kommen, wenn die Haut nicht entsprechend geschützt und gepflegt wird. Die Schädigung äußert sich im Allgemeinen zuerst in trockener Haut. Bei Fortdauer der Belastung durch kumulative Kontaktnoxen (Bild 2-1) entsteht ein Ekzem (Bild 2-2).

Bild 2-1:
Kumulative Kontaktnoxen

Noxe (schädigende Substanz)Wirkung (Einfluss auf die Haut)
WasserHornschichtquellung
Detergenzien (Seifen, Wasch- und Spülmittel)Entfernung des Wasser-Fett-Films
alkalische oder saure LösungenSchädigung der "Hornschichtbarriere"
organische LösemittelExtraktion der Hornschichtfette
Staub u.Ä.Absorption von Fett und Wasser
mechanische ReizeAbrieb, Mikroverletzung

Bild 2-2: Toxisch-degeneratives Kontaktekzem

Was ist ein Ekzem?

Ein Ekzem ist eine ernst zu nehmende Hauterkrankung. Bei chronischen Ekzemen handelt es sich um lang andauernde und schwer zu behandelnde Erkrankungen. In manchen Fällen ist sogar die Aufgabe der beruflichen Tätigkeit erforderlich.

Allergien entwickeln sich häufig als Zweiphasenekzeme. Durch die vorgeschädigte Haut können Schadstoffe besser in die Haut eindringen und sich möglicherweise Allergien entwickeln.

Woran erkennt man ein Ekzem?

Ein Ekzem ist charakterisiert durch sehr trockene Haut, Rötung und Schuppung. Die Haut hat ein grobes Faltenrelief (Licheninfikation). Im akuten Stadium treten Bläschen auf, die Haut nässt und schmerzt. Tief blutende Hauteinrisse (Rhagaden), die in der Regel sehr schmerzhaft sind und schlecht heilen, können hinzukommen. Sowohl im akuten als auch im chronischen Stadium ist es möglich, dass starker Juckreiz auftritt.