DGUV Information 209-022 - Hautschutz in Metallbetrieben (bisher: BGI 658)

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Abschnitt 1.1, Aufbau und Funktion
Abschnitt 1.1
Hautschutz in Metallbetrieben (bisher: BGI 658)
Titel: Hautschutz in Metallbetrieben (bisher: BGI 658)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-022
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 1.1 – Aufbau und Funktion

Den Aufbau der Haut mit ihren einzelnen Schichten und Zellsystemen sowie die jeweiligen Funktionen zeigt Bild 1-2.

Bild 1-2: Aufbau und Funktionen der Haut

(Quelle: Balneum Hermal Service)

Oberhaut (Epidermis)

Die außen gelegene Epidermis hat die wichtigste Funktion beim Schutz vor physikalischen, chemischen und biologischen Substanzen. Die Epidermis unterliegt einem ständigen Erneuerungsprozess. Die unteren Zellen wachsen nach außen nach und verhornen. Dabei setzen sie wasser- und fettlösliche Stoffe frei. Diese können Wasser in der Haut speichern. Dabei dienen insbesondere Fette als "Kittsubstanzen" zwischen den Hornzellen. Der Verbund, den man sich auch wie eine Mauer aus Hornzellen mit Mörtel aus Fetten, Eiweißen und Wasser vorstellen kann, bildet einen wirksamen Schutz vor schädigenden Einflüssen, solange er intakt ist. Ein Mangel an Fetten macht die Haut spröde und rissig, die Barrierefunktion lässt nach.

Als zusätzlicher Schutz wird an der Hautoberfläche ein Film aus Lipiden der Hornschicht und Talg gebildet, der aus tiefer gelegenen Talgdrüsen abgegeben wird.

An der Hautoberfläche besteht ein saures Milieu mit einem pH-Wert zwischen 5 und 7. Diese früher als Säureschutzmantel bezeichnete Schicht kann in gewissem Maße alkalische und saure Substanzen abpuffern.

Alle genannten Faktoren zusammen bewirken die Schutzfunktion der Haut. Die Erneuerung der Hornschichten dauert vier bis fünf Wochen. Bei ständig wiederholtem Kontakt mit Schadstoffen wird die Hornschicht entfettet. Es besteht ein Missverhältnis zwischen der äußeren Entfettung und der hauteigenen, ausgleichenden Rückfettung. Folge ist eine raue und rissige Haut, die zu Entzündungen neigt.

Lederhaut (Corium)

Unter der Epidermis liegt die Lederhaut, die aus faserreichem Bindegewebe besteht.

Hier liegen Haarschäfte, Talgdrüsen und Blutgefäße. Die Epidermis, die selbst nicht durchblutet ist, wird von hier aus mit Nährstoffen versorgt.

Unterhaut (Subcutis)

Die untere Hautschicht besteht aus Fett und Bindegewebe, in denen die Haarwurzeln und Schweißdrüsen verankert sind.